+
Ab ins Bett heißt es für alle, die an der Grippe erkranken. Ein Wunderheilmittel gegen die Viren gibt es nicht, nur die Symptome können bekämpft werden.

Wetterwechsel und Kälte 

Ärzte-Alarm: Ein Drittel mehr Grippe-Kranke

  • schließen

Die Grippewelle hat den Landkreis Erding heuer deutlich schlimmer erwischt als in den vergangenen Jahren. Das liegt am Wetter und an einem unzureichenden Impfstoff. Immerhin: Es dürfte bald vorbei sein.

Erding – Es sind alarmierende Zahlen, die das Gesundheitsamt Erding auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt: 137 bestätigte Grippefälle sind der Gesundheitsbehörde seit Jahresbeginn gemeldet worden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nach Angaben von Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Landratsamts, nur etwa 100 gewesen.

Dieser Sprung um ein Drittel ist für Dr. Elmar Gerhardinger, Sprecher der niedergelassenen Ärzte, „nur die Spitze des Eisbergs“. Zum einen werde nicht in jedem Verdachtsfall der Test gemacht, dessen positives Ergebnis meldepflichtig ist. Zum zweiten gehe nicht jeder Grippeinfizierte zum Arzt.

Doch es sind genug, die in diesen Tagen einen der 60 bis 70 Hausärzte im Erdinger Land aufsuchen. Wer nur einen Termin zu einer Kontrolluntersuchung haben möchte, bekommt oft genug als Antwort: „Kommen Sie, wenn die Grippewelle rum ist.“

Doch warum wogt diese heuer so hoch? Gerhardinger, der eine Praxis in der Erdinger Innenstadt betreibt und Sprecher des Ärztlichen Kreisverbandes ist, hat dazu zwei Erklärungen. „Anfangs war das Wetter in diesem Winter wechselhaft mit teils signifikanten Wärme- und Kältesprüngen. Seit Tagen nun liegen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Trockene Kälte ist das ideale Klima für Grippe-Viren.“

Deswegen seien heuer so viele Erkrankte zu verzeichnen wie seit zwei Jahren nicht. Und: Die Grippe verbreitete sich laut Gerhardinger ungewöhnlich spät, nämlich erst ab Mitte Januar. „Normalerweise geht es bereits um Weihnachten los.“ Im Moment steuere man auf den Höhepunkt zu, ab März rechnet Gerhardinger mit einem spürbaren Abflauen.

Und noch etwas ist in diesem Winter anders als in den anderen: Viele Patienten, vor allem gesetzlich Versicherte, wurden mit einem Dreifach-Impfstoff behandelt. „Erst zu spät hat sich herausgestellt, dass diesmal ein Erreger besonders aggressiv ist, den der Schutz nicht abdeckt.“ „Influenza B-Virus vom Typ Yamagata“ heißt der Fiesling, der derzeit sein Unwesen treibt. Viele Kassen übernehmen aber die Kosten für den so genannten tetravalenten Impfstoff nicht. Deswegen leidet heuer auch so mancher Geimpfte an der Virusgrippe.

In ganz schlimmen Fällen bleibt den Patienten nur der Weg ins Krankenhaus. Denn es gibt auch schlimme Verläufe, bei denen sogar Lungenentzündungen diagnostiziert werden. „Gefährdet sind vor allem ältere und kranke Menschen mit ohnehin geschwächtem Immunsystem“, erklärt der Allgemeinarzt. „Diesem Personenkreis raten wir jedes Jahr, sich bereits im Herbst impfen zu lassen.“

Angespannte Lage auch am Klinikum

„Die Lage am Klinikum ist angespannt, aber es musste wegen der Grippe noch keine Abteilung geschlossen werden“, versichert Fiebrandt-Kirmeyer aus der Kreisverwaltung. Auch Teile des Personals habe es erwischt. „Die Influenza wirkt sich in beiden Häusern deutlich stärker aus als in früheren Jahren“, so die Sprecherin.

Und wie bekämpft man die Grippe? „Da es ein Virus ist, scheiden Antibiotika aus. Wir können nur gegen die Symptome vorgehen und diese lindern“, erklärt Gerhardinger – hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Schlappheit. „Bis man wieder ganz fit ist, vergehen schon zwei Wochen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Vor Ort beginnen, die Welt zu verändern“
Die Grünen haben einen eigenen Ortsverband Forstern/Pastetten aus der Taufe gehoben. Mit fünf Mitgliedern nimmt er seine Arbeit auf.
„Vor Ort beginnen, die Welt zu verändern“
Geklaut im dritten Anlauf
Mit 20 Mann hat der Burschenverein Hohenlinden Donnerstagnacht gegen 3.45 Uhr den Forsterner Maibaum gestohlen. Und zwar im dritten Anlauf.
Geklaut im dritten Anlauf
Gartenhaus niedergebrannt
Ein Grüntegernbacher dürfte am Freitagnachmittag mit großen Augen nach Hause gekommen sein. In seiner Abwesenheit hatte das Gartenhaus auf seinem Grundstück zu brennen …
Gartenhaus niedergebrannt
Wagen schleudert in Feld und überschlägt sich - Kind (5) kommt mit dem Schrecken davon
Nicht aufgepasst hat eine 37-jährige Audi-Fahrerin am Freitagmorgen. Sie nahm am Steuer ihres Audi einem Fiat die Vorfahrt. 
Wagen schleudert in Feld und überschlägt sich - Kind (5) kommt mit dem Schrecken davon

Kommentare