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Es darf gejubelt werden: die besten Abiturienten des Anne-Frank-Gymnasiums Erding sind (vorne, v.l.): Maysa Lippmann, Franziska Ommer, Julia Stöckl, Pia Lehner; (hinten, v.l.) Amelie Topf, Georg Hanslmaier, Julian Bauer, Simon Bauer und Michael Kania.
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Die besten KAG-Abiturierten sind (v.l.) Verena Pirschlinger, Tobias Pfauser und Carolin Heilmeier. Sie haben einen Notenschnitt von 1,0.

Notenbekanntgabe

Abiturienten in Erding: „Es war ein starker Jahrgang“

Die 265 Abiturienten in Erding haben der Corona-Krise getrotzt: Sie lieferten starke Noten ab, die besten schafften einen Schnitt von 1,0.

VON JULIA PFEIL UND KATHI KRONTHALER

Erding – Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Getreu diesem Motto sind 265 Schüler des Korbinian-Aigner-Gymnasiums (KAG) und des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) in Erding heuer mit Mundschutz und ausreichend Abstand zu den Abiturprüfungen angetreten. Es gab wieder Spitzenergebnisse.

Ein vorläufiger Notendurchschnitt von 2,2 zeigt, dass die 163 Abiturienten des KAG trotz Unterrichtsausfällen und Homeschooling überdurchschnittliches Engagement und Disziplin unter Beweis gestellt haben. Dieser Ansicht ist auch Barbara Huber. Die Oberstufenbetreuerin ist beeindruckt: „Es war ein starker Jahrgang. Die Absolventen waren sehr gewissenhaft, freundlich und genauso leistungsstark wie erwartet.“ Trotz der Umstände und entgegen erster Befürchtungen entpuppte sich die Abschlussprüfung laut Huber als „fair und machbar“.

Mehr als ein Drittel der Abiturienten am KAG hat doppelten Grund zur Freunde. 58 von ihnen dürfen sich über eine Eins vor dem Komma freuen. Elias Kurzbuch, Lara Biener, Jonas Gurman, Linda Müller, Markus Hamberger, Patrizia Landerl, Sophie Kilders und Alice Geyer erzielten einen Schnitt von 1,1 beziehungsweise 1,2.

Die Bestnote wurde am Freitagnachmittag dreimal vergeben. „Wenn ich einen Hut hätte, würde ich ihn vor euch ziehen“, sagt KAG-Leiterin Andrea Hafner dazu. Verena Pirschlinger (19) aus Erding, Tobias Pfauser (18) aus Feldkirchen und Carolin Heilmeier (19) aus Weipersdorf dürfen sich über einen Abi-Schnitt von 1,0 freuen.

„Der Online-Unterricht erforderte mehr Eigeninitiative, da man seinen Tag fortan selbst strukturieren musste“, beschreibt Pfauser die coronabedingten Umstände. Im Wintersemester möchte der Feldkirchener in München ein Jurastudium beginnen. Für Heilmeier war „die virtuelle Form des Lernens zwar stressig, aber eine gute Lektion für die Zukunft. Schließlich werden auch im späteren Berufsleben Eigenständigkeit und Selbstvorbereitung gefordert“, sagt die 19-Jährige, die ab Oktober Physik in Konstanz studieren wird.

Für Wolfgang Huber, Mitglied der Schulleitung, hat sich das Online-Format aus technischer und organisatorischer Sicht bewährt: „Die Schüler haben zuverlässig mitgearbeitet und rege am Unterricht teilgenommen.“ Eine große Unsicherheit stellten laut Hafner die zu diesem Zeitpunkt schwankenden Infektionszahlen dar. „Die Zeit war für Schüler und Lehrer sehr belastend.“

Nach der Notenbekanntgabe am Freitag gewährten die drei Schulbesten einen Einblick in ihr Erfolgsrezept: „Ich habe stark von meinen Erfahrungen aus der Mädchenrealschule profitiert“, ist Pirschlinger überzeugt. Die 19-Jährige zieht ein berufsbegleitendes Studium, in dem man Journalismus und Geschichte vereinen kann, in Erwägung.

Die große Freude über das bestandene Abitur wird wegen der Corona-Krise im kleinen Kreis zelebriert. Einige Absolventen müssen sich allerdings gedulden. Auf sie wartet die Nachprüfung.

Auch am Anne-Frank-Gymnasium gibt es Grund zum Jubeln. Neun der insgesamt 102 Abiturienten dort haben einen Schnitt von 1,0 und 1,1 geschafft. Das Abitur, so Oberstufenkoordinator Alexander Wolf, habe dieses Jahr durch die Corona-Krise eine viel höhere Disziplin von dem Schülern verlangt. „Die Details waren lange ungewiss, und gegen Ostern hat man durchaus gemerkt, dass wirklich ein Tiefpunkt erreicht war.“ Die Schüler hätten sich aber durchgekämpft. Der Jahrgangsnotendurchschnitt liegt am AFG bei starken 2,1. Nur drei der insgesamt 102 Abiturienten müssen noch bangen und in die mündliche Nachprüfung. Wolf ist zuversichtlich: „Es ist für sie noch alles möglich.“

Die lange Lernzeit durch Corona war nicht unbedingt ein Nachteil, fanden Georg Hanslmaier (18) aus Pretzen und Maysa Lippmann (18) aus Erding. Sie setzten auch auf das Verfassen von Zusammenfassungen, jetzt sind ein Jura- und ein Informatik-Studium die nächsten Ziele der beiden. Für Franziska Ommer (18) aus Buch am Buchrain und Julia Stöckl (17) war es beinahe zu viel Zeit. „Da war es gar nicht so einfach, motiviert zu bleiben“, sagt Ommer. Das findet auch Julian Bauer (18) aus Kirchasch.

Ommer möchte ein duales Informatikstudium beginnen, Bauer und Stöckl interessieren sich für Psychologie. Stöckl bekennt, sich sogar ein bisschen weniger vorbereitet zu haben, als selbst erwartet.

Pia Lehner (18) aus Ottenhofen und Michael Kania (17) aus Erding versuchten, sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen, den Lernstoff gut aufzuteilen und auf Verständnis statt Auswendiglernen zu setzen. Simon Bauer (18) hatte ein anderes Erfolgsrezept: Zwischendrin einfach mal einen Nachmittag am Weiher in der Sonne verbringen statt nur durchzupauken.

Für ihn ist das Lernen und Üben noch nicht vorbei. Es steht eine Aufnahmeprüfung fürs Kirchenmusik-Studium an. Lehner wird in Regensburg Wirtschaftsinformatik studieren, Kania will sich erst noch einen Zukunftsplan überlegen. Monatelang die Welt zu bereisen, etwa mit Work and Travel, wird coronabedingt heuer schwer. Dies hatte auch Amelie Topf (18) vor, bevor sie ihr Medizinstudium beginnen wollte.

Egal, was die Zukunft bringt, in einem sind sich alle einig: Das Abitur bestanden zu haben, „ist einfach nur ein megageiles Gefühl. Mehr kann man dazu nicht sagen“, so Julian Bauer.

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