Mobile Hühnerställe haben Anton und Simone Schneider mit ihrer Tochter Veronika (2). Auch wenn der Auslauf derzeit wegen der Geflügelpest begrenzt ist, geht es den Hühnern gut. Die zwei Leibwächter Xari und Seppi passen auf die Tiere auf
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Mobile Hühnerställe haben Anton und Simone Schneider mit ihrer Tochter Veronika (2). Auch wenn der Auslauf derzeit wegen der Geflügelpest begrenzt ist, geht es den Hühnern gut. Die zwei Leibwächter Xari und Seppi passen auf die Tiere auf.

Hochsaison bei Familie Schneider aus Weizenbach – „Zehn verrückte Tage“

Ostern ist ein Kraftakt: Bei Schneiders wohnen 700 Hühner mit zwei Leibwächtern

  • vonAlexandra Anderka
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700 Hühner tummeln sich, verteilt auf zwei mobile Ställe, auf dem Hof der Familie Schneider in Weizenbach bei St. Wolfgang. „Zehn verrückte Tage“ erlebt die Familie gerade, denn es ist Osterzeit, und alle wollen Eier.

Weizenbach - Schon in fünfter Generation führen Simone (30) und Anton (34) Schneider das landwirtschaftliche Unternehmen, wo sie in zwei mobilen Ställen Hühner halten. Es passiere regelmäßig, dass Kunden am Ostersonntag klingeln und um ein paar Eier betteln würden, erzählt die 30-Jährige lachend. Und jedes Jahr geraten auch sie in Not, „denn das Huhn legt halt nur ein Ei am Tag“, sagt die Bäuerin. „An Ostern gehen uns jeden Tag die Eier aus.“ Das Geschäft sei um die Weihnachtszeit mindestens genauso gut wie an Ostern, doch da verteile sich die Nachfrage auf mindestens vier Wochen.

Das Osterei ist einfach etwas Besonderes

Das Ei werde an Ostern deshalb so geschätzt, weil es im Christentum lange Zeit als Symbol für neues Leben und Fruchtbarkeit galt, weiß Kreisbäuerin Irmgard Posch. „Das Essen von Eiern war den Gläubigen während der Fastenzeit nicht erlaubt. Nach vierzig Tagen konnten am Ostersonntag dann endlich wieder Eier genossen werden. Das machte das Ei an diesem Tage zu etwas Besonderem. Und das ist bis heute so geblieben.“

Hühner in Freilandhaltung

Die Schneiders beherbergen ihre Hühner in der Freilandhaltung. Auf diese Form entfallen in Bayern laut Angaben des Bayerischen Bauernverbands 27 Prozent aller Haltungsplätze. Die Hennen haben außerhalb des Stalls Zugang zu begrüntem Freiland – jedem Huhn stehen dabei mindestens vier Quadratmeter zur Verfügung.

Bei der Bodenhaltung, die macht rund 55 Prozent in Bayern aus, können sich die Tiere frei im Stall bewegen, bis zu neun Hühner dürfen pro Quadratmeter gehalten werden. Die ökologische Freilandhaltung (17 Prozent) bietet noch mehr Freifläche und ökologisches Futter, Käfighaltung ist in Deutschland verboten.

Allerdings gibt Anton Schneider zu bedenken, dass nur 72 Prozent des Bedarfs mit inländischen Produkten gedeckt werden könnten, der Rest komme vom Ausland, und da gelten andere Regeln.

Die Schneiders setzen auf konventionell und regional

Die Schneiders setzen auf konventionell und regional. Sie halten Lohmann-Braun, sogenannte Hybridhennen, eine Kreuzung aus mehreren Rassen. Diese hätten den Vorteil, dass sie ruhiger seien, gleichmäßig große und viele Eier legen würden. Das Futter komme zum großen Teil von den eigenen Feldern, lediglich genfreies Soja kauft Anton Schneider zu. Rund 240 Eier isst der Deutsche pro Jahr. Seit der Pandemie sei der Verbrauch noch höher, sagt Simone Schneider.

700 Hühner in zwei mobilen Ställen

Normalerweise sind die 700 Hühner in Weizenbach auf zwei mobile Ställe mit genügend Auslauf verteilt, doch derzeit wird ihnen dieser wegen der mittlerweile im Landkreis angekommenen Geflügelpest verwehrt. „Schwierig und schade“ findet das der Landwirt, deshalb hat er seinen Hühnern ein Zelt aufgebaut – mit einer Schaukel, Strohballen und Körben mit Weizen-Briketts und Karotten. „Die Hühner müssen beschäftigt sein“, erklärt der 34-Jährige, am meisten würden sie ihr Sandbad in einem Container genießen. „Das dient zur Gefiederpflege und beugt Milbenbefall vor“, weiß der 34-Jährige.

Ziege und Schaf schützen gegen Habichte

Der Zwergziegenbock Seppi und der Kamerunschafbock Xari sind „die Bodyguards“. „Seitdem wir die beiden haben, machen Habichte wirklich einen Bogen um unsere Hühner“, sagt Anton Schneider.

Die mobile Freilandhaltung bedeutet lautet dem gleichnamigen Bundesverband einen bis zu 14-fach höheren Arbeitsaufwand, denn rund alle zwei Wochen sind Umzüge zu neuen, frischen Wiesen nötig. Anton Schneider ist froh, dass er mit dieser Haltungsform nicht nur das Leben der Hühner stressfreier gestalten, sondern auch einen Beitrag für die Umwelt leisten kann. Denn „die Nährstoffe, die die Hühner ausscheiden, werden in der Auslauffläche verteilt und von den Pflanzenwurzeln aufgenommen. Das schont das Grundwasser.“

Momentan ist die Eiersituation angespannt

Momentan ist die Eiersituation bei Familie Schneider angespannt, aber wer am Ostersonntag Not hat, kann ja mal in Schneiders Hofladl direkt an der B 15 in Großschwindau sein Glück versuchen. Er ist immer offen.

Rezept Osternester

Zutaten: 500 Gramm Weizenmehl, 200 ml Milch, 1 Würfel Hefe, 75 Gramm Zucker, 1 Prise Salz, 1 Ei und 50 Gramm weiche Butter. 1 Eigelb und 2 EL Sahne zum Bepinseln, 2 EL gehackte Mandeln zum Bestreuen.

Zubereitung: Das Mehl in eine Schüssel geben, die Milch lauwarm erwärmen, die Hefe hineinbröseln und darin auflösen. Hefemilch, Zucker, Ei und Butter zum Mehl geben, mit dem Knethaken des Handrührgerätes 5 Minuten zu einem glatten Teig verarbeiten. Abgedeckt an einem warmen Ort einen Stunde gehen lassen. Den Teig zur Rolle formen und in 12 gleichmäßige Stücke teilen. Diese auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu etwas 30 Zentimeter langen Strängen rollen. Mit dem Messer längs halbieren, dabei ein Ende nicht durchtrennen. Die Hälfte spiralförmig ineinander drehen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und 20 Minuten abgedeckt ruhen lassen. Den Backofen auf 170 Grad Umluft vorheizen. Eigelb und Sahne verquirlen und die Teiglinge damit bepinseln. Mit Mandeln bestreuen und 20 bis 25 Minuten backen. Guten Appetit wünscht Simone Schneider.

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