„250 Euro weniger für die gleiche Arbeit“

Erding - Missstände im Kreiskrankenhaus Erding prangerte am Montag Helmut Trinkberger im Kreisausschuss an.

Der ÖDP-Kreisrat beklagte die schlechte Bezahlung der Mitarbeiter von Promed, quasi eine Tochtergesellschaft des Kreiskrankenhauses. Sie würden monatlich 250 Euro weniger verdienen als diejenigen, die nach dem Tarif für den Öffentlichen Dienst beschäftigt sind - „für die gleiche Arbeit, für die gleiche Verantwortung“. Da sei es kein Wunder, dass sich Absolventen der hiesigen Pflegefachschule für andere Kliniken entscheiden.

Gerade letzteres wies Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) zurück: „Wir haben in Erding für nächstes Jahr eine hervorragende Bewerbersituation.“ Außerdem werde bei Promed „nach oben und nach unten“ vom Tarifvertrag abgewichen, und die öffentliche Ausschusssitzung sei kein Ort für diese Debatte.

Er habe Informationen, „dass wiederholt wegen Fachkräftemangels Betten geschlossen werden mussten“, erklärte Trinkberger weiter. Das seien bis zu 80 Betten, also 20 Prozent des Bestands, gewesen. Das bedeute erhebliche Einnahmeverluste, sagte der ÖDP-Politiker angesichts des diesjährigen Defizits von fast 2,8 Millionen Euro. „Bei der Zahl von 80 Betten liegen Sie daneben“, sagte der Landrat darauf. Gleichwohl könne es vereinzelt zu solchen Situationen kommen.

Das eigentliche Thema war die Übernahme des Defizits. Das Kreiskrankenhaus rechnet laut Erfolgsplan 2012 mit einem Minus von fast 2,8 Millionen Euro. Davon soll der Landkreis laut Antrag des Kommunalunternehmens knapp 1,9 Millionen Euro übernehmen. Der Kreisausschuss befürwortete das. Im Etat ist eine Million dafür vorgesehen. Der Rest ist laut Verwaltung durch einen Haushaltsrest sichergestellt.

Als Ursache für das Defizit nannte Bayerstorfer unter anderem die Lohnsteigerungen um 3,5 Prozent. Gleichzeitig werde von den Kassen nur ein Teil übernommen, so dass eine Mehrbelastung von 600 000 Euro bleibe. Klar sei aber auch: Wenn die Einrichtung neuer Fachbereiche wie Dialyse oder Strahlentherapie gewünscht sei, „kann man das Kreiskrankenhaus nicht im Regen stehen lassen“, sagte der Landrat. ta

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