1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Erding

„Lage ist katastrophal“: Bayerische Wirte kämpfen mit 2G - Enormer Gästerückgang

Erstellt:

Kommentare

Ohne Kontrolle kommt keiner rein: Michael Hildebrandt, Restaurantleiter des Gasthofs Erdinger Weißbräu, checkt Personalausweis und Impfheft von Josef Pointner. Verunsicherte Gäste Kontrollen laufen gut Wirte investieren in Luftreiniger
Ohne Kontrolle kommt keiner rein: Michael Hildebrandt, Restaurantleiter des Gasthofs Erdinger Weißbräu, checkt Personalausweis und Impfheft von Josef Pointner. Verunsicherte Gäste Kontrollen laufen gut Wirte investieren in Luftreiniger © Hans Moritz

Weniger Gäste, keine Weihnachtsfeiern: Die Wirte im Landkreis Erding haben mit der 2G-Regel in der Gastronomie zu kämpfen. Manche denken ans Zuschließen, andere investieren in Luftfilter.

Erding - Zum Wirt geht’s dieser Tage nur noch mit Personalausweis und Impfbestätigung oder Genesennachweis. Seit dem 16. November gilt in der Gastronomie 2G. Hinzu kommen Gäste, die aus Angst vor einer Infektion in der aktuellen Lage lieber zu Hause bleiben, und seitenweise abgesagte Weihnachtsfeiern. Die Wirte im Landkreis Erding spüren die Auswirkungen der Einführung der 2G-Regel in der Gastronomie deutlich.

2G in der Gastronomie: Wirte verzweifelt - Gäste bleiben lieber zu Hause

„2G hat zu Absagen geführt, man hat da schon einen Sprung nach unten gemerkt“, erklärt der Inhaber des Gasthofs zur Post Mario Pianka. Zudem seien viele Weihnachtsfeiern abgesagt worden, sagt er. „Man merkt schon eine Verunsicherung bei den Gästen, vor allem da die Regierung aktuell ja empfiehlt, die Kontakte zu verringern“, sagt Pianka. Er spricht auch für das Erdinger Weißbräu, für das sein Vater verantwortlich ist. Im Erdinger Weißbräu sei die Lage nicht anders als in der Post, sagt Pianka.

Die 2G-Kontrollen laufen hingegen gut, berichtet er. Die meisten Gäste halten bereits beim Betreten ihr Corona-Impfzertifikat bereit, erzählt der Gastronom. Bei Verstößen gegen die 2G-Regel droht den Gastronomen ein hohes Bußgeld in Höhe von 5000 Euro. Darum wird streng kontrolliert.

Corona in Bayern: Wirte kämpfen mit 2G - „Reservierungen zu 50 Prozent wieder abgesagt“

Das Gasthaus Stulberger aus Fraunberg hat mit einem starken Gästerückgang zu kämpfen, erklärt Inhaber Josef Stulberger. „Die aktuellen Nachrichten verunsichern auch viele Geimpfte, die dann teilweise ihre Reservierungen wieder absagen“, berichtet er. „Reservierungen, die acht Tage vorher gemacht wurden, werden zu 50 Prozent wieder abgesagt“, sagt er. „Wir leben aktuell von Tag zu Tag.“

„Die Lage ist leider katastrophal, viele Kollegen entscheiden sich wieder ganz zu schließen, da ihnen die Gäste fehlen“, sagt Stulberger. „Für uns kommt eine Schließung aber nicht infrage, wir wollen weiterhin für unsere Gäste da sein.“

Die Kontrollen laufen beim Gasthaus Stulberger ebenfalls gut, denn viele Gäste seien kooperativ. Viele seiner Kunden würden die 2G-Kontrollen als sinnvoll bewerten. „Es gibt keine Beschwerden über die Kontrollen, da sich die Gäste in diesem Umfeld sicher fühlen“, erläutert Stulberger.

Beim Gasthof Klement aus Isen wurden alle Weihnachtsfeiern bis auf eine abgesagt, erklärt Dana Klement. Man merke außerdem, dass seit vergangenem Mittwoch die 2G-Regel verschärft wurde und seither auch im Außenbereich der Gastronomie gilt. Dort ist seitdem deutlich weniger los, sagt Klement. „Die Kontrollen laufen aber gut, die Kunden machen mit und haben Verständnis“, erklärt Klement.

Corona in Bayern: 2G in der Gastronomie - Viele Absagen von Weihnachtsfeiern

Das Gasthaus Rauch aus Grucking hat ebenfalls viele Absagen von Weihnachtsfeiern zu verkraften. „Alle großen Feiern wurden abgesagt, da es für viele Gäste nicht mehr haltbar wäre, eine große Weihnachtsfeier stattfinden zu lassen“, erklärt Marlene Rauch. Nur noch ein paar kleine private Weihnachtsfeiern würden noch stattfinden.

Die Kontrollen wären zwar für die Wirte schon sehr aufwendig. Aber „viele Gäste wissen Bescheid und halten schon ihren Personal- und Impfausweis bereit“, erzählt sie.

Beim Wirtshaus Schex aus St. Wolfgang wurden ebenfalls fast alle Weihnachtsfeiern abgesagt, erklärt der Chef Anton Silbernagel. „Inzwischen hat es sich aber eingependelt, es kommen nur ein bisschen weniger Gäste als früher“, sagt er. „Es wird das Bestmögliche getan, damit die Gäste sicher sind“, versichert Silbernagel. „Wir haben mehrere Luftreinigungsgeräte, viel Platz und bei uns sind alle Mitarbeiter geimpft“, erklärt der Gastronom. „Bei uns gab es noch keinen einzigen Coronafall.“

Auch die Brasserie Dostojewskij in Erding hat in die Luftreinigung investiert, um den Kunden größtmögliche Sicherheit zu bieten. Sie hat eine teure und moderne Lüftungsanlage angeschafft, bestätigt der Geschäftsführer Georg Schmid. Die Lüftungsanlage garantiere eine 100-prozentige Frischluftzufuhr. Somit sei die Luft im Prinzip wie draußen. Das mache es den Aerosolen schwer, sich zu verbreiten. VON TOM MERTENS

Noch mehr Nachrichten aus der Region Erding lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Erding-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare