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Alles Wissenswerte zum St.-Georg-Doppelbock hatten Tobias Vincenti (l.) und Bräu Christopher Vincenti 

Starkbierabend im Eittinger Fischerbräu 

Zehn Wochen Reife für den Doppelbock

Die Brauereigaststätte Eittinger Fischerbräu ist, nüchtern betrachtet, eine einladend gepflegte Einrichtung. Wer sie doppelt sieht, hat mehr davon. Zumal wenn der Grund für die zwiefache Freude überaus schmackhaft ist.

Eitting – Beim Starkbierfest im Fischerbräu servierten die Bedienungen den Gästen den Eittinger St.-Georg-Doppelbock, der mit 8,6 Prozent Alkohol mehr Umdrehungen hat als übliche Starkbiere.

Und wem das nicht genug war, der konnte sich mit zehnprozentigem Roggenbockbier in die Situation bringen, dass er unbedingt ein Gegenmittel aus der Küche ordern musste, wollte er den Überblick behalten. Jedenfalls lief die Küche unter der Leitung von Wirtin Roswitha Vincenti zur Hochform auf.

Zur Freude vieler Anwesender nahm die Begrüßung der Bräu Christopher Vincenti vor, der im Vorjahr einen Schlaganfall erlitten hatte. In einer kurzen launigen Rede berichtete er, dass er vor einem Jahr um diese Zeit noch im Rollstuhl gesessen habe mit der Aussicht, diesen nie mehr verlassen zu können.

Jetzt sei er froh, dass es aufwärts gehe, sagte der 53-Jährige und gab an seinen Sohn Tobias weiter, der das Starkbier „verbockt“ hatte. Seit der Erkrankung seines Vaters arbeitet der 24-Jährige neben seinem Brauer-Studium in Weihenstephan sehr aktiv in der Brauerei mit.

Ihm sei klar gewesen, dass er ein besonders gutes Starkbier brauen müsse, um die Tradition weiter hochhalten zu können, sagte er und erklärte den Durstigen denn auch gleich, was das heurige Starkbier auszeichne: Bockbiere reiften gewöhnlich zwei bis drei Monate, selten weniger als zehn Wochen. Dem Eittinger Doppelbock habe er eine Reifezeit von zehn Monaten gewährt, was neben einer besonderen Bekömmlichkeit eben auch den höheren Alkoholgehalt zur Folge habe.

Eigentlich ist der Starkbierabend ein richtiges Gemeindefest, an dem der ganze Ort mit seinen Vereinen teilnimmt. Dieses Mal aber fehlte mit dem erst kürzlich verstorbenen Rudi Brand, ein vertrautes Gesicht im Eittinger Gemeindeleben. So hielt sich die Ausgelassenheit vieler Gäste in Grenzen, wenngleich die Band D’Hockableiba das Publikum bei Laune hielt und vom Vorsitzenden Fred Neudecker sogleich für die anstehende 95-Jahr-Feier des FC Eitting im Sommer verpflichtet wurde.

Auch wenn dessen Fußballern eine Verdoppelung der Punkte recht gut täte: Mit einem Eittinger St.-Georg-Doppelbock sollten sie es vielleicht doch nicht versuchen. 

Eicke Lenz

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