Landwirtschaft

Afrikanische Schweinepest: Schreder setzt auf Deeskalation

Die drohende afrikanische Schweinepest sorgt bei Landwirten wie bei Jägern für Sorgenfalten. 

Erding– Die drohende afrikanische Schweinepest sorgt bei Landwirten wie bei Jägern für Sorgenfalten. Am morgigen Dienstag findet Kreisjagdverbandsvorsitzendem Thomas Schreder zufolge eine große Besprechung im Landratsamt mit allen Beteiligten statt.

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) nannte vor der Jagdgenossenschaft Altenerding am Freitag (Bericht folgt) eine nicht unwichtige Zahl: 2017 seien im Kreis rund 200 Wildschweine geschossen worden. Vor zehn Jahren seien es 38 gewesen. Daran könne man sehen, wie sich die Wildschweinpopulation entwickelt habe. Vor diesem Hintergrund würden auch andere Jagdmethoden bis hin zum Einsatz von Nachtsichtgeräten diskutiert. Die Entscheidung liege beim Landratsamt.

„Wir müssen alles zur Seuchenprävention tun“, sagte der Minister. Dazu gehöre eine intensive Aufklärungsarbeit, mehrsprachig und an den Grenzen. „Wir sind auf den Export angewiesen“, so Brunner. Der Versorgungsgrad mit Schweinefleisch liege nämlich bei 120 Prozent.

Kreisjagdverbandsvorsitzender Schreder bedauerte, dass er wegen eines Paralleltermins nicht an der Versammlung teilnehmen konnte. Er konnte für den Kreis Erding ins Detail gehen. So ende die Jagd am 31. März, die Zahlen seien also noch nicht endgültig. „Es ist nicht so, dass die Wildsaubestände im Kreis Erding durch die Decke gehen“, so Schreder. „Die Jagdmethoden sind effektiv und zum Teil auch sehr erfolgreich.“ Gleichwohl werde die Gefahr erkannt. „Die Schweinepest ist eine existenzielle Bedrohung für alle Landwirte, die sich mit Schweinehaltung befassen“, sagte Schreder. „Wir wollen den Landwirten helfen, müssen aber auch die Wildbestände gesund erhalten“, so der Oberjäger im Kreis, der große Hoffnungen auf diese Tagung im Landratsamt setzt. „Wir wollen deeskalieren“, nannte er als ein Ziel.

Auch wollte er die Zahl der geschossenen Wildschweine in das richtige Verhältnis gesetzt wissen: „Im Kreis Ebersberg sind 850 Sauen geschossen worden, im Kreis Landshut 770“, sagte er. Vor diesem Hintergrund müsse man die jetzt neu diskutierten Jagdmethoden durchaus kritisch sehen. Der Einsatz von Nachtsichtgeräten nämlich kollidiere mit dem Bundeswaffengesetz, und das könne nur durch eine explizite Beauftragung durch das Landratsamt ausnahmsweise umgangen werden. Schreder dazu: „Da gibt es durchaus unterschiedliche Auffassungen.“

Gleichwohl sieht er gleichgelagerte Interessen, denn die Wildschweine verenden genau so wie die Hausschweine an dieser Seuche, sollte sie in den Landkreis eingeschleppt werden. Wie berichtet, hatte Kreisobmann Jakob Maier das Thema auch bei der jüngsten Versammlung des Bayerischen Bauernverbands in Fraunberg nicht ausgelassen – vor dem Hintergrund des Umgangs mit der Schweinepest in der veröffentlichten Meinung. Was bei der Rinderseuche passiert ist, gelte es zu vermeiden. Im Kern ging es auch ihm um das, was Schreder „Deeskalation“ nannte. Klaus Kuhn

Rubriklistenbild: © dpa

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