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Direkt neben dem evangelischen Kindergarten (unten) soll der Wohnungskomplex an der Langen Feldstraße gebaut werden.

Stadträte verabschieden Bebauungsplan für Altenerding-Süd trotz Protesten einstimmig

Nachbarn wehren sich gegen Wohnungsbau

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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In Altenerding-Süd will die Stadt Erding günstigen Wohnraum schaffen. Eigentlich wollen das alles. Einige Nachbarn sind allerdings damit überhaupt nicht einverstanden. Der Stadtrat setzte sich über die Bedenken aber hinweg.

Altenerding – Im Moment stehen auf der Kiesfläche völlig heruntergekommene Asylcontainer. Die möchte die Stadt entfernen, um an der Langen Feldstraße in Altenerding-Süd in einem Wohnviertel mit mehreren Kindergärten, Schulen und einem Seniorenheim Geschosswohnungsbau mit 40 Einheiten zu realisieren – als teils barrierefreie Sozialwohnungen. Dagegen laufen zahlreiche Nachbarn Sturm. Im Zuge des Bebauungsplanverfahrens brachten sie ihre Einwände vor. Doch der Planungs- und Bauausschuss des Stadtrats fegte sämtliche Bedenken vom Tisch.

Zwei Unterschriftenlisten dokumentieren den Widerstand

Die Argumente der Anlieger sind vielfältig. Ein Beschwerdeführer, der eine von sechs Bürgern unterzeichnete Unterschriftenliste vorlegte, erklärt, man habe es hingenommen, dass hier Kindergartenkinder tobten und später Asylcontainer errichtet wurden. Mit dem Zubauen der Fläche sei man nicht einverstanden. Schon jetzt sei wegen der Kindergärten und Schulen die Verkehrsbelastung hoch. Der zusätzliche Anliegerverkehr werde sicher nicht komplett von der Tiefgarage aufgefangen. Man fürchte eine zugeparkte Siedlung. Zudem stößt sich der Beschwerdeführer an der Tiefgarage, die einen Meter aus dem Boden herausragen soll. Die Schaffung zusätzlichen Wohnraums werde den Wert der Häuser mindern.

Angst, den Bergblick zu verlieren

Ein zweiter Nachbar spricht gar von einer „unzumutbaren Belastung“. Die Wohnqualität werde „unverhältnismäßig eingeschränkt“. Die freie Sicht auf die Berge werde ihm genommen.

Ein dritter Bürger verweist darauf, dass der angrenzende Kindergarten eingeschossig sei, drei Vollgeschosse seien ihm zu wuchtig. Auch er kritisiert die aus dem Boden ragende Tiefgarage.

Nachbarn: Abstand ist viel zu gering

Schließlich lag dem Ausschuss eine vierte Einwendung einer von acht Personen unterschriebenen Eigentümergemeinschaft vor. Sie kritisieren die Wandhöhe von über zehn Metern. Da ihre Häuser abgesenkt worden seien, müsse man auf über zwölf Meter hohe Fassaden blicken. In der Folge seien Terrassen, Räume und Balkone von den neuen Nachbarn komplett einsehbar.

Strikt gegen das Bauvorhaben ist auch das Landesamt für Denkmalpflege und verweist auf einen eingeebneten Grabhügel und Reste einer Siedlung aus der Vor- und Frühgeschichte. Folglich sei das Areal „für eine zusätzliche bauliche Nutzung ungeeignet“. Die evangelische Kirchengemeinde als Träger des Kindergartens begrüßt die Planung und vor allem die Schaffung von sozialem Wohnungsraum. Sie bittet aber darum, ihre zehn Parkplätze in der Tiefgarage anzuordnen. Die Bauverwaltung will den Bebauungsplan dahingehend erweitern, dass die durch den Bau wegfallenden Stellplätze im Süden und Osten des Kindergartens angelegt werden können.

CSU-Stadtrat sorgt sich um sozialen Frieden

Angesichts 16 Beschwerdeführern machte sich Hubert Sandtner (CSU) Sorgen um den sozialen Frieden. Stadtbaumeister Sebastian Henrich erwiderte den Vorwurf einer zu hohen Nachverdichtung. Der Abstand zu den Nachbarn sei groß und begrünt. „Beim Poststadel sind die Abstände nur halb so groß.“

Zur Tiefgarage merkte Henrich an, diese Bauweise sei in Altenerding-Süd üblich. „So lassen sich Kosten sparen, weil die Rampe nur halb so lang ist und die Lüftung erheblich vereinfacht wird.“

Zur Bebauung insgesamt erklärte Lolita Liening vom Stadtplanungsamt, dass es für den Bereich immer schon einen Bebauungsplan gegeben habe. Ziel sei, bezahlbarne Wohnraum für Familien, sozialschwache, alte und beeinträchtigte Menschen zu schaffen. OB Max Gotz konnte sich einen Hinweis auf die ständigen Forderungen nach mehr günstigem Wohnraum nicht verkneifen. „Wir haben bewusst eine Fläche ausgesucht, auf der schon immer eine Bebauung geplant war.“

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