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Und schnipp! Bei der Verkehrsfreigabe der Dorfenbrücke in Gaden wollten alle dabei sein. In nur zehn Wochen Bauzeit ist sie fertig geworden.

Sanierung in Gaden

Brückenbau in zehn Wochen

Seit 15 Jahren wusste die Gemeinde von Mängeln an der Dorfenbrücke. Eine Sanierung war finanziell erst heuer möglich. Dafür ging es bei den Bauarbeiten dann auch schnell.

Gaden – Die Dorfenbrücke in Gaden ist gestern unter großer Beteiligung von Gemeinderat, Firmen und Anwohnern für den Verkehr freigegeben worden. Das Bauwerk an der Forststraße musste teilweise ersetzt werden, nachdem vor 15 Jahren bereits eine erhebliche Einschränkung der Tragfähigkeit festgestellt worden war.

Bürgermeister Georg Wiester erwähnte in diesem Zusammenhang, dass die regelmäßigen Brückenprüfungen, die die Gemeinde durchführt, die Sanierungsbedürftigkeit zutage gefördert hätten. Daher habe die Brücke auf zwölf Tonnen beschränkt werden müssen, danach galt auf der Brücke Schrittgeschwindigkeit.

„Die Brücke war einfach fertig“, sagte Wiester der Heimatzeitung bei der kleinen Feier, die witterungsbedingt schnell zum Wirt verlegt wurde. Dass es 15 Jahre bis zum Baubeginn gedauert hatte, begründete Wiester damit, dass andere gemeindliche Aufgaben sich als noch wichtiger herausgestellt hätten. So habe sich erst 2015 der Rat erstmals ernsthaft mit der Sanierung der Brücke befasst und sei zunächst geschockt gewesen: Eine halbe Million Euro hätte der komplette Ersatz gekostet. Sogar von einer massiven Verschwendung von Steuergeldern war die Rede, was auch das Fernsehen auf den Plan rief.

Schließlich konnten die Baukosten auf 300 000 Euro begrenzt werden, weil sich nach den Worten des Bürgermeisters herausgestellt hat, dass die Widerlager der Brücke erhalten werden konnten. Obendrein wurde die Bauzeit auf zehn Wochen begrenzt. „Bei einem kompletten Neubau der Brücke hätte man mindestens mit einer Bauzeit von einem halben Jahr rechnen müssen. Die Gemeinde Eitting hat ihre Hausaufgabe optimal erledigt“, freute er sich.

Sechs Meter Breite reichen

Immerhin hat die Gemeinde einen Zuschuss von 100 000 Euro für diese Maßnahme erhalten. Martin Neumaier, einer der planenden Ingenieure, konnte weitere Kostentreiber ausschalten, etwa, was die Breite der Brücke angeht: „Neuneinhalb Meter, das erschien mir weit übertrieben“, berichtete er. Sechs Meter ist die Fahrbahnbreite nun, wie bei der alten Brücke, die vor 60 Jahren gebaut wurde.

Dazu kommen jetzt aber auf beiden Seiten sogenannte Schrammbords. „Die haben sie uns auch so genehmigt, weil wir das Geländer außen angebracht haben“, sagte er zu den erkennbar harten Verhandlungen mit den Genehmigungsbehörden.

Der Bürgermeister konnte sich bei der Gelegenheit natürlich auch einen Seitenhieb auf den Bund nicht verkneifen und erwähnte, dass jede sechste der rund 39 000 Autobahnbrücken ein Sanierungsfall sei. Mit der Verkehrsfreigabe können auch die bestehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen aufgehoben werden. Es gilt, weil innerorts, jetzt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde.

Klaus Kuhn

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