Männer tragen bei einer Trauerfeier in Altenerding Särge.
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Auf die Schultern nahm die Trauergemeinde die Särge der vier jungen Afghanen bei der Trauerfeier am Montag auf dem Parkfriedhof Altenerding. 200 überwiegend afghanische Menschen, aber auch deutsche Freunde, Asylhelfer und Arbeitskollegen nahmen an der Trauerfeier teil.

Bewegende Trauerfeier

Nach furchtbarem Autounfall: Freunde und Familie tragen vier junge Männer zu Grabe - Baby verliert seinen Papa

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Unter großer Anteilnahme sind am Montagnachmittag auf dem Parkfriedhof Altenerding vier junge Männer beigesetzt worden. Sie sind bei einem Verkehrsunfall in Niederbayern ums Leben gekommen.

  • In Altenerding wurden am Montag die vier Männer beigesetzt, die bei einem schweren Autounfall in Niederbayern ums Leben gekommen waren.
  • Über 200 Menschen nahmen Abschied von den Toten.
  • Ein Mann hinterlässt seine Frau und eine acht Monate alte Tochter.

Altenerding – Über 200 Menschen nahmen an dem Trauerakt vor der Aussegnungshalle teil, darunter zahlreiche Landsleute aus Afghanistan, die zum Teil von weit her angereist waren, aber auch deutsche Freunde, Asylhelfer sowie Arbeitskollegen. Zwei Imame nahmen persönlich Abschied von den vier 20 bis 26 Jahre alten Männern, darunter zwei Brüder und zwei Cousins. Danach luden sich mehrere Männer die Särge auf die Schultern und trugen sie zu den offenen Gräbern, gefolgt von schwarz verhüllten Frauen.

Niederbayern: Männer verunglücken mit Polo - drei waren sofort tot, einer starb im Krankenhaus

In der Nacht auf den Montag vergangener Woche war auf der B 20 im Kreis Straubing-Bogen der VW Polo mit den vier jungen Männern bei einem missglückten Überholmanöver erst mit dem Heck eines Sattelschleppers und dann mit einem Kleintransporter kollidiert. Drei Männer waren sofort tot, einer starb im Krankenhaus.

Es handelte sich um vier junge Männer, die in Erding und im Kreis München gut integriert waren. 2015 waren sie nach Deutschland gekommen. Drei lebten in zwei Haushalten in Altenerding.

Besonders tragisch: Einer der Männer hinterlässt ein acht Monate altes Baby

Einer der Toten hinterlässt seine in Österreich lebende Freundin, eine Iranerin. Ihre gemeinsame Tochter ist erst acht Monate alt und muss nun ohne Vater aufwachsen.

Der 20-Jährige arbeitete in einer Erdinger Bar. Sein Bruder befand sich gerade in Ausbildung. Betreut wurden sie von Anfang an von der Aktionsgruppe Asyl (AGA). Deren Vorsitzende Margot Hoigt berichtete: „Sie waren sehr engagiert. Einer war bereit, im Herbst für den AGA-Vorstand zu kandidieren. Er wollte Engagement, von dem er profitiert hatte, zurückgeben.“

Nach Unfall in Niederbayern: Familien leiden auch finanziell

Der Unfall hat auch finanzielles Leid über die Familien gebracht. Vor allem die Überführung der Leichen kostete einen fünfstelligen Betrag. „Wir haben schon viele Spenden bekommen“, freut sich Hoigt, „die Beerdigung kann auf diese Weise bezahlt werden“. Nun will sich die AGA darum kümmern, der hinterbliebenen Mutter mit dem Säugling zu helfen. „Wir freuen uns über Unterstützung“, sagt Hoigt. Wer helfen will, möge sich unter Tel. (01 72) 7 00 70 39 melden.  ham

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