Ins Goldene Buch des Landkreises trugen sich die Kulturpreisträger 2020 ein (v. l.): Florian Stehbeck und Peter C. Kapustin vom Urzeitmuseum Taufkirchen sowie Elisabeth Gschlössl und Ludwig Grill, Vorsitzende der Kolpingsfamilie Altenerding. Landrat Martin Bayerstorfer gratulierte.
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Ins Goldene Buch des Landkreises trugen sich die Kulturpreisträger 2020 ein (v. l.): Florian Stehbeck und Peter C. Kapustin vom Urzeitmuseum Taufkirchen sowie Elisabeth Gschlössl und Ludwig Grill, Vorsitzende der Kolpingsfamilie Altenerding. Landrat Martin Bayerstorfer gratulierte.

Kulturpreisverleihung ja, aber kleiner – Ehre für Kolpingsfamilie und Urzeitmuseum

„Als Zeichen der Wertschätzung“

  • VonAlexandra Anderka
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Einen Festredner und ein Orchester gab es nicht. Trotzdem fand die Kulturpreisverleihung des Landkreises in Präsenz statt.

Erding – „Sehr froh, dass heuer eine Kulturpreisverleihung stattfinden kann“, war Landrat Martin Bayerstorfer, wie er in seiner Begrüßung am Montagabend in der Stadthalle betonte. Pandemiebedingt war jedoch auch hier der Rahmen ein anderer – kleiner, ohne Festredner und Orchester. Dafür spielte das Streichquartett der Kreismusikschule unter der Leitung von Veronika Marschall, und es gab im Anschluss ein gemeinsames Essen.

Zum 42. Mal veranstaltete der Ausschuss für Bildung und Kultur des Landkreises die Kulturpreisverleihung. Heuer wurden die Preisträger für das Jahr 2020 geehrt. Diese sind die Kolpingsfamilie Altenerding und das Urzeitmuseum Taufkirchen mit der Sammlung Kapustin.

Auch etliche Ehrengäste fanden den Weg in die Stadthalle, darunter Regierungspräsidentin Maria Els sowie die Ehrenringträger Marianne Rötzer und der ehemalige Stadtpfarrer Josef Mundigl,

Unter den 71 Landkreisen Bayerns könne Erding auf die längste Tradition einer Kulturpreisverleihung zurückblicken, berichtete Bayerstorfer. Ihm persönlich sei es ein Anliegen, „den Kulturpreis auch im Coronajahr zu verleihen und damit ein Zeichen der Wertschätzung für Kulturschaffende zu setzen, die im vergangenen Jahr besonders unter den Einschränkungen zu leiden hatten“.

Wandernde Gesellen zu unterstützen war der Grundgedanke von Pfarrer Adolph Kolping, als er das Kolpingswerk im Jahr 1846 gegründet hatte. Dies sei nun nicht mehr der Schwerpunkt. Doch die Grundidee, Mitmenschen Heimat und Familie zu bieten, sei geblieben, so Bayerstorfer. Die Kolpingsfamilie Altenerding sei ein wunderbares Beispiel für ein solches Netzwerk. 35 Interessenten hatten sie 1982 gegründet, mittlerweile zählt die Kolpingsfamilie Altenerding 115 Mitglieder. Den Kulturpreis bekommen die Mitglieder aber für ihr traditionelles Starkbierfest, das sie alle zwei Jahre auf die Beine stellen. Es sei im Laufe der Jahre zu einem Höhepunkt im kulturellen Kalender, nicht nur Altenerdings, geworden. Charmant und mit feinsinnigem Humor würden sie dabei Politiker und Begebenheiten aufs Korn nehmen. Damit trage die Kolpingsfamilie zur kulturellen Vielfalt im Landkreis bei. Der Landrat hob darüber hinaus hervor, dass sie mit den Erlösen ihrer Aktionen soziale Einrichtungen und Projekte unterstützten. 60 000 Euro seien bislang an Spenden zusammengekommen. Vorsitzender Ludwig Grill nahm stellvertretend für alle Mitglieder die Urkunde entgegen.

Das Urzeitmuseum Taufkirchen mit der Sammlung Kapustin zeichne sich durch ein Engagement aus, das sich mit längst vergangenen Zeiten beschäftigt, so der Landrat. Seit 13 Jahren zeigt das Urzeitmuseum mittlerweile über 300 Exponate. Hinter dem Museum steht der Trägerverein „Freunde des Urzeitmuseums Taufkirchen“ mit seinem Vorsitzenden Florian Stehbeck sowie Geschäftsführer und Museumsleiter Peter C. Kapustin, dessen wissenschaftliche und zugleich pädagogisch wertvolle Sammlung Besucher aus ganz Deutschland anzieht. Vor Corona waren es rund 12 000 im Jahr.

In der Außenanlage des Museums werde nicht nur die Tierwelt, sondern auch die Pflanzenwelt der Urzeit erlebbar gemacht. Ein Höhepunkt sei 2018 mit der Dinohalle und ihrem 16 Meter langen Brachiosaurus hinzugekommen. „Spannender kann man die vergangenen 150 Millionen Jahre nicht erleben“, findet Bayerstorfer und überreichte Florian Stehbeck und Peter Kapustin den Preis.

Traditionell trugen sich die Preisträger in das Goldene Buch des Landkreises ein und sangen zum Abschluss des offiziellen Teils die Bayernhymne.

Alexandra Anderka

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