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Die Beschädigung zeigt WBV-Chef Mehringer. 

Abgesägte Äste, abgeschabte Stämme 

Zerstörungswut in den Wäldern

Immer öfter werden Waldbesitzer Opfer von Vandalismus. Bäume werden laienhaft umgesägt oder Stämme irreparabel beschädigt. Die Chance, Täter zu ergreifen, ist gering.

Erding/Dorfen Rainer Mehringer, Vorsitzender und Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Erding, bittet an den Tatort: Im Wald von Baron Alexander von Hammerstein bei Aufhausen können er und Försterin Alexandra Hörand gleich mehrere Fälle vorführen: Da ist in einem Meter Höhe eine Birke einfach abgesägt worden, der Stamm blieb größtenteils liegen. Von Hammerstein klagt: „Das ist Sachbeschädigung.“

Für Mehringer und die Försterin weit schlimmer ist ein anderer Fall keine 200 Meter entfernt im selben Waldgebiet: Da ist mit einer Axt auf einer erheblichen Fläche die Rinde von einer Fichte glatt abgeschält worden.

Mehringer stellt fest: „Die Fälle von mutwilligen Zerstörungen und Sachbeschädigungen im Wald häufen sich. Er richtet einen dringenden Appell an die Öffentlichkeit, diesem Treiben zu begegnen. „Es gibt ein Betretungsrecht. Das schreibt die Bayerische Verfassung fest, und das ist auch gut so. Die größten Teile des Waldes sind aber in Privatbesitz. Alles, was wir Waldbesitzer verlangen, ist, dass die Leute sich entsprechend verhalten.“

Zurück zur abgeschälten Fichte: Was auf den ersten Blick wie ein Rückeschaden aussieht – eine ärgerliche Beschädigung an Bäumen, wie sie bei Waldarbeiten vorkommen – ist nach den Erkenntnissen der Waldbesitzervereinigung Vorsatz. Der WBV-Chef erkennt das an den glatten Rändern.

Die Folgen solcher Aktionen sind für den Wald drastisch: „Da geht die Rotfäule rein, das entwertet das Holz total. Und dann wird der Baum geschwächt. Das macht ihn anfällig für den Borkenkäfer, der von hier aus den ganzen Bestand befallen kann.“

Die Konsequenz: Der Baum muss schnellstens gefällt werden. Hörand schüttelt den Kopf: „Wer macht so was? Was soll das?“ Die Waldbesitzer haben landkreisweit mit dieser Form von Vandalismus zu kämpfen. Mehringer nennt das Schlossholz bei Finsing, vor allem aber den ganzen Raum Dorfen. Da seien Schutzmaßnahmen rund um Bäume weggerissen, Neuanpflanzungen mutwillig beschädigt und heraus gerissen worden. Da werde der Schaden noch einmal höher, denn hinter den Pflanzungen stehe Arbeitszeit.

Auch die aufwändige Naturverjüngung sei im Raum Dorfen schon mutwillig in Teilen zerstört worden. Dazu kommen illegal angebrachte Markierungen an Bäumen, die möglicherweise sogar die Vorbereitung weiterer Straftaten wie Holzdiebstahl sein könnten. „Das tut man nicht“, empört sich Hörand. Baron von Hammerstein ist betrübt: „Zehn Bäume sind mindestens allein hier schon demoliert worden.“

Klaus Kuhn

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