Gelb unterlegt ist auf diesem Entwurf die neu zu bauende Straße, die die Linksabbieger künftig von der Berghamer Straße über eine Rampe auf die B 388 (grau markiert) und umgekehrt führen soll. Dazu ist eine Brücke über die Lange Feldstraße und eine Unterführung der B 388 nötig. Planskizze: Stadtbauamt Erding

B 388/Berghamer Straße: Holländer Rampe für die Linksabbieger

Erding - Eine Holländer Rampe soll das Linksabbiegen an der Einmündung der Berghamer Straße auf die B 388 in Erding verhindern. Die Stadträte im Planungs- und Umweltausschuss stimmten dem zu.

Keine Ideallösung, aber eine, mit der der Erdinger Stadtrat und das Staatliche Bauamt Freising, zuständig für Bundesstraßen, leben können, ist die so genannte Holländer Rampe. Sie soll das Linksabbiegen auf der unfallträchtigen Abzweigung zum und vom Gewerbegebiet Erding-Süd künftig ausschließen. Die Rampe ersetzt die zunächst geplante Auffahrtsschleife, die östlich der B 388 wesentlich mehr Platz beansprucht hätte.

Der Stadtrat war in Zugzwang, denn das Staatliche Bauamt hatte damit gedroht, das Linksabbiegen von und zur B 388 an dieser Stelle zu untersagen. Damit wäre das Gewerbegebiet seiner wichtigsten Zufahrt beraubt worden. Außerdem befürchtete Bürgermeister Max Gotz (CSU), der Verkehr könnte durch Altenerding und Bergham gelenkt werden.

Bei der Holländer Rampe biegen die Linkssabbieger, die Richtung Moosinning wollen, auf der Berghamer Straße rechts ab, fahren parallel zur B 388 über eine Brücke über die Lange Feldstraße, dann unter der B 388 durch nach links und schleifen wieder auf die Bundesstraße ein. Die Autofahrer, die aus dem Westen Erdings kommen, fahren rechts von der B 388 ab, unterqueren die se und kommen auf der neu zu bauenden Parallelstraße wieder auf die Berghamer Straße.

„Das ist wohl eine Lösung, der man zustimmen kann. Sie bringt uns am ehesten weiter“, meinte Jakob Mittermeier (CSU). Auch die UWE-Fraktion akzeptierte die Holländer Rampe. Johanna Heindl hatte bei der ursprünglichen Einschleifungsvariante die Nähe zum neuen Pfarrkindergarten in Altenerding moniert und auf die zu erwartende Lärmbelästigung verwiesen. Der Abstand von Wohnbebauung, Kindergarten und Seniorenheim sei nun wesentlich größer, betonte die Bauverwaltung.

Einzig Günther Kuhn (Grüne) lehnte die neue Lösung ab. Er plädierte dafür, erst einmal dafür zu sorgen, dass die Autofahrer das Tempolimit von 70 km/h auf der B 388 einhielten. Dann würden nicht so viele Unfälle passieren.

Mit der Entscheidung für die Holländer Rampe dürfte auch der Widerstand des Staatlichen Bauamtes gegen das Baugebiet zwischen B 388 und Herzogstandstraße bröckeln, das zu nahe an der Bundesstraße liegt. Der Investor, der dort Häuser verkaufen will, lasse prüfen, inwieweit die Kosten für die Rampe umgelegt werden können. (zie)

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