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Knapp acht Millionen Euro pro Jahr kalkuliert der Landkreis allein für die Beseitigung des Hausmülls. 

Abfallwirtschaft 

Millionen-Überschuss: Müllgebühr sinkt

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Gute Nachricht für die Bürger: Zu Beginn des neuen Jahres senkt der Landkreis seine Hausmüllgebühren um durchschnittlich 6,4 Prozent. Sperrmüll kann künftig auch selbst angeliefert werden – bis zu zwei Kubikmeter kostenlos.

Erding Müll ist ein lukratives Geschäft, mit dem sich viel Geld verdienen lässt. Der Landkreis hat in den vergangenen Jahren mit den Abfällen gut gewirtschaftet. Davon profitieren nun die Bürger. Die Müllgebühren sinken im Zeitraum der nächsten vier Jahre – zum zweiten Mal nach 2014. Der Kreistag stimmte der Verordnung am Montag einstimmig zu.

Die 60-Liter-Tonne für bis zu drei Personen kostet künftig 10,40 Euro im Monat, 30 Cent weniger als bis dato. Für die 80-Liter-Tonne (bis vier Personen) werden zwölf Euro (12,60) fällig, für 120 Liter (bis sechs Personen) 15,10 Euro (16,20), für 240 Liter (bis zwölf Personen) 26,40 Euro (28,80) und für 1100 Liter (bis 55 Personen) 124,70 (136,10). Wer Hausmüll selbst an der Umladestation in Isen anliefert, kommt in den Genuss von einer Senkung um 1,46 Prozent. Restmüllsäcke kosten unverändert drei Euro.

Günstiger wird auch die Entsorgung alter Autoreifen. Reifen mit Felge kosten sechs statt 8,50 Euro, Reifen ohne Felge 2,50 statt vier Euro.

Beim Sperrmüll gibt es ab 1. April 2018 eine Neuerung. Es bleibt dabei, dass man bei den halbjährlichen Sammlungen nach Voranmeldung bis zu zwei Kubikmeter pro Jahr kostenlos abholen lassen kann. Neu ist, dass man diese Menge auch selbst in Isen vorbeibringen kann. Die Entsorgung auf den Wertstoffhöfen kostet nach wie vor zehn Euro pro Kubikmeter. Der halbe kostet fünf, der viertelte 2,50 Euro. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) wies darauf hin, dass die tatsächlichen Kosten deutlich höher seien. Man wolle jedoch einen „Anreiz für eine ordnungsgemäße Sperrmüllentsorgung“ geben.

Der Landkreis kann sich wegen Überschüssen die Gebührensenkung leisten. 3,8 Millionen Euro betrug das Plus seit 2014. Hinzu kommt, dass keine Entnahmen aus der Rücklage erforderlich waren. Ede des Jahres wird die „hohe Kante“ auf knapp 11,5 Millionen anwachsen. Bayerstorfer lobte aber auch die Trennmoral der Bürger. „Das ist lobenswert, denn das spart enorm Kosten.“

In die Gesamtrechnung fließen auch Betrieb, Pflege und Sanierung der Deponien ein. Der hohe Überschuss liegt nach den Worten Bayerstorfers unter anderem an der noch nicht erfolgten Sanierung in Unterriesbach, für die fünf Millionen Euro kalkuliert sind. Hinzu kommen günstigere Treibstoff- sowie gestiegene Wertstoffpreise etwa beim Altpapier.

Die Abfallwirtschaft steht bis 2021 vor Herausforderungen. Für die Müllumladestation in Isen sind ab 2019 rund 4,5 Millionen Euro zur Verbesserung und Umgestaltung des Betriebsgeländes eingeplant. Sukzessive werden einzelne Recyclinghöfe umgebaut und erweitert. Beschlossen sind bereits Maßnahmen in Bockhorn, Inning sowie der der geplante neue Wertstoffhof in Erding-West.

Einen Millionenaufwand verursachen zudem die Deponie in Unterriesbach sowie die ehemalige Kreismülldeponie in Köglreit (beides Taufkirchen). In Unterriesbach geht es unter anderem um die Sanierung des Sickerwassersystems, die Ertüchtigung der Gasschächte und die Oberflächenabdichtung für rund fünf Millionen Euro, in Köglreit um die Rekultivierung für knapp 500 000 Euro.

Von Hans Moritz

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