Erleichterungen beim Kommunalpass

Wohnungsproblem: Der Druck wächst

40 Prozent der Asylbewerber anerkannt

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Fast 40 Prozent der Flüchtlinge in den Unterkünften im Landkreis sind anerkannt. Doch ohne eigene Wohnung bleiben sie als „Fehlbeleger“ in den Einrichtungen.

Landkreis 1110 Asylbewerber leben derzeit im Landkreis Erding. Nach Angaben des Landratsamtes sind mittlerweile 433 dieser Menschen sogenannte Fehlbeleger. Das heißt: Sie sind als Asylbewerber anerkannt und dürften sich eine eigene Bleibe suchen. Nur finden sie selten eine Wohnung. Also bleiben die Flüchtlinge in den 86 dezentralen Unterkünften. Dort werden sie vom Landratsamt geduldet, obwohl die Behörde nicht für diese Gruppe zuständig ist. „Die Wohnungssuche ist das allergrößte Problem“, sagt Margot Hoigt, die neue Vorsitzende der Aktionsgruppe Asyl (AGA).

Die Erdingerin will demnächst einen Termin mit Landrat Martin Bayerstorfer vereinbaren. Dann wird das auf jeden Fall eines der Themen sein, das sie ansprechen wird. Schon am vergangenen Dienstag hat der CSU-Politiker ein Treffen mit zwei ehrenamtlichen Asyl-Helferinnen gehabt. In einer Pressemitteilung des Landratsamtes ist hier von einem „regen Austausch“ die Rede. Trotz nach wie vor unterschiedlicher Meinungen zum Kommunalpass sei es dem Landrat wichtig, „die Kommunikation mit den ehrenamtlichen Helfern aufrecht zu erhalten“.

Vor kurzem hatte das Landratsamt beim Kommunalpass seine Linie geändert. Statt nur 43 Prozent der Bezüge kann der Großteil der Asylbewerber das komplette Guthaben von der Bezahlkarte bar am Bankautomaten abheben (wir berichteten). Dafür hatten Ehrenamtliche schon lange gekämpft.

„Das ist bewusst ein Zugehen auf die AGA – aber nicht auf Frau Brand“, sagt Bayerstorfer im Gespräch mit unserer Zeitung in Anspielung auf Hoigts Vorgängerin an der AGA-Spitze. Die Petition gegen den Kommunalpass sei vom Landtag als „erledigt“ erklärt und damit abgelehnt worden, betont Bayerstorfer. Die Entscheidung für die komplette Barabhebung soll den Flüchtlingen zugute kommen, die schon länge als 15 Monate hier sind und sich nichts zuschulden haben kommen lassen.

Gleichzeitig weitet das Landratsamt die Beratung der Asylbewerber aus. Neben Terminen in den Unterkünften sind ab dem zweiten Halbjahr auch Sprechzeiten im Fachbereich Asyl und im Jobcenter geplant. Ebenso wird den Kommunen das Angebot unterbreitet, dass Betreuerinnen einmal monatlich zu festen Sprechzeiten in die Rathäuser kommen. Dieses Angebot richtet sich sowohl an Flüchtlinge als auch an ehrenamtliche Helfer.

In diesem Zusammenhang betont der Landrat, dass die Zumutbarkeitsgrenze erreicht sei. Der Landkreis habe in den vergangenen Jahren eine überproportional große Last getragen. Für die Unterbringung eines Straftäters in der Oberdinger Gemeinschaftsunterkunft habe er keinerlei Verständnis, erklärt Bayerstorfer.

1110 Asylbewerber

leben im Landkreis. Verteilung auf Gemeinden: Dorfen 204 (inklusive Gemeinschaftsunterkunft Lindum), Erding 198, Taufkirchen 172, Oberding 86 (inklusive Gemeinschaftsunterkunft), Wartenberg 82, Forstern 36, Isen 35, Moosinning 27, St. Wolfgang 26, Ottenhofen 26, Fraunberg 24, Wörth 23, Berglern 22, Lengdorf 21, Pastetten 18, Hohenpolding 17, Inning 17, Bockhorn 15, Eitting 14, Langenpreising 10, Buch 9, Steinkirchen 8, Walpertskirchen 7, Finsing 7, Kirchberg 6.

Darunter sind 290 Kinder, 599 Männer und 221 Frauen.

Nationalitäten: 1. Afghanistan 30 %, 2. Nigeria 24 %, 3. Syrien 10 %, 4. Eritrea 7 %, 5. Pakistan 6 %, 6. 23 % aus 28 weiteren Herkunftsstaaten.

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