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Erfolgs-Filiale (v. l.): Leiter Josef Straßer, Kommunikationschefin Christine Miedl und Vize-Vorstandsvorsitzender Ralf Müller.

20 Jahre Sparda-Bank Erding  

Im Kielwasser der Boom-Region

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Die Sparda-Bank Erding feiert heuer ihr 20-jähriges Bestehen in Erding. Der Ableger der Münchner Genossenschaftsbank entwickelt sich weiter gut. Trotz Nullzins-Ära legte das Institut 2016 erneut zu – bei den Konten, den Einlagen und dem Fondsbestand.

Erding Banken bereiten ihren Vorständen in Zeiten keiner oder sogar negativer Zinsen wenig Freude. Das Geschäfts ist auf den Kopf gestellt: Die Banker sind um jeden Euro froh, der nicht aufs Konto gelegt wird. Denn wenn die Geldhäuser die Millionen zur Europäischen Zentralbank tragen, werden sie mit Negativzinsen belegt. Umso fitter müssen die Berater sein, den Kunden andere Anlageformen schmackhaft zu machen.

Dennoch kann Josef Straßer entspannt den Jubiläumsfeiern zum 20-jährigen Sparda-Jubiläum in Erding in diesem Jahr entgegen sehen. Am 1. Juni findet ein Tag der offenen Tür an der Langen Zeile statt. Er ist nicht nur ein Mann der ersten Stunde, seit die Filiale 1997 eröffnet wurde. Er kann für 2016 (wieder einmal) sehr gute Zahlen vorlegen, so gute, dass stellvertretender Vorstandsvorsitzender Ralf Müller sogar von einem Primus der Münchner Sparda-Familie spricht. Straßer gibt sich bescheiden: Er sieht einen Zusammenhang zwischen dem Wachstum der Region und seiner Bank. Die hat – Krise hin oder her – sogar personell aufgestockt: von neun auf zehn Mitarbeiter. Andere Bankhäuser kasteien sich soeben mit einer harten Personaldiät.

Insgesamt erwirtschaftete die Sparda-Bank München einen Jahresüberschuss vor Steuern von 36,5 Millionen Euro, etwa so viel wie 2014, aber weniger als 2015 mit rund 40 Millionen Euro.

Die Zahl der Erdinger Sparda-Kunden ist 2016 um netto 459 auf 8288 gestiegen. Dreh- und Angelpunkt sind die Girokonten. Deren Zahl nahm laut Straßer um 399 oder 5,3 Prozent auf 7863 zu. Ihn freuen die 85 Prozent Weiterempfehlungsquote. Unternehmenssprecherin Christine Miedl weist in diesem Zusammenhang darauf hin, „dass das Gehaltskonto auch in Zukunft gebührenfrei bleiben wird, und wir auch keine Absicht hegen, fürs Abheben Geld zu verlangen“. So verfahre man bereits seit 1930.

13,2 Prozent Wachstum verzeichnet nach Angaben Müllers das Girokonto Sparda Young+, das sich an junge Kunden in Schule oder Ausbildung/Studium richtet. Deren Zahl stieg von 584 auf 661. Das Besondere: Bis zu 1500 Euro gibt es noch 0,5 Prozent Zinsen – „zum Ansparen“, wirbt der stellvertretende Vorstandschef.

Das Geschäftsvolumen, die Summe aus Einlagen und Krediten ohne Fonds, stieg um 8,4 Prozent oder 26 Millionen Euro auf 334,1 Millionen Euro, so Müller. Diese anhaltende Entwicklung sei „nicht nur sehr erfreulich, sondern im gesamten Münchner Sparda-Bereich auch außergewöhnlich“.

Dass die Investitionsbereitschaft im Landkreis nach wie vor hoch ist, zeigt das Wachstum bei den Krediten im erneut zweistelligen Prozentbereich: um 10,5 Prozent oder 17,3 Millionen Euro auf 182,3 Millionen Euro. Leicht rückläufig ist nur die Zahl der Baufinanzierungen. Sie nahmen um 8,4 Prozent von 39,3 auf 36,0 Millionen Euro ab. Ähnlich verhält es sich mit dem Bausparer-Vermittlungsgeschäft für BHW und Schwäbisch Hall. Hier betrug der Rückgang sogar ein Viertel – von 2,2 auf 1,6 Millionen Euro.

Straßer führt das auf die aktuell verhaltene Neubautätigkeit vor allem in Erding zurück. „Wenn auf dem Erdbeerfeld, am Thermengarten und am Poststadel endlich gebaut werden darf, kann es wieder ganz anders aussehen.“ Und Müller weist darauf hin, „dass die Zinssicherung in diesem Bereich zunehmend über langfristige Bankdarlehen erfolgt“.

Dafür geht’s trotz Niedrigzinsen bei den Kundeneinlagen bergauf – um 8,8 Millionen Euro oder 6,1 Prozent auf 151,9 Millionen Euro. In diesen Zeiten entdecken selbst konservativ-risikoscheue Kunden wieder die Fonds mit Aktienanteilen. Bei ihnen betrug das Wachstum fast elf Prozent. Der Gesamtbestand liegt bei 16,1 Millionen Euro.

Ein Baum für jeden neuen Kunden

Zum gesellschaftlichen Engagement der Sparda-Bank erklärt Miedl, „dass wir weiterhin für jeden neuen Kunden einen Baum in Oberbayern pflanzen“. Insgesamt habe man 2,9 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke gespendet, im Landkreis für die Brücke, den Fendsbacher Hof, die Fördervereine der Erdinger Mittelschulen und die Kinderwerkstatt Hofzwerge in Flanning bei Bockhorn.

2017 könnte die Entwicklung weitergehen. Müller stellte eine positive Prognose. Straßer spricht gar von „sehr guten ersten Monaten“.

Von Hans Moritz

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