1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Eitting

„Rohkost hat mir das Leben gerettet“

Erstellt:

Von: Daniela Oldach

Kommentare

Über vegane Rohkost, Erd- und Umweltenergien hat Gabriele Roth aus Gaden ein Buch geschrieben.
Über vegane Rohkost, Erd- und Umweltenergien hat Gabriele Roth aus Gaden ein Buch geschrieben. Es enthält auch viel Persönliches. © Daniela Oldach

Diverse Allergien beim Essen, massives Asthma, Bluthochdruck: Alle diese Probleme hat Gabriele Roth (59) hinter sich gelassen, seit sie sich streng vegan von Rohkost ernährt.

Gaden – Weihnachtsgans, Plätzchen oder Würstel mit Kartoffelsalat werden bei Gabriele Roth an den Festtagen nicht aufgetischt. Die Gadenerin setzt auf vegane Ernährung, die ausschließlich aus Rohkost besteht. „Das hat mir das Leben gerettet. Meine Unverträglichkeiten sind verschwunden. Ich lebe seit elf Jahren ohne Beschwerden und war seitdem nicht mehr krank“, sagt die 59-Jährige, die über ihre Ernährung, ihre Erfahrungen und ihre persönliche Geschichte ein Buch geschrieben hat.

„Wie Pflanzen- Erd- und Umweltenergien dein Leben retten – Die Wahrheit“ heißt das 374 Seiten starke Buch. Dabei versteht sich Roth nicht als Missionarin, die andere Lebensstile verteufelt. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich will niemanden bekehren. Aber ich möchte wachrütteln und den Menschen zeigen, was möglich ist und wie die Ernährung unser Wohlbefinden beeinflusst“, sagt sie.

Drei Jahre Arbeit hat sie in ihr Buch gesteckt. Roths Lebens- und teilweise Leidensweg begann aber schon viel früher. Geboren wurde sie in Olching (Kreis Fürstenfeldbruck). Als viertes von sechs Kindern wuchs sie in einem niederbayerischen Dorf auf. „Da gab es auch mal Schweinsbraten. Das war ganz normal“, blickt sie zurück. Immer wieder kämpfte Roth aber mit gesundheitlichen Problemen. Schmerzen und Unverträglichkeit gegenüber vielen Nahrungsmitteln gehörten zu ihrem Alltag. „Ich hatte diverse Allergien beim Essen, massives Asthma und Bluthochdruck. Sogar der Verdacht auf Leukämie wurde geäußert“, ist sie schonungslos ehrlich. „Doch ich war trotzdem überzeugt: Es gibt etwas, das mir hilft.“

Erst mit 48 Jahren erfuhr sie von einem Ernährungsspezialisten, der eine Haar- und Mineralstoffanalyse durchführte und ihr hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel gab. „Der wichtigste Energielieferant überhaupt ist Magnesium“, ist Roth überzeugt. Nach drei Monaten habe sich die erste Besserung eingestellt, und sie beschäftigte sich intensiv mit dem Thema Ernährung, speziell mit Rohkost. „Rohkost ist aktive Nahrung und schneller verdaulich“, so Roth, die seit einigen Jahren in Gaden wohnt. Seit elf Jahren verzichtet sie auf Lebensmittel, die gekocht, raffiniert, gebraten, gebacken oder anderweitig bearbeitet sind, außerdem auf tierische Produkte. Einzige Ausnahme: Zum Süßen verwendet Roth Honig. Denn die Herstellung dieses Nahrungsmittels sei ein natürlicher Prozess, Industriezucker hat bei ihr hingegen nichts zu suchen.

Ihr Buch umfasst neben vielen Erkenntnissen auch Tipps zur Zubereitung von Speisen. Roth empfiehlt jedem, der sich ausschließlich von veganer Rohkost ernähren möchte, einen Dörrautomaten. „Ich liebe Obst“, verrät sie. Die Früchte stehen auf ihrem täglichen Speiseplan. Viel Salat, frische Kräuter, gutes Olivenöl und der sparsame Umgang mit Gewürzen gehören für sie dazu, ebenso gekeimtes Getreide oder selbst gemachte Nussmilch. „Es ist nur etwas zeitaufwendiger“, räumt sie ein. Seit dieser Lebensweise schmecke sie auch Lebensmittel wieder wesentlich intensiver.

Über ihre Erfahrungen, ihre Geschichte und den ihrer Ansicht nach „Schlüssel zur Langlebigkeit“ schreibt sie in ihrem Buch. Polarität ist hier das Zauberwort, und diese Eigenschaft besitzt nach Roths Ansicht nur rohe Nahrung. Polarität entsteht dort, wo sich Plus und Minus zu Energie vereinigen. Das bedeutet für Roth, die rohe Nahrung als Energiepotenzial mit unterschiedlichen Werten, Mineralien als Energienahrung und die Sonne als pure Lebensenergie anzusehen.

„Körperliche und geistige Gesundheit sind eng miteinander verknüpft“, ist sie überzeugt. Was aber empfiehlt sie Menschen für ein gesünderes Leben? „Zuerst einmal Nikotin, Alkohol und Süßigkeiten weglassen. Das ist ein guter Beginn. Aber man kann keinen Waldbrand mit der Gießkanne löschen. Ohne Disziplin und Schritt für Schritt geht es nicht. Und man benötigt erst einmal ein sehr großes Durchhaltevermögen.“

Interessierten bietet Roth auch Unterstützung als Coach an. Zudem kooperiert sie mit einem Therapeuten, um passende Nahrungsergänzungsmittel anzubieten. Generell müsse man aber auch das Konsumverhalten überdenken. „Zwischen Krankheit und Gesundheit steht nur die richtige Ernährung“, ist sie überzeugt. Und das bedeutet für Roth „artgerechte Ernährung, so wie es die Natur hervorbringt. Kein Mensch ist mit dem Kochtopf geboren.“

Geholfen hat ihr beim Schreiben das Rüstzeug, das sie an der „Schule des Schreibens“ erlernt hat. 2012 hatte sich Roth dort im Bereich Belletristik angemeldet und das Fernstudium absolviert. Roths Lieblingsgenre sind Thriller. „Doch die besonderen Umstände haben mich bewogen, dieses Buch zu verfassen“, erklärt sie.

Das Buch ist erschienen im Verlag „tredition“, ISBN 978-3-347-31108-4, Preis: 40,90 Euro. Zudem gibt es den Ratgeber als Taschenbuch oder E-Book. Alle Infos: www.urnahrung-neu-entdeckt.com.

Auch interessant

Kommentare