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Treue Mitglieder: Für jeweils 40 Jahre wurden Elisabeth Eberl (3. v. l.), Monika Müller (3. v. r.) und Ruth Ibelherr (nicht auf dem Bild) geehrt. Alfred Wittmann (l.) und Walter Schachtner (Mitte) wurden im Aufsichtsrat wiedergewählt. Es gratulierten (v. l.) Aufsichtsratsvorsitzende Eva Kolenda mit den Vorsitzenden Sonja Kienle und Matthias Lindmayer.

Baugenossenschaft

Aktiv gegen die Wohnungsnot

Erding – Im Landkreis herrscht Wohnungsnot, darüber waren sich am Montag in der Jahreshauptversammlung der Baugenossenschaft in der Stadthalle alle einig.

„Das strittige Thema ,bezahlbare Wohnungen‘ ist abendfüllend“, sagt Vize-Landrat Jakob Schwimmer in seinem Grußwort. „Ich appelliere an die Kommunen, sich zu beteiligen. Sozialer und bezahlbarer Wohnbau geht alle etwas an.“ Oberbürgermeister Max Gotz schloss sich an: „Die Gemeinden sind in der Pflicht, mehr Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Bei derzeit 70 Prozent Anerkennungsquote von Flüchtlingen und der Prognose von 300 000 zusätzlichen Einwohnern in der Region München bis 2030 steht der Landkreis Erding vor einer immensen Herausforderung.“

Derzeit plant die Stadt Erding gemeinsam mit der Baugenossenschaft ein Projekt für 60 bis 70 Wohneinheiten an der Johann-Sebastian-Bach-Straße. Die neuen Wohnungen sind an den Mietspiegel angepasst und werden Bürgern des unteren und mittleren Einkommensbereichs eine Bleibe bieten. Mehr dazu werden die Vorsitzende Sonja Kienle und Matthias Lindmayer in etwa einer Woche bekanntgeben.

Die Baugenossenschaft besitzt aktuell 57 Häuser mit 373 Wohneinheiten, von denen 54 preisgebunden im sozialen Wohnungsbau sind. Rund 80 Prozent aller Unterkünfte sind umfassend renoviert beziehungsweise im Neubauzustand. Alle Einheiten sind belegt. Die Warteliste ist wieder offen. Derzeit liegen 80 Interessensanfragen vor, Tendenz steigend. Nach wie vor sind nur interne Wechsel möglich. Die Genossenschaft besitzt außerdem 189 Garagen, 172 Stellplätze sowie fünf weitere Einheiten.

Die durchschnittliche Miete einer Baugenossenschaftswohnung liegt bei 7,24 Euro pro Quadratmeter. Die energetischen KfW-Programme sind mit der Generalsanierung der Objekte St. Paul 1 und St. Paul 1 a in 2014 vorerst abgeschlossen. Die Dämmarbeiten der obersten Geschossdecken in der Manzinger Straße und im Haydnplatz werden in Kürze beendet sein.

Neben der Vermarktung eigener Objekte betreut die Baugenossenschaft auch fremde Wohnanlagen. Darunter befinden sich 23 Eigentumsgemeinschaften mit 574 Wohneinheiten und 670 Tiefgaragenplätzen sowie sechs Mietwohnungsverwaltungen mit 35 Wohneinheiten und 13 Tiefgaragenplätzen.

Für 40 Jahre Treue wurden drei Mitglieder ausgezeichnet. Elisabeth Eberl, Ruth Ibelherr und Monika Müller sind jetzt Ehrenmitglieder und bekamen Dankurkunden. Aufsichtsrat und Vorstandschaft wurden einstimmig entlastet. Die Aufsichtsratsmitglieder Walter Schachtner und Alfred Wittmann wurden turnusgemäß wiedergewählt.

Die Bilanzsumme 2015 betrug 23,85 Millionen Euro. Es wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von 481 000 Euro erwirtschaftet. Hinzu kommen 3000 Euro Gewinnvortrag. 350 000 Euro werden den Rücklagen zugeführt. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus und des hohen Aufwands für Kapitalsteuer, Kirchensteuer und Soli wird auf die Auszahlung der Dividende verzichtet. 130 000 Euro des Bilanzgewinns fließen in die Ergebnisrücklagen. 4167 Euro werden als Vortrag verwendet. Zum 31. Dezember 2015 zählte die Baugenossenschaft 911 Mitglieder. Sie besaßen 2340 Geschäftsanteile.

Sebastian Bellstedt

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