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Tausende Briefe laufen täglich durch diese Maschine des Freisinger Briefzentrums. Das ist auch für die Post aus dem Kreis Erding zuständig.

20 Jahre Briefzentrum Freising 

Auf der Rennstrecke der Post

Die Deutsche Post hat vor 20 Jahren nahe dem Flughafen München damit begonnen, eine Erfolgsgeschichte zu schreiben, und will noch weitere Kapitel hinzufügen: das Briefzentrum Freising.

Freising/Erding Wenn man sich die nackten Zahlen anschaut, kann einem schwindlig werden: 4,5 Milliarden Briefe wurden seit der Eröffnung des Briefzentrums im April 1998 dort sortiert. Eine Nummer, die kaum vorstellbar ist. Zur Veranschaulichung: Mit allen Briefen, die da durch die Maschinen gelaufen sind, könnte man aneinandergereiht 23 Mal die Welt umrunden.

Von Niederlassungsleiter Albert Bachmann hörte man beim Festakt am Montag nur Lobeshymnen: „Die Post war schon immer ein innovatives Unternehmen.“ Deutschlandweit Briefzentren, ständig neue Maschinen, neue Technik – und seit 2010 auch eine eigene Abteilung für E-Mobilität. Der Streetscooter, den die Post mittlerweile schon tausendfach in Deutschland einsetzt, ist seit 2015 – vorher wurde daran geforscht und getüftelt – im „Rollout“. Heißt, seit drei Jahren wird das E-Mobil nach und nach auf die Straßen gebracht. Momentan befinden sich 5500 solcher Fahrzeuge im Einsatz – damit sei die Deutsche Post der „größte E-Mobilitäts-Anbieter in Deutschland“, sagte Bachmann.

Der Niederlassungsleiter wurde aber nicht müde zu betonen, dass der Erfolg der Deutschen Post nicht auf den Schulter einiger weniger in Führungspositionen entstand: „Unsere Erfolgsgaranten sind die Kollegen vor Ort. Wir wissen nicht, wo die Briefkästen sind – die Zusteller schon.“ Das sei schließlich das, worum es gehe.

Dabei entwickle die Post auch neue Geschäftswege, um die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben. Freilich, alleine innerhalb eines Jahres, von 2016 auf 2017, wurden rund 21 Prozent weniger Briefe geschrieben. Damit sei man im europäischen Vergleich aber noch bei den gemäßigteren Verlusten: In Dänemark wurde im selben Zeitraum ein Rückgang von rund 72 Prozent gemessen.

Man habe aber bei der Post reagiert, erklärte Bachmann. Das Paketgeschäft brummt (von 800 Millionen verschickten Packerln in 2007 auf 1,4 Milliarden in 2017), auch im eCommerce, dem Onlineverkauf, sei man erfolgreich eingestiegen.

Und das Wichtigste: „Die Kundenzufriedenheit ist in den vergangenen zehn Jahren um 16 Prozent gestiegen.“ War 2007 noch gut ein Drittel der Kundschaft mit dem Service der Post einverstanden, so konnte man diese Zahl bis 2017 auf 81 Prozent steigern.

Der Blick schweift aber auch ständig in die Zukunft: Bachmann stellte auch eine Vision vor, wie die Post vor Ort in Zukunft aussehen könnte. Da wurden offene Hallen mit automatischen Paketabgabestationen gezeigt – vergleichbar mit der Gepäckabgabe am Flughafen –, Kinderschalter, an denen sie digital Postkarten malen und verschicken können, so genannte Magic Mirrors, in denen man virtuell Kleidung anprobieren und kaufen kann, Shopping-Terminals und vieles mehr.

Freilich sind das noch Gedankenspiele. Vielleicht liegen sie aber nicht mehr allzufern in der Zukunft. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) gab in seinen Grußworten zu, „schon immer ein Fan der Post“ gewesen zu sein: „Ich bekomme und schreibe gerne Briefe.“ Ihm sei bewusst, dass die Masse an Briefen, die im Zentrum am Flughafen bearbeitet wird, hauptsächlich über die Straße transportiert werde. Auch deshalb sei man „hinterher, die Infrastruktur im Umfeld zu verbessern“.

Freisings stellvertretende Landrätin Barbara Prügl (Grüne) musste feststellen, dass „die romantische Zeit der Postkutschen leider vorbei ist“. Die Deutsche Post habe sich zu einem hochmodernen Dienstleister gemausert. Wie Bachmann erinnerte sie die Festgemeinschaft aber auch daran, dass „die Menschen ihr größtes Kapital sind“. Anton Hirschfeld

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