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Die Natur war schneller: Zwei Stürme fegten im Oktober über den Fliegerhorst hinweg, darunter auch eine Windhose. Seither ist diese Halle einsturzgefährdet und gesperrt. Die Ruine wirkt wie ein Symbol dafür, dass das Kapitel Militärgeschichte in Erding langsam, aber sicher zu Ende geht.

Abzug der Luftwaffe

Fliegerhorst: Jetzt wird’s ernst

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Im Erdinger Fliegerhorst wird das letzte Kapitel Militärgeschichte aufgeschlagen: Im Januar beginnt der Abzug des Stabs des Waffensystemunterstützungzentrums, das Herz der Luftwaffe. Einige Einheiten bleiben aber noch in Erding.

Erding - Das Damoklesschwert der Standort-Auflösung hängt seit 2011 über Erding und seinem Fliegerhorst. Nun, sechs Jahre später, wird der Abzug konkret. Mitte Januar zieht der erste Teil des Waffensystemunterstützungszentrums 1 nach Manching um. Dies teilt Oberst Stefan Schmid-Schickhardt mit, der als einer der ersten in den Norden Oberbayerns wechselt. Mitte Februar und Mitte März werden weitere Teile des Stabs dorthin verlegt. Insgesamt, so Fliegerhorst-Sprecher Peter Jentscher auf Anfrage unserer Zeitung, geht es um 80 Dienstposten. Zehn Prozent davon seien Zivilbeschäftigte.

In der Standortzeitung Quax berichtet Schmid-Schickhardt, dass die meisten Stabs-Angehörigen ihre Versetzungsverfügung mittlerweile erhalten hätten. „Dieser vor ein paar Monaten noch eine gefühlte Ewigkeit entferne Zeitpunkt Januar 2018 ist nun sehr greifbar geworden.“ Der Oberst gibt zu, dass im Rahmen der Umzüge „nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten“. Für den „weit überwiegenden“ Teil der Betroffenen hätten jedoch „gute Kompromisse gefunden“ werden können.

Wenn der Stab abgezogen ist, gehen im Fliegerhorst die Lichter noch lange nicht aus. Das Materialdepot wird nach den Worten Jentschers bis Ende 2018 bleiben. Es werde sukzessive aufgelöst.

Noch drei Jahre – im Lauf des Jahres 2021 soll der Standort komplett aufgegeben sein – bleiben das Instandsetzungszentrum 11, das für die Kampflugzeuge Tornado und Eurofighter zuständig ist, die Berufsfeuerwehr und die Sanitätsstaffel, das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum als Verwaltung sowie die Arbeitsgruppe Technische Unterstützung (AGTU), die eng mit dem Wehrwissenschaftlichen Institut zusammenarbeitet.

Apropos Wiweb: Das wird das Ende der Bundeswehr in Erding überdauern. Die Forschungseinrichtung genießt bis dato Bestandsschutz. Bleiben wird auch MTU. Der Münchner Konzern arbeitet im Erdinger Norden mit dem Militär zusammen.

Dass es mit dem Fliegerhorst zu Ende geht, schienen zwei heftige Stürme im Oktober symbolisch untermauern zu wollen. Am 3. Oktober fegte eine Windhose über das Areal und richtete enorme Schäden an. Am 28. und 29. Oktober wurden erneut orkanartige Winde gemessen. Eine Halle gilt seither als einsturzgefährdet.

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