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Das Widnmann-Palais an der Langen Zeile wird saniert und teilerneuert.

Altes Landratsamt in Erding

Großes Büro-Wechsle-Dich

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In der Innenstadt rücken die Bagger an. Der Landkreis saniert seinen Widnmann-Palais. Das Rückgebäude wird abgerissen. Im Altbau hat die Verwaltung ihre Arbeit schon aufgenommen.

Erding - 441 Menschen arbeiten derzeit in den beiden Hauptgebäuden der Landkreisverwaltung: im eigentlichen Landratsamt am Alois-Schießl-Platz und nebenan im Sparkassengebäude. Am Anfang des Jahrzehnts waren es noch 366. Es herrscht Enge in den Amtsstuben.

Deswegen geht es zurück zu den Wurzeln: ins Alte Landratsamt an der Langen Zeile. Das Widnmann-Palais mit seiner historischen Front ist denkmalgeschützt und soll saniert werden. Für dahinter liegende Gebäude sind Abriss und Neubau geplant.

In einem europaweiten Bieterverfahren sollen ab Oktober zunächst vier Planungsbüros gefunden werden. Deren Vorschläge prüft dann eine Fachjury. Der Ausschuss für Bauen und Energie des Kreistags trifft eine Vergabeentscheidung. Diesem Vorgehen hat das Gremium nun zugestimmt. Matthias Huber von der Verwaltung stellte den Kreisräten das Verfahren vor, für das der Landkreis von einem Planungsbüro und einer Rechtsanwaltskanzlei unterstützt wird.

Nach seinem Bericht stehen im Haushalt für dieses Jahr 1,75 Millionen Euro für Planungs- und Umbaukosten des Alten Landratsamts zur Verfügung. „Das ist ein sensibler Bereich“, erklärte Huber. Daher seien die Hinweise der Stadt Erding als Unterer Denkmalschutzbehörde und des Landesamtes für Denkmalschutz von großer Bedeutung.

Das Ziel ist die Schaffung von größtmöglichem Bauvolumen. Denn ein Übergangsquartier steht ab Ende des Jahres nicht mehr zur Verfügung: das Personalwohngebäude am Klinikum Erding. Es soll dann wieder dem Krankenhaus übergeben werden, damit dort zum Beispiel Wohnungen für Pflegekräfte entstehen können.

Auch im aktuellen Landratsamt, dem früheren Krankenhaus, waren zwischenzeitlich Bauarbeiter tätig: für die große Brandschutzsanierung, wegen der auch Mitarbeiter umquartiert werden mussten. Eine weitere Adresse für die Landkreisverwaltung war der Hofmarkplatz. Dort residierte der Umweltschutz. Der Fachbereich Asyl ist weiterhin an der Kirchgasse untergebracht.

Im Personalwohngebäude arbeiten laut Behördensprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer noch rund 20 Beschäftigte. Nach ihren Angaben sind das der Fachbereich Brand- und Katastrophenschutz, die Schwangerenberatung und einige Stabsstellen wie Gleichstellungsbeauftragte und IT-Sicherheit.

Das Gesundheits- und Veterinäramt ist bereits vom Schwesternwohnheim ins Alte Landratsamt umgezogen. Der Landkreis hatte dafür zur Mitte des Jahres die Mietverträge in dem historischen Gebäude nicht mehr verlängert, unter anderem mit der Hochschule für angewandtes Management.

Zudem beschäftigt der Landkreis über die genannten Mitarbeiterzahlen weitere Angestellte und Beamte, unter anderem in der Integrierten Leitstelle, an der Grenzkontrollstelle am Flughafen und an den Bauhöfen.

Der Beginn des Bieterverfahrens ist auch der Startschuss für ein neuerliches großes Stühlerücken in der Kreisverwaltung. In den Ausschreibungsunterlagen ist ein erster Vorschlag zur Raumplanung enthalten. „Die frei werdenden Räume am Alois-Schießl-Platz 2 sollen dann durch andere Mitarbeiter belegt werden“, erläutert Fiebrandt-Kirmeyer. „Dies zieht natürlich ein größeres Raumkonzept nach sich, welches aktuell erarbeitet wird.“ Wohin allerdings Beschäftigte, die ihre Büros bereits jetzt im Alten Landratsamt haben, während der Bauarbeiten ausweichen, das muss nach Angaben der Sprecherin auch noch festgelegt werden.

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