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Rudolf Brand † war seit 1996 in Eitting2. Bürgermeister.  

Nachruf Rudolf Brand

Sein Ratschlag war stets wertvoll

Als Vize-Bürgermeister, Vorsitzender der Flurbereinigung und der Feuerwehr sowie in vielen Vereinen hat Rudolf Brand Spuren hinterlassen. Er verstarb im Alter von 66 Jahren.

von daniela oldach

Eitting – „Wir sind alle tief erschüttert.“ Fassungslos reagierte Eittings Bürgermeister Georg Wiester auf den Tod seines Stellvertreters Rudolf Brand. Vor rund drei Wochen hatte sich der Vize-Rathauschef noch für die Eittinger Belange eingesetzt, keine Sitzung verpasst und stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Anliegen seiner Mitmenschen gehabt. Trotz gesundheitlicher Probleme in den vergangenen Jahren war der Landwirt mit Leib und Seele immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Am Donnerstagabend verstarb Rudi Brand im Alter von 66 Jahren.

„Rud, wos moanst du?“, „Ja, liabe Leit, des is mei Meinung …“: Es gab kaum eine Gemeinderatssitzung, in der Wiester nicht den Rat seines Stellvertreters einholte. „Wir haben jede Sitzung vorher miteinander besprochen“, sagt der Bürgermeister. Denn die beiden Männer verband nicht nur das Amt. Sie hatten schon als Kinder miteinander auf dem Gerbl-Hof gespielt, aus dem Rudi Brand stammt. Und auch sieben Jahre lang gemeinsam die Schulbank gedrückt, zusammen ministriert sowie für den FC Eitting gekickt. „Rud war ein hervorragender Libero. Fußball war unser Leben damals“, erinnert sich Wiester. Gemeinsam hatten die Jugendfreunde auch einmal an einem Leistungspflügen teilgenommen.

In Oberwattenbach bei Essenbach (Kreis Landshut), dem Heimatort seiner Mutter Maria, hatte Rudi Brand am 25. Oktober 1950 das Licht der Welt erblickt. Auf dem Bauernhof seiner Eltern Maria und Ludwig Brand, dem besagten Gerbl-Hof in Eitting, wuchs er gemeinsam mit zwei Brüdern und einer Schwester auf. Durch den Hofnamen war er schnell der „Gerbe Rud“. So meldete er sich auch in späteren Jahren noch oft am Telefon.

Nach dem Abschluss der Volksschule Eitting war für Rudi Brand klar: Ich werde Landwirt. Tatkräftig unterstützt wurde er bei der Führung der Landwirtschaft von seiner Ehefrau Anneliese, die er 1976 heiratete. Die Söhne Rudi und Robert machten das Glück perfekt. Sohn Robert hat mittlerweile den Bauernhof übernommen. Eine besondere Freude waren Brand seine Enkelkinder Johanna, Lorenz, Antonia und Paula sowie die Zwillinge Ludwig und Jakob.

Mit 27 Jahren stieg Rudi Brand in die Kommunalpolitik ein. Er wurde 1978 in den Gemeinderat gewählt und war bis zum Schluss Mitglied, davon seit 1996 zweiter Bürgermeister. So viele Jahre wie der Landwirt war vorher noch niemand im Gremium. Unter seiner Mitwirkung wurden wichtige Vorhaben und Projekte umgesetzt. Dazu gehören unter anderem die Ansiedlung der Firma Rewe, die Schulhauserweiterung oder der Neubau aller Feuerwehrhäuser in der Kommune.

Richtungsweisend war auch sein Engagement als Vorsitzender der Flurbereinigung Eitting-Ost in den 1990er Jahren. Mit der Hochwasserfreilegung von Eitting sowie der Ortsumfahrung Eitting wurden dabei die Zeichen der Zeit schon früh erkannt. Brand kümmerte sich auch als Beauftragter der Kommune um den Nutzanteiler-Wald der Gemeinde. Für seine Verdienste erhielt der CSU-Ortsvorsitzende 1996 die kommunale Dankurkunde des Innenministeriums. 2009 wurde er mit der kommunalen Verdienstmedaille in Bronze geehrt.

Einen besonderen Stellenwert hatte für Brand auch „seine“ Feuerwehr Eitting, bei der er seit dem 1. Juni 1968 aktives Mitglied war. 1979 rückte er in den Vorstand, am 21. November 1990 wurde er Vorsitzender. Nachdem er bei den Wahlen am 30. Januar 2011 nicht mehr kandidiert hatte, wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Der gesellige Rudi Brand kümmerte sich auch um das Dorffest, rief die Sonnwendfeier ins Leben und organisierte besonders gerne Ausflüge. Unter seiner Regie ging es nach Istrien, Kärnten, Ungarn, Slowenien oder ins Zillertal. Alle Touren testete er vorab selbst. Reisepläne für 2017 und 2018 hatte er schon geschmiedet.

Rudi Brand gehörte unter anderem dem Männergesangsverein, dem Stopselclub, dem FC Eitting sowie der Feuerwehr Wilsenroth, dem Patenverein der Eittinger Wehr, an. Überall wird er hier fehlen.

Der Sterberosenkranz

für Rudi Brand findet heute, Montag, um 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Georg Eitting statt. Der Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung ist am morgigen Dienstag, 7. März, um 10 Uhr ebenfalls in St. Georg Eitting.

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