Freut sich auf die Pflanzzeit: Bernd Grabert. Der Vorsitzende des Kleingärtnervereins Erding hält eine Paprika-Pflanze in der Hand und hat in seiner Kleingarten-Parzelle einige Obstbäume und auch Osterglocken.
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Freut sich auf die Pflanzzeit: Bernd Grabert. Der Vorsitzende des Kleingärtnervereins Erding hält eine Paprika-Pflanze in der Hand und hat in seiner Kleingarten-Parzelle einige Obstbäume und auch Osterglocken.

Tipps fürs Pflanzen von Gemüse und Co. von den Gartler-Chefs im Landkreis Erding

Ab in den Garten

Erding - Die Hobbygartler im Landkreis stehen in den Startlöchern. Die Gärten und Beete sind vorbereitet. Was und wann gepflanzt werden kann, das verraten einige Experten hier.

Der Anbau von Gemüse im eigenen Garten liegt voll im Trend. Um im Spätsommer ernten zu können, muss man frühzeitig mit dem Pflanzen beginnen. Jetzt ist die ideale Zeit dafür, sagt Brigitte Murla, seit fast sieben Jahren Vorsitzende des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege. „Bei Gemüsepflanzen ist jedoch ein Ernteverfrühungsvlies notwendig, das leichten Frost abhalten kann“, erklärt sie angesichts der noch kühlen Nächte.

Bernd Grabert, Vorsitzender des Kleingärtnervereins Erding, rät: „Tomaten dürfen vor den Eisheiligen noch nicht gepflanzt werden. Wenn überhaupt könnten diese in einem Gewächshaus, dann aber nur mit Vlies abgedeckt, eingepflanzt werden.“ Auch Silke Hilger, Vorsitzende des Gartenbauvereins Moosinning, wartet mit dem Einsetzen von Gemüse bis nach den Eisheiligen (11. bis 15. Mai).

„Pflanzt du mich im April, dann komm’ ich, wann ich will. Pflanzt du mich im Mai, dann komm’ ich glei.“ An dieses Sprichwort hält sich Rudi Brand, Chef des Gartenbauvereins St. Wolfgang. Er rät, ab Mai beispielsweise Radieschen zu pflanzen. Im Gewächshaus, sei es das schon früher möglich. „Heuer ist der April zwar relativ kühl, Salatpflanzen können aber jetzt schon in das Hochbeet gesetzt werden“, so Brand.

„Ich habe jetzt Radieschen und werde später Eisbergsalat zusammen in einem Hochbeet pflanzen. Im nächsten befinden sich Buschbohnen und Karotten und im dritten Sellerie und Pflücksalat“, erzählt Hilger. Ist der Salat abgeerntet, setzt sie Radieschen – und umgekehrt. „Alles, was in den Boden einwurzelt, kann auch im April schon angebaut werden. Radi und Radieschen sind beispielsweise relativ unempfindlich.“

Brands Tipp: „Im Hochbeet sollte man darauf achten, dass sich die Pflanzen gegenseitig schützen. Bei einem Starkzehrer, werden alle Nährstoffe aus dem Boden gezogen, weshalb nur noch wenige übrig bleiben.“

Und wie bekämpft man Schnecken und andere Schädlinge? „Gegen Schneckenbefall am Boden hilft nur, diese von Hand zu entfernen, wenn man keine Chemikeule wie Schneckenkorn verwenden möchte“, sagt Hilger. „Am besten ist es, Steine in den Garten zu legen, unter denen sich die Gelege der Schnecken sammeln“, rät Brand. Um die Schnecken abzufangen, bevor sie den Gemüsegarten erreichen, helfe beispielsweise biologisches Schneckenkorn unter den Sträuchern oder Hecken.

Von Läusen könne man die Pflanzen mit Spülmittel-Lauge befreien oder die Schädlinge in Einzelfällen mit einem Handschuh von den Blättern streifen, sagt Grabert. Er rät dazu, neben Gemüse bienenfreundliche Blumen oder Gräser zu pflanzen und – wenn genug Platz ist – Obstbäume. Viele von ihnen blühen aktuell schon, weshalb er auf die Bewässerung achten muss. „Sollte die Kälte noch einmal zurückkommen, müssen die Bäume ebenfalls mit Vlies abgedeckt werden“, betont Grabert.

Murla rät Anfängern, beispielsweise einen Johannisbaumstrauch einzupflanzen. „In kleineren Gärten gibt es auch die Möglichkeit, kleine Obstgehölze wie die Stachelbeere als Hochstamm zu pflanzen.“

Brand weiß, dass „Obstbäume, die sich im Topf befinden, das ganze Jahr gepflanzt werden können“. Aber bei nackter Wurzelware sei es an der Zeit, diese zu pflanzen, „da sie schon austreiben.“ Die Unterlage der Bäume sollte mindestens zehn Zentimeter über der Erde sein, wenn das Loch aufgefüllt wird. Dabei müsse die Veredelungsstelle frei sein.

Gibt es Trends? „Die Staude des Jahres ist die Schafgarbe“, sagt Murla. Diese blühe in natürlicher Form weiß und gelte als medizinische Pflanze. „Sie ist aber auch in Gelb, Rot oder Orange erhältlich und benötigt ein kiesiges Substrat als Untergrund“.

Ein weiterer Tipp von ihr: In wenigen Wochen könne man beispielsweise schon einjährige Pflanzen wie bienenfreundliche Ringelblumen oder Schmuckkörbchen aussähen. Damit mache man auch den Bienen eine Freude. MELINA GRUBER

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