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So sollen S-Bahn-Ringschluss und Walpertskirchener Spange eines Tages verlaufen.

Verzögerung bei Walpertskirchener Spange

Sieben Klagen gegen S-Bahn-Ringschluss

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Vor zehn Monaten, am 16. Februar, hat das Eisenbahnbundesamt (EBA) grünes Licht für den S-Bahn-Ringschluss zwischen der nördlichen Stadtgrenze von Erding und dem Münchner Flughafen gegeben. Gegen den Planfeststellungsbeschluss sind inzwischen sieben Klagen eingegangen.

Erding - Dies teilt Josef Seebacher, Sprecher der planenden Autobahndirektion Südbayern, unserer Zeitung mit. Verhandelt werden sie vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München, berichtet Corinna Korn aus dem Verkehrsministerium.

Prominenteste Klägerin ist nach den Worten Seebachers die Gemeinde Eitting. Deren Rat hatte Ende April beschlossen, die Baugenehmigung für die zweigleisige Strecke anzufechten, nachdem im Planfeststellungsverfahren sämtliche Einwendungen und Forderungen der Kommune zurückgewiesen worden waren.

Unter anderem geht es um eine durch die Trasse unterbrochene Gemeindeverbindungsstraße Reisen–Siglfing. Zudem hätte Eitting gerne die Brücke zwischen Reisen und Niederding so lange nicht abgerissen, bis der vom Ringschluss ausgelöste Neubau steht. Jetzt drohen lange Umwege – und das für gut eineinhalb Jahre. Nicht zuletzt hätte sich der Gemeinderat eine eigene Haltestelle gewünscht.

Die anderen sechs Klagen haben laut Seebacher betroffene Grundstückseigentümer eingereicht. „Bei einem solchen Projekt ist das erwartbar“, sagt der Pressesprecher. Oft gehe es um Tauschflächen, um die Landwirtschaft weiter ausüben zu können. Vor Gericht gestritten werde auch um die Höhe der Kaufpreise für Flächen. „Dafür haben wir auch Verständnis“, versichert Seebacher. Derzeit könne man nicht sagen, wann der VGH seine Urteile spricht. Klar ist nur: So lange wird nicht gebaut.

Für den Ringschluss im Bereich Erding läuft im Moment das Genehmigungsverfahren. Erst nach dessen Abschluss mit Auslegung der Pläne, Anhörung und Erörterungen besteht Baurecht – und damit Klagemöglichkeit.

Abgeschlossen ist die Planung für die Walpertskirchener Spange, das neun Kilometer lange Teilstück zwischen Erding und der Bahnlinie München–Mühldorf–Freilassing. „Wir sind durch“, versichert Seebacher, „wir haben das so genannte ,Quality Gate durchschritten, bei dem noch einmal die Qualität der Planung überprüft wird.“ Zusätzlich habe man die Walpertskirchener Spange sogar kurzfristig an neue Vorgaben des EBA angepasst.

Und dennoch ist das Planfeststellungsverfahren noch nicht angelaufen. „Ursprünglich war geplant, dass die Deutsche Bahn das noch heuer beim EBA beantragt. Nun soll es im ersten Quartal 2019 losgehen“, erklärt Seebacher.

Seine Behörde steht vor einem tief greifenden Wandel, der alle Projekte zumindest nicht beschleunigen wird. Der Bund plant eine eigene private Infrastrukturgesellschaft Autobahn (IGA), in der die Autobahndirektionen aufgehen sollen. In der Münchner Dependance befindet sich eine dreiköpfige Abteilung für Bahnprojekte. Sie soll an die Landesbaudirektion angegliedert werden. „Das Problem ist, dass diese Kollegen bis jetzt das Know How aus dem gesamten Haus nutzen können“, schildert Seebacher. Es gebe viele Synergieeffekte. Diese drohen verloren zu gehen, wenn die Behörde zerschlagen wird.

Zur A 94 zwischen Pastetten, Dorfen und Heldenstein erklärt er: „Wir beziehungsweise die ARGE Isental werden planmäßig im Herbst 2019 fertig sein.“ Ein rauschendes Eröffnungsfest werde es aber nicht geben. „Dazu hat das Vorhaben zu viele Wunden aufgerissen. Wir denken eher an ein Bürgerfest mit Musik und Sport.“

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