auswertung des landratsamts

220 straffällige Asylbewerber

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Laut Landratsamt haben 220 Asylbewerber in den Jahren 2015 und 2016 Straftaten begangen. Ein Viertel davon sind Asyl- und Ausländerdelikte.

Erding– Wie viele Asylbewerber sind im Landkreis Erding straffällig geworden? Diese Frage von Republikaner-Kreisrat Martin Huber hat nun das Landratsamt beantwortet. Dafür hat die Behörde961 Akten von Asylsuchenden ausgewertet, die zwischen 2015 und 2016 im Landkreis Erding gewohnt haben. Von ihnen seien 220 Personen strafrechtlich in Erscheinung getreten, schreibt Landrat Martin Bayerstorfer an Huber.

53 dieser Asylsuchenden haben nach dem Brief, der unserer Zeitung vorliegt, ausschließlich ausländer- oder asylrechtliche Straftaten begangen – unerlaubte Einreise oder illegaler Aufenthalt. Auch bei den 415 Vorfällen, die zur Anzeige gebracht worden sind, muss man einige abziehen. In 108 Fällen ergaben die Ermittlungen keinen ausreichenden Klagegrund. Von den verbleibenden 307 Verfahren wurden 83 eingestellt.

Am gravierendsten sind in der Aufzählung der Behörde jeweils vier Delikte gegen das Leben und gegen die sexuelle Selbstbestimmung. So wurde ein Asylbewerber bereits wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Sexuelle Nötigung und Körperverletzung brachten einem anderen zweieinhalb Jahre Haft ein. Versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung war der Tatvorwurf in zwei Fällen (dreieinhalb Jahre sowie vier Jahre und drei Monate Haft).

Unter den angezeigten Straftaten listet das Landratsamt 120 „sonstige Delikte“ auf, die insbesondere ausländer- und asylrechtliche Delikte seien. 90 Mal ging es um Körperverletzung, 33 Mal um Diebstahl, 31 Mal um Rauschgift und 25 Mal um Vermögensdelikte.

„Eine Verallgemeinerung und eine prozentuale Auswertung sind nach Auffassung des Landratsamtes Erding nicht möglich“, schreibt Bayerstorfer. Einerseits sei der Ausgang von 153 Verfahren offen oder unbekannt. Andererseits habe nur ein Teil der Asylbewerber ausgewertet werden können. Nicht erfasst sind Geflüchtete, die anerkannt oder abgeschoben wurden, die weggezogen, untergetaucht, verstorben oder freiwillig ausgereist sind.

Zum Vergleich:

Die Kriminalitätsstatistik des Polizeipräsidiums weist für das Jahr 2015 im Landkreis Erding insgesamt 4480 Straftaten aus. Zahlen für 2016 liegen noch nicht vor.

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