Die Gruberin war auch dabei: Rund 350 Teilnehmer forderten an der Eittinger Grundschule mehr Vertrauen in die Eltern und größere Rücksicht auf Kinder. Stellvertretend äußerten sich (v. l.): Melanie Ringelsbacher, Daniela Huber mit Benno und Nikola, Nicole Ludwig sowie Monika und Susanne Gruber mit Magdalena und Elisabeth.
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Die Gruberin war auch dabei: Rund 350 Teilnehmer forderten an der Eittinger Grundschule mehr Vertrauen in die Eltern und größere Rücksicht auf Kinder. Stellvertretend äußerten sich (v. l.): Melanie Ringelsbacher, Daniela Huber mit Benno und Nikola, Nicole Ludwig sowie Monika und Susanne Gruber mit Magdalena und Elisabeth.

Auch Monika Gruber ist dabei

Vielen Eltern reicht’s: Protestaktion vor Eittinger Schule gegen die verschärften Corona-Maßnahmen

Sorgen, Ängste und auch Wut äußerten zahlreiche Eltern aus Eitting und Umgebung bei der Aktion „Gebt den Kindern eine Stimme“ vor der Grundschule und Gemeindekanzlei. Stein des Anstoßes waren die sich zunehmend verschärfenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie in den Schulen. Auch Kabarettistin Monika Gruber war dabei.

VON FABIAN HOLZNER

Hierzu wurden Banner und Schilder mit Aufschriften wie „Ihr klaut unsere Kindheit“, „Recht auf Bildung!“ oder „Keine Tests für gesunde Kinder“ vor dem Gebäude angebracht, dazwischen platzierten Eltern und Schüler Luftballons, Spiel- und Sportzeug. Gesammelt wurden Briefe mit Anliegen und Forderungen an Kultusministerium und Staatsregierung. Gemeinsam mit Eittings Bürgermeister Reinhard Huber sollen sie an Landrat Martin Bayerstorfer weitergereicht werden. Rund 350 Erwachsene und Kinder beteiligten sich direkt und indirekt an der Aktion, bei der es ausdrücklich um das Wohl der Kinder, nicht um eine politische Gesinnung geht, betonten die Organisatoren.

Um die Abstandsregeln einhalten zu können, lief die Teilnahme über den Samstag verteilt. „Es brodelt schon lange, weil den Kindern so viel auferlegt wird, wie die sieben Stunden Maskenpflicht im Unterricht. Die Testpflicht bringt das Fass jetzt zum Überlaufen“, fasste Mitorganisatorin Susanne Gruber die Beweggründe für die Aktion zusammen. Dabei sprachen sich die Teilnehmer nicht grundsätzlich gegen das Testen aus, dass dies jedoch erst nach der morgendlichen Schulbusfahrt und nicht zuhause geschehe, entbehre jeglicher Logik. Und auch die Reaktionen der Kinder auf einen möglicherweise positiven Test könnten die Eltern zuhause besser auffangen, als dies im Klassenzimmer der Fall wäre, so Mitorganisatorin Daniela Huber.

Wer das unangenehme Prozedere dreimal die Woche an sich selbst durchgeführt habe, müsse dennoch dem dadurch verkürzten Unterricht mit Maske, Abstand und regelmäßig geöffneten Fenstern folgen – in den Augen zahlreicher Eltern überzogene und für die Kinder schädliche Maßnahmen. „Eigentlich findet keine Schule mehr in der Schule statt“, sagte die angehende Referendarin Judith Börner, die sich solidarisierte.

Diverse Klassen trifft seit Monaten ein Komplettausfall des Präsenzunterrichts, Susanne Gruber berichtete von ihrem Sohn, der seit Dezember nur einen Tag in der Schule gewesen sei. Sie hat ihre Schwägerin, Kabarettistin Monika Gruber, für den Protest gewonnen. „Ich will den Fokus auf die Kinder lenken, die haben momentan keine Lobby“, sagte diese und erinnerte an Kinder und Jugendliche mit Erkrankungen, wie etwa Essstörungen. In diesen Fällen würden die Betroffenen unter den Maßnahmen, der Angst und der Isolation besonders stark leiden. „Das sind auch Corona-Opfer, von ihnen redet aber kein Mensch.“ Zu den Corona-Maßnahmen meinte die Kabarettistin: „Seit einem Jahr hatte man Zeit, etwas zu ändern, aber es wird immer nur schlimmer. Die Leute brauchen ein Licht am Ende des Tunnels.“

Einig waren sich die Organisatoren: „Wir bezweifeln nicht, dass wir einen Weg aus der Pandemie finden müssen. Wir fordern aber mehr Unterricht und mehr Vertrauen den Eltern gegenüber.“ In anderen Bundesländern testen Eltern ihre Kinder selbst.

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