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Schweißhund Anton hält sein Herrchen Dr. Klaus Ottis auf Trab. Der langjährige Tierarzt hat seine Praxis in Altenerding geschlossen. 

Nach 36 Jahren schließt Dr. Klaus Ottis seine Behandlungsräume und macht mobil weiter

Kein Nachfolger für die Tierarztpraxis

Mehr als drei Jahrzehnte lang hat er unzählige Tiere im Landkreis behandelt, nun hat Dr. Klaus Ottis seine Erdinger Tierarzt-Praxis endgültig geschlossen. In den Ruhestand verabschiedet sich der Tiermediziner aber noch lange nicht.

Altenerding - In den Landkreis Erding kam der gebürtige Münchner im Jahr 1982, als er zusammen mit seiner Frau Dr. Trude Gerbig in Moosinning die Tierarztpraxis Berlin übernahm. Bereits zwei Jahre später erfolgte die Verlegung der Praxis nach Altenerding in das Haus an der Lukasmühle. Hier praktizierten die beiden Tiermediziner bis 2011 gemeinsam, nach der Trennung führte Ottis die Praxis allein weiter.

Liebe zu Tieren stammt aus der Kindheit

Seine Liebe zu den Tieren stamme noch aus der Kindheit, berichtet der Veterinär, der besonders Wildtiere und Hunde ins Herz geschlossen hat. So wird er auch auf Schritt und Tritt begleitet von Anton, seinem jungen Schweißhund, der besonders versiert ist im Auffinden von verletzten Tieren. Diese erlöst der langjährige Jäger dann von ihren Qualen.

Über Viruserkrankungen promoviert

Bekannt war Ottis, der über Viruserkrankungen promoviert hat, auch über die Landkreisgrenzen hinaus als Experte für die Behandlung von Schildkröten und Reptilien. Stark besucht war jeden Winter seine Winterschlafstation für Landschildkröten. „Bis zu 170 Tiere hatte ich jedes Jahr von Ende Oktober bis Ende März in meiner Obhut“, berichtet der 72-jährige, der dazu einen kühlen Raum seiner Praxis perfekt mit Regalen und Holzboxen ausgestattet hatte. Durch Mundpropaganda suchten ihn Halter von Schlangen, Echsen und anderen Reptilien aus ganz Oberbayern auf, da auf diesem Gebiet nur wenige Spezialisten tätig sind.

Aggressiver Kaiman bleibt unvergessen

Besonders in Erinnerung ist dem Fachmann dabei ein hochaggressiver Kaiman von einem Meter Länge geblieben, der den Bauch voller großer Steine hatte. „Eindeutig ein Ernährungsfehler“, konstatiert Ottis. Wahrscheinlich habe der Kaiman einen Mineralmangel ausgleichen wollen. Die erforderliche OP musste dann in der Tierklinik durchgeführt werden. „Viele Tiere werden von ihren Besitzern zu Tode geliebt“, beklagt der Mediziner, denn viele Krankheiten der Tiere würden durch übermäßige Ernährung und zu wenig Bewegung hervorgerufen.

36 Jahre lang „Viechdokter“ in Altenerding

In den 36 Jahren seiner tierärztlichen Tätigkeit in Altenerding hat sich Dr. Klaus Ottis einen bedeutenden Kundenstamm aufgebaut, diesen hätte er liebend gern an einen geeigneten Nachfolger übergeben. „Doch leider hat sich trotz intensiver Suche kein Tierarzt für die Praxisübernahme gefunden“, bedauert der Veterinär. Für die jungen Tierärzte, die zu 80 Prozent weiblich seien, sei die Führung einer Ganztagspraxis oft schwer mit der Familienplanung vereinbar, vermutet er. In der Praxis wären größere Renovierungen erforderlich gewesen, die aber mangels Übergabe-Perspektive nicht mehr durchgeführt wurden.

Mobil macht Ottis weiter

Doch ganz will sich der Tierarzt noch nicht von seinen Patienten verabschieden, er steht seinen alten Kunden weiterhin als mobiler Tierarzt für Behandlungen oder Impfungen zur Verfügung.

Auch mit seinem Schweißhund Anton warten neue Herausforderungen auf Herrchen und Hund, denn Anton steht im Training für die Vorprüfung für Schweißhunde, die beiden viel Trainingsarbeit abverlangt. Seit Jahren trägt Ottis auch als veterinärmedizinischer Berater im Kreisjagdverband Erding zur Hege und Pflege der Wildtiere bei.

Zweite Leidenschaft Fliegerei

Etwas mehr Zeit findet der Mediziner nun für seine zweite Leidenschaft, die Fliegerei. Bei der Dokumentation der historischen und aktuellen Entwicklung des zivilen Luftverkehrs in Bayern sowie Korrespondentenberichten an ausländische Luftfahrtzeitschriften verbringt er mehr Zeit als früher am Schreibtisch, doch zum Glück hält ihn sein treuer Begleiter Anton auf Trab.

Gespannt sein darf man auch auf ein Buchprojekt mit Fotos über Menschen im Landkreis Erding, das sich in einem fortgeschrittenen Stadium befinde.

Gerda Gebel

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