Bürgerversammlung

Ringschluss: Eitting will sich wehren

Eitting – Bürgermeister Georg Wiester ist für eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss zum S-Bahn-Ringschluss. Ansonsten war die Bürgerversammlung geprägt von guten Nachrichten.

Die Gemeinde Eitting wächst. In der Bürgerversammlung der Gemeinde am vergangenen Freitag in der Pizzeria Da Massimo war das eine der zentralen Aussagen. Die Zahl der Einwohner hat sich gegenüber dem Vorjahr um 84 erhöht. Genau die Hälfte davon sind allerdings keine Zuzüge, sondern das, was Erdings Oberbürgermeister Max Gotz einige Tage später bei einem anderen Anlass als den „Schatz der Region“ bezeichnet hat: Kinder.

42 Mädchen und Buben wurden im Jahr 2015 geboren, 18 mehr als im Vorjahr. Zwölf Sterbefälle gab es aber auch. Bleibt es bei diesem Trend, dürfte die Grundschule auch weiterhin zweizügig laufen. Insgesamt sind es 154 Kinder, die nach Eitting in die Grundschule gehen. Seit dem vergangenen Jahr bietet sie eine Mittagsbetreuung an. Diese wird nach dem Bericht von Bürgermeister Georg Wiester so gut angenommen, dass ein Aufbau erforderlich wird. Der Nachteil: Die Schule stößt nun an ihre räumlichen Grenzen.

Der Verwaltungshaushalt erwirtschaftete 2015 einen traumhaften Überschuss: 1,481 Millionen Euro wurden dem Vermögenshaushalt zugeführt. Für heuer sind 713 000 Euro an Zuführung eingeplant. Die Gemeinde hat aber auch einiges vor: So soll für eine halbe Million Euro die Turnhalle saniert werden. Statik- und Planungskosten sind in den Etat eingestellt. Die Kosten für die Baumaßnahme werden über mehrere Haushaltsjahre verteilt.

Die Verschuldung lag Ende 2015 bei knapp 813 000 Euro, und das ausschließlich für die Finanzierung der Kinderkrippe. Das Geld sei gut angelegt, meinte Wiester, wohl auch mit Blick auf die Geburten. Eine weitere halbe Million Euro ist für Straßen- und Brückenbau vorgesehen.

Einen weiteren Teil der Bürgerversammlung nahm die Information über den DSL-Ausbau ein. Dafür hatte Wiester einen Experten der Telekom eingeladen. Die Gemeinde wird vor allem Eittingermoos an die Datenautobahn bringen und dafür nach Abzug der staatlichen Förderung knapp 63 000 Euro investieren.

Auf die Nase gefallen ist die Gemeinde mit ihrer Stellungnahme zum S-Bahn-Ringschluss. Dass alle Einwendungen abgelehnt wurden, hat für erheblichen Verdruss gesorgt. Unter anderem hatte die Gemeinde verlangt, dass auf ihrem Gebiet keine weiteren Ausgleichsflächen ausgewiesen werden. Erdings OB Max Gotz sprach das zwei Tage später an, als er bei der CSU in Eitting zu Gast war. Er äußerte Verständnis für die Haltung der Eittinger und nannte vor allem das Thema der Ausgleichsflächen „problematisch“. Eitting ist ja schon wegen der geplanten dritten Startbahn besonders betroffen. Wiester hat bereits angekündigt, dem Gemeinderat zu empfehlen, gegen einen Planfeststellungsbeschluss für den S-Bahn-Ringschluss Klage einzureichen und diese bis vor das Bundesverwaltungsgericht in Karlsruhe zu treiben.

Die Ehrung verdienter Feuerwehrleute nutzte Wiester zu deutlichen Worten: „Es ist schon schockierend, wenn man die Presse in den vergangenen Wochen verfolgt hat. Wenn Feuerwehrleute und Rettungskräfte bei ihrem Einsatz mit ,Ihr Deppen‘ beschimpft werden und sogar tätlich angegriffen werden. dann ist das nicht mehr lustig.“ Es sei dringend an der Zeit, „dass der Gesetzgeber in solchen Fällen drastische Strafen einführt“.

Klaus Kuhn

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