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Unter Freunden: Etwa 1000 Camping-Begeisterte sind gerade in Erding. Viele kennen sich schon seit Jahren.  

18. Oktoberfest-Rallye auf dem Volksfestplatz 

Das Elefantentreffen der Camper

Für Camping-Freunde aus ganz Europa ist sie ein Pflichttermin: die Oktoberfest-Rallye in Erding. Wie das Elefantentreffen der Motorradfahrer ist es ein Event für Gleichgesinnte und quasi eine Leistungsschau der Wohnmobilisten. 420 fahrende Wohnzimmer sind es heuer.

Erding – Es schüttet aus Eimern, und am Himmel ist keine Spur von Besserung in Sicht. Rund 1000 Teilnehmer der Oktoberfest-Rallye könnten sich jetzt auf dem Erdinger Volksfestplatz die Laune verderben lassen. Doch die Gäste aus ganz Europa haben ja ihre Camping-Mobile. In ihren gemütlich ausgestatten Wohnmobilen trotzen sie dem wechselhaften Wetter und freuen sich bei der Traditionsveranstaltung auf die Ausflüge – und die meisten wohl auf den Besuch des Oktoberfests in München.

Einzug mit Fahnen und Nationaltracht

420 Wohnmobile mit durchschnittlich zwei Personen hätten dieses Jahr ihren Weg nach Erding gefunden, berichtet Richard Ott (74), einer der Zuständigen für die Organisation. „Das sind etwas weniger als beim letzten Mal“, sagt er. Schätzungsweise 1000 Campinglustige seien dieses Jahr gekommen, um an der Oktoberfest-Rallye des Vereins Campingfreunde Sonnenschein teilzunehmen. Ab Montag trudelten die ersten Teilnehmer ein. Das Programm begann am Mittwoch, und die offizielle Eröffnung mit dem Einzug der Nationen war am Freitag.

„Es gibt Fahnen, jeder versammelt sich mit seiner Nation und wir ziehen ins Festzelt ein – teilweise auch in Nationaltracht“, schildert Ott. Ein paar Erdinger würden dann zum Feiern auch vorbeischauen – das Zelt ist für jeden geöffnet. Meist sei das Festzelt aber von den Campern schon besetzt.

Wohnmobile aus acht europäischen Ländern sind bei der Rallye vertreten – in diesem Fall hat das nichts mit Motorsport in unwegsamem Gelände zu tun, sondern bedeutet einfach Zusammenkunft oder Sternfahrt. Die größten Gruppen kommen aus Italien und Frankreich. Dieses Jahr haben die Franzosen die Nase allerdings leicht vorn. Stoßstange an Stoßstange findet man dann auch Kennzeichen aus Norwegen, Ungarn, Polen, Schweiz, England – und Deutschland.

„Erding ist die schönste Stadt Bayerns“

Darunter sind viele Stammgäste. „Einige kommen schon seit 25 oder 30 Jahren zur Rallye und haben bis jetzt fast jede mitgemacht“, erzählt Ott. Aber auch neue Camping-Begeisterte würden sich alle zwei Jahre nach Erding aufmachen. Das macht auch den „familiären Charme“ aus, den Ott so schätzt.

Zum 18. Mal wird die Oktoberfest-Rallye nun veranstaltet. Zu Beginn organisiert vom Campingclub Weiß-Blau München, seit acht Jahren von Campingfreunde Sonnenschein. „Die Münchner wurden immer älter, und es kamen keine Neuen dazu. Aus diesem Grund haben wir damals den Campingclub gegründet – um die Oktoberfest-Rallye zu erhalten“, berichtet Ott, „wir sind sieben Teammitglieder und bekommen für die Rallye zum Glück von den Reisemobilfreunden Europa jedes Mal 20 bis 25 internationale Helfer gestellt“.

Den Treff in Erding abzuhalten, würde sich besonders aufgrund der Lokalität anbieten. „Außerdem ist meiner Meinung nach Erding die schönste Stadt in Bayern.“ Der Neuburger Ott hatte bereits in seiner beruflichen Karriere durch den Sport einen Bezug zur Stadt entwickelt. „Wir hatten ein Büro in München und viel Kontakt mit Eishockey in Erding. Ich selbst war auch bei der Eröffnung des Eisstadions dabei, deshalb musste es in Erding sein.“

Ohne die Unterstützung der Stadt Erding würde die Veranstaltung nie zustandekommen, lobt Ott. „Die Oktoberfest-Rallye in Erding ist inzwischen schon Tradition.“, verkündet Ott stolz, „das wollen wir fortsetzen, solange wir noch gesund und fit sind“, erzählt Ott.

Bei aller Tradition gibt es dieses Jahr eine Neuerung bei der Oktoberfest-Rallye. Neben dem Stiftungszelt ist vom Erdinger Volksfest auch noch die Urweisse-Hütt’n stehen geblieben, die von den Camperfreunden begeistert genutzt wird. „Wir haben die Hütte von der Brauerei gestellt bekommen und freuen uns sehr darüber“, sagt Ott. Abends werde dann sowohl in der Hütte, als auch im Festzelt kräftig gefeiert. „Am Mittwoch hatten wir schon 200 bis 300 Liter Bier ausgeschenkt“, berichtet Ott.

Feiern und den Freistaat erkunden

Verpflegung gibt es im Stiftungszelt und seit Donnerstag auch ein Unterhaltungsprogramm mit Livemusik und Tanz. Für das leibliche Wohl sorgt der Verein tagsüber selbst. Bis zu zwölf Busse rücken zudem jeden Tag an, um die Gäste aus Europa zu unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten in Bayern zu bringen. „Wir wollen unseren Gästen ja unsere Kultur näher bringen“, erklärt Ott. Unter anderem geht es nach Schloss Linderhof, nach Regensburg oder zum Schloss Nymphenburg. Der Spitzingsee inklusive Café Winklstüberl sowie die Brauerei in Abensberg seien auch angefahren worden. Mit einer Fahrradtour von gut 40 Kilometern wurde das Erdinger Umland erkundet.

Am Wochenende folgt dann das Highlight: Der Besuch des Münchner Oktoberfests. „Früher hatten wir dafür im Festzelt Bierbänke reserviert. Jetzt besuchen wir den Brauereieinzug und den Trachten- und Schützenumzug und gehen am Montag einfach so zur Gaudi aufs Oktoberfest.“

Franziska Böhm

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