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Besonders viel Mühe mit der Grabbepflanzung gibt sich heuer die Erdingerin Gertrud Knapek.

Allerheiligen 

Die Familie gibt in der Trauer Kraft

Besonders an Allerheiligen gedenken Christen ihrer verstorbenen Angehörigen. Kurz davor ist die Geschäftigkeit an den Gräbern groß. Ein Besuch auf dem Friedhof St. Paul.

Erding – Fr viele Menschen ist Allerheiligen Jahr für Jahr ein wichtiger Termin, auch für Gertrud Knapek. Doch heuer hat der Tag eine besondere Bedeutung für sie. Ihr Ehemann Gustav Knapek, Jahrzehnte lang Lehrer im Landkreis, verstarb im August 2016. „Ich dachte nicht, dass es so schwer wird. Ich glaube zwar als Christin an die Auferstehung, aber es ist trotzdem schrecklich“, erzählt die 72-Jährige.

Bereits zwei Wochen vor Allerheiligen hat die Erdingerin das Familiengrab auf dem Friedhof St. Paul hergerichtet. „Ich gestalte das Grab jedes Jahr zu Allerheiligen anders“, erzählt sie stolz beim Einsetzen von Alpenveilchen, Erika, Silberblatt und Hornveilchen. Das Wichtigste sei, dass die Pflanzen winterfest sind. Auch zuhause kümmert sich die Witwe um einen eigenen kleinen Garten.

An Allerheiligen gedenkt Knapek nicht nur ihres Mannes, sondern auch ihrer Schwiegereltern, die ebenfalls dort begraben sind. „Ich finde es einfach traurig, dass die Menschen die Gräber ihrer Familien nur zu diesem einen Gedenktag pflegen, weil an Allerheiligen alle darauf achten wie das Grab aussieht.“ Ihr sei die letzte Ruhestätte ihrer Lieben das ganze Jahr über wichtig. Viele Grabbesitzer würden nur an Allerheiligen einen teueren Kranz kaufen. „Ansonsten achten sie überhaupt nicht darauf wie es aussieht. So etwas finde ich furchtbar“, meint Knapek.

Mit dem Feiertag verbindet die 72-Jährige viel. „Ich denke aber das ganze Jahr an meinen Mann und meine Schwiegereltern, aber an Allerheiligen natürlich besonders“, erzählt die Erdingerin. Den Gedenktag werde sie im Kreis ihrer Familie verbringen. „Dieses Jahr wird es schon sehr hart für mich. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr besser wird“, sagt sie. Doch der Besuch der Familie werde ihr Kraft geben.

SilberfarbeneGestecke beliebt

Schon als Kind habe sie dabei zugesehen, wie ihre Mutter das Grab bepflanzt hat. Von ihr habe sie sich einige Fertigkeiten abgeschaut. Heuer habe sie sich auch von der Allerheiligen-Ausstellung einer Gärtnerei inspirieren lassen, erzählt die Witwe.

Eine Fachfrau in diesen Fragen ist Andrea Hagl von der Gärtnerei Paul Hagl in Erding. „Die Grabbepflanzung wird immer moderner, die Menschen geben sich wieder mehr Mühe“, berichtet sie. Besonders beliebt seien das Heidekraut Calluna, Winterharke, Silberblatt und Alpenveilchen. Da Letzteres nicht winterfest sei, werde es oft durch Christrosen ersetzt, sobald es kühler wird. „Auch dieses Jahr sind kräftige, bunte Farben angesagt“, verrät Hagl. Bei Gestecken sei dagegen die Farbe Silber beliebt.

Das bestätigt Karin Remm von der Gärtnerei Strohmair & Hirsch in Erding. „Bei den Gestecken geht der Trend zu ausgefalleneren Variationen“, berichtet die Gartenbau-Ingenieurin. Kränze mit Scheinbeeren und anderen Verzierungen seien bei den Kunden beliebt gewesen. Besonders gut angekommen sei der gewachste Asperados-Kranz mit kleinen Akzenten aus Wurzeln und Rinde. „Den haben wir oft verkauft“, freut sich die Expertin.

Sandra Danner

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