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Nicht meh r sicher fühlen sich einige Landratsamts-Mitarbeiter. Deswegen kommt jetzt ein Wachdienst.

Die Atmosphäre ist angespannt

Immer mehr aggressive Besucher: Wachdienst schützt Landratsamt

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Besucher des Landratsamts müssen damit rechnen, künftig am Eingang kontrolliert zu werden. Wegen Vorkommnissen vor allem in der Ausländerbehörde wird ein Wachdienst engagiert.

Erding – Die Situation ist besorgniserregend: In der Ausländerbehörde des Erdinger Landratsamts am Alois-Schießl-Platz sollen sich in den vergangenen Monaten immer wieder „bedrohliche Szenarien“ abgespielt haben. Dies erzählte Landrat Martin Bayerstorfer in der Steinkirchener Bürgerversammlung (wir berichteten). Konkreter wollte er nicht werden. Als Vorgesetzter habe er handeln müssen. Darauf habe auch der Personalrat gedrängt.

Teilweise muss es so grob gewesen sein, dass Mitarbeiter gedroht hätten, nicht mehr im Ausländeramt arbeiten zu wollen, sollte nicht mehr für ihre Sicherheit getan werden.

Personenüberwachung zum Schutz anderer Bürger

Das geschieht jetzt: Laut Bayerstorfer patrouilliert ab dieser Woche ein privater Wachdienst vor und in der Kreisverwaltung – so wie etwa in Fürstenfeldbruck. Er wird nicht nur für das Ausländeramt, sondern auch für andere Fachbereiche zuständig sein. Zu seinen Aufgaben werden Zugangskontrollen und Personenüberwachung gehören. Das geschehe auch zum Schutz anderer Bürger, die die Behörde aufsuchen, erklärt Pressesprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer.

Security-Personal gibt es seit etwa zwei Jahren vor dem an die Kirchgasse 3 ausgesiedelten Fachbereich Asylmanagement. Auch dort waren immer wieder aggressive Kunden aufgetreten. Oft ging es um Streitigkeiten bezüglich des Kommunalpasses beziehungsweise der Unterbringung. Sprachbarrieren verschärften die Lage zusätzlich. Die Altenerdinger Firma Lux Security ist hier während der Öffnungszeiten montags bis freitags von 7.30 bis 12.30 Uhr vor Ort. Zu den Kosten konnte Fiebrandt-Kirmeyer noch keine Angaben machen.

Sicherheitskontrollen nach Vorbild der Flughäfen

Andere Behörden haben in Sachen Sicherheit schon deutlich früher aufgerüstet. Das gilt vor allem für das Amtsgericht Erding. Nachdem am 11. Januar 2012 ein Angeklagter im Amtsgericht Dachau einen jungen Staatsanwalt erschossen hatte, wurden in allen bayerischen Gerichtsgebäuden Sicherheitskontrollen nach dem Vorbild der Flughäfen angeordnet. 

Seither sind an der Münchener Straße nicht nur mehr Justizbeamte tätig. Zudem ist dort ebenfalls ein privater Wachdienst engagiert. Auch am Landgericht Landshut wird jeder Besucher kontrolliert. Dort hatte es im April 2009 eine tödliche Schießerei gegeben. 

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