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Mit der schnellen Abstimmung über die Homo-Ehe hat die SPD die Union unter Druck gesetzt.

Abstimmung am Freitag im Bundestag

Ehe für alle: Lenz dagegen, Schurer dafür

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Die Ehe für alle spaltet das politische Berlin. Die unterschiedlichen Auffassungen reichen bis nach Erding. So wollen Andreas Lenz (CSU) und Ewald Schurer (SPD) am Freitag abstimmen.

Erding/Berlin - Der Bundestag wird am Freitag über die Ehe für alle abstimmen. Gleichgeschlechtliche Paare sollen nicht länger nur „eingetragene Lebensgemeinschaften“ eingehen können, sondern Ehen, die denen zwischen Mann und Frau gleichgestellt sind. Das Thema ist so brisant und vor allem in der Union derart umstritten, dass der Fraktionszwang aufgehoben wird. Die Abgeordneten sollen, so Kanzlerin Angela Merkel, nur ihrem Gewissen folgen.

Die Vertreter des Wahlkreises Erding-Ebersberg, Andreas Lenz (CSU) und Ewald Schurer (SPD), sind unterschiedlicher Meinung: Lenz lehnt die Homo-Ehe vorläufig ab, Schurer ist dafür.

Lenz stört sich schon daran, dass sich Merkel von der SPD hat überrumpeln lassen. Er hätte sich eine Anhörung und intensive Diskussion darüber gewünscht. Zudem meldet Lenz verfassungsrechtliche Bedenken an. Was das Adoptieren von Kindern durch gleichgeschlechtliche Eheleute betrifft, gibt es für ihn noch offene Fragen. „Auch aus diesem Grund werde ich mit Nein stimmen.“

Lenz stellt aber auch klar, dass er keinesfalls per se gegen Lebensgemeinschaften von Schwulen und Lesben ist: „Jeder ist, so wie er ist, von Gott gewollt.“ Immerhin zeige die Debatte, dass die Institution Ehe offensichtlich nach wie vor hoch im Kurs stehe. Für den Wahlkampf wünscht er sich einen Fokus auf die Familienförderung.

Für Schurer steht fest: „Ich werde mit Ja stimmen. Die Zeit ist reif dafür.“ Er sei zwar gläubiger Katholik, dennoch sei es richtig, die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen, so Schurer. „Daran wird die Gesellschaft gewiss nicht zerbrechen. Sie nimmt eher Schaden, wenn es immer weniger Menschen gibt, die unverbrüchlich zueinander stehen.“ Der Beschluss folge der Realität: „Schon heute kommen etwa in München 40 Prozent der Kinder aus Familien, die nicht dem klassischen Format entsprechen.“

Schurer will die Homo-Ehe mit allen Konsequenzen. „Das Erbrecht ist für verheiratete Schwule und Lesben dann in gleicher Weise anzuwenden. Warum sollen sie ein Kind mit weniger Liebe und Fürsorge erziehen als Väter und Mütter im herkömmlichen Stil?“

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