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Gar nicht so einfach ist der Umstieg von Plasti k auf Mehrweg. Der Kaffeeautomat im Landratsamt steht schon, auch der Schrank mit den Tassen. Noch ist er allerdings nicht in Betrieb. 

Abfallwirtschaft 

Plastik ist passé: Landkreis Erding möchte so weit wie möglich auf Einweg verzichten

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Plastik ist nicht gut für die Umwelt, deshalb sagt der Landkreis Einweg den Kampf an. Man möchte soweit es geht darauf verzichten. 

Erding – Der Landkreis sagt Einweg den Kampf an, vor allem dem Plastik. Dazu hat die Abfallwirtschaft ein eigenes Vermeidungskonzept entwickelt, das Andreas Neumaier im Umweltausschuss des Kreistags vorstellte. Gemeinden, Vereine und Bürger sollen sich anschließen. Es wird sogar über finanzielle Förderung nachgedacht.

Plastik ist in der Kreisverwaltung auf dem Rückzug. Und das sieht man auch schon: Der Kaffeeautomat im Foyer, der Plastikbecher ausspuckte, ist verschwunden. Der Nachfolger ist schon da, inklusive Schrank mit (Keramik-)Tassen. Nur laufen tut er noch nicht.

Wer im Sitzungssaal Milch in den Kaffee gießen möchte, findet neuerdings ein Glasfläschchen. Wie weit der Weg zu einem Amtsleben ohne Plastik ist, beweist der Tisch, an dem in den Sitzungen der Landrat und die Referenten der Verwaltung sitzen: Dort findet man noch Kondensmilchdöschen – aus Plastik. „Die werden auch noch ersetzt“, versprach Neumaier und wedelte mit einem der Becherchen.

Der Chef der Abfallwirtschaft sagte aber auch: „Ganz werden wir auf Plastik auch in Zukunft nicht verzichten können. Denn Kunststoff hat auch seine Vorteile, etwa bei der Hygiene.“ Doch wo er ersetzbar ist, soll er verschwinden.

Freiwilliges Engagement

Den Auftrag fürs Plastikvermeidungskonzept hatte der Umweltausschuss erst am 25. November vergangenen Jahres erteilt. Nun konnte Neumaier ein zehnseitiges Konzept vorstellen. Aus Gründen des Ressourcenschutzes wurde es nicht auf Papier ausgedruckt, sondern per Beamer an die Wand geworfen. Neumaier stellte klar: „Wir können nur Tipps geben und niemanden zwingen. Denn wir haben hier keine Gesetzeskompetenz.“ Das Konzept setze vielmehr auf Einsicht und Freiwilligkeit.

Der Landkreis fängt nach den Worten Neumaiers bei sich selbst an. „Wir stellen in den eigenen Einrichtungen auf Mehrweg um. Das gilt auch für unsere Veranstaltungen, Sportstätten und Schulen.“ Anschaffung und Einsatz von Geschirr- und Spülmobilen wolle man fördern. Denkbar sei das auch bei Unverpackt-Läden. Für die Abfall-Fibel 2021 kündigte Neumaier eine Verbraucherinformation an. Die gebe es auch in der Abfall-App des Landkreises sowie auf der Homepage. Ein Flyer zur Plastikvermeidung werde bereits verteilt.

Neumaier will mit der Wirtschaft, etwa Hotellerie und Gastronomie, sowie mit Privatinitiativen, darunter ehrenamtliche Müllsammler, kooperieren. „Auf diesem Weg erreichen wir noch mehr Menschen.“

Petra Bauernfeind (FW) erkundigte sich nach der tatsächlichen Recyclingquote des Inhalts der Gelben Säcke. Neumaier erklärte, dies sei Angelegenheit des Dualen Systems Deutschlands (DSD), das im Landkreis mit den Entsorgern Wurzer (Eitting) und Heinz (Moosburg) zusammenarbeitet.

Der gesetzlich vorgeschriebene Recyclinganteil müsse 80 Prozent betragen, 20 Prozent seien Störstoffe. Von den 80 Prozent müsse die Hälfte stofflich verwertet, also wiederaufbereitet werden. Beim Rest handle es sich oft um Verbundstoffe. „Sie kommen in die Zement-Herstellung“, klärte Neumaier auf. Das Problem sei, dass die Hersteller unterschiedliche Kunststoffe verwendeten, was das Recycling erschwere.

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