Eine Spende von 2000 Euro übergab Stadtrat Dr. Rainer Vogel (l.) für das Sophienhospiz auf der Baustelle am Sternweg. Leiterin Rita Gabler (r.) informierte, dass das Geld für eine Schmerzpumpe verwendet werde.
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Eine Spende von 2000 Euro übergab Stadtrat Dr. Rainer Vogel (l.) für das Sophienhospiz auf der Baustelle am Sternweg. Leiterin Rita Gabler (r.) informierte, dass das Geld für eine Schmerzpumpe verwendet werde.

Spende

2000 Euro für eine Schmerzpumpe

  • VonAlexandra Anderka
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Erding – „Ich habe schon viele Menschen sterben sehen“, sagt Dr. Rainer Vogel bei der Übergabe des Spendenschecks von 2000 Euro auf der Baustelle des Sophienhospiz’ am Sternweg in Erding. Die Spende, die sich aus Sitzungsgeldern des FDP-Stadtrats (1250) und seiner privaten Spende zusammensetzt, wird für eine Schmerzpumpe verwendet. „Mit Schmerzpumpen kann man die letzten Tage und Stunden eines todkranken Patienten gut in den Griff bekommen“, weiß der Mediziner, der jahrzehntelang zusammen mit seiner Frau eine Augenarztpraxis am Schönen Turm führte.

Rita Gabler, die das Sophienhospiz leiten wird, zeigte sich überglücklich. „Solche Schmerzpumpen kosten mehrere tausend Euro. Viele Patienten bringen eine mit, wenn sie ins Hospiz kommen, aber wir brauchen dringend eine auf Vorrat für Notfälle“, erklärt die 58-jährige Erdingerin, die vor zehn Jahren bereits das Palliativ Team Erding gegründet hat, dessen pflegerische Leiterin sie bis 2020 war.

Dr. Vogel freute sich über den schönen Standort des Hospiz im Osten von Erding auf einer Höhe mit Blick bis fast nach Freising, woher die Stifterfamilie Folger stammt. Marianne Folger, selbst Hospizbegleiterin und Vorsitzende des Hospizvereins Freising, und ihr Mann Werner sowie deren Tochter Sofia, hatten sich 2020 entschlossen, die MWS-Hospiz-Stiftung zu gründen. Damit soll die Finanzierung des Hospizes, das für die Landkreise Erding und Freising gebaut wird, gesichert werden. Das Grundstück stellt die Stadt Erding auf Erbpacht zur Verfügung, der Erdinger Karl Käser hatte es einst der Stadt vererbt, mit der Auflage, etwas Soziales darauf zu errichten, wie Gabler informierte.

Der halbrunde Bau, in dem zwölf Patientenzimmer und ein Zimmer für Angehörige Platz finden, ist weit fortgeschritten. Momentan wird der Estrich verlegt. Die Elektrik ist installiert, allerdings fehlen noch die Leitungen für die Sauerstoffversorgung, da die beauftragte Firma wegen der vielen Corona-Patienten, die ebenfalls Sauerstoff benötigen, gerade „völlig überlastet“ sei, so Gabler. Zudem stehen noch die Sanitäranlagen und der komplette Innenausbau sowie die Terrassen – jedes Zimmer bekommt eine eigene – aus.

Auch der Garten muss noch angelegt werden. Hier gibt es eine gute Nachricht: Das angrenzende Grundstück mit altem Baumbestand konnte zusätzlich für das Hospiz gewonnen werden. Es soll als Garten genutzt werden. „Das wird eine richtige Oase“, freut sich Gabler. Dort wolle sie auch unbedingt einen Platz für das künftige Pflegepersonal einrichten. Denn auch sie bräuchten einen Raum zur Regeneration, wenn beispielsweise gerade ein lieb gewonnener Patient gestorben sei.

Ein bisschen dauert es noch bis zur Eröffnung. Mit einer Verzögerung von zwei bis drei Monaten rechnet die Hospizleiterin. Gabler plant mit der Inbetriebnahme Anfang 2022.

Sie selbst muss sich nun um das Personal kümmern, ein Team aus 25 bis 26 Pflegestellen werde sie zusammenstellen. Leute zusammenzuführen sei eine große Leidenschaft der gelernten Krankenschwester und Lehrerin für Pflegeberufe, wie die 58-Jährige verriet. Sie werde bei den Bewerbungen genau hinsehen, denn „ein Haus lebt mit dem Geist, der in ihm herrscht“.

Dr. Vogel bekräftigte die Notwendigkeit dieses Projekts: „Keiner möchte alleine sterben, deshalb ist ein wohnortnahes Hospiz unverzichtbar.“ Er hoffe, dass seine Spende eine „Initialzündung wird und sich noch viele andere Leute zur Spendenübergabe hierherstellen.“ Denn Spenden seien nach wie vor dringend nötig, wie auch Gabler bestätigte.  and

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