Plage im Stadtgebiet

1300 Saatkrähen: Zu viel für Erding

Erding – Ihr Geschrei ist nervtötend, ihre Hinterlassenschaften in Gärten und auf Terrassen haben vor allem am Stadtpark ein unerträgliches Ausmaß angenommen: Die Saatkrähen sind in Erding eine Plage. Gegenmaßnahmen zeigen nur wenig Erfolg. Jetzt will die Stadt einen neuen Anlauf unternehmen.

Unzählige Anrufe und Mails hat Umweltreferent Thomas Schreder (CSU) in letzter Zeit bekommen. So erklärte er am Dienstagabend im Stadtrat, dass der Lärmpegel der schwarzen Vögel, die gerade ihre Brut aufziehen, „für viele Bürger nicht mehr erträglich ist“. Zwar sei es mit großem Aufwand gelungen, die Zahl der Splitterkolonien im Stadtgebiet ein wenig zu verringern. Dazu wurden ein Falkner eingesetzt und vom Bauhof Krähennester aus Astgabeln gehoben. Aber die Tiere seien schlau. „Die Krähen fliegen einfach einen Baum weiter und nisten dort“, sagte Schreder.

So steigt die Zahl der Saatkrähen Jahr für Jahr. Hat man laut Schreder 2008 noch 68 Brutpaare im Stadtgebiet gezählt, „ist es heute ein Zehnfaches der Kolonie“. Genau gesagt: 650 Brutpaare, also 1300 Krähen. Da ist der Nachwuchs noch nicht mitgezählt.

Bürgermeister Gotz: "Würden gerne selbst stärker handeln"

„Was können wir tun, damit Erding lebenswert bleibt?“, fragte Schreder im Stadtrat in die Runde. „Das Thema entwickelt sich furchtbar“, räumte Oberbürgermeister Max Gotz ein. Gleichzeitig betonte er, dass der Stadt die Hände gebunden seien, zuständig sei nämlich die Regierung von Oberbayern als Obere Naturschutzbehörde. „Wir würden gerne selbst stärker handeln“, sagte Gotz. Er habe von besorgten Anrainern im Bereich Niedermühle gehört, die sogar von dort brütenden Krähen angegriffen worden seien.

„Es kann nicht sein, dass der Tierschutz eine Dimension einnimmt, die vom Menschen nicht mehr verstanden wird“, so der OB. Er kündigte an, dass die Stadt bei der Bekämpfung der Krähenplage einen „weiteren intensiven Anlauf unternehmen wird“. Wie genau das ausschauen soll, steht noch nicht fest. Dazu sind Absprachen mit der Regierung von Oberbayern nötig.

Bäume zu stutzen, gefällt Gotz nicht: „Wir haben nichts gewonnen, wenn wir wertvollen Baumbestand durch die Freilegung von Astgabeln beschädigen.“

Gabi Zierz

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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