Wolfgang Krzizok regt sich über sinnlose Anglizismen auf und findet, dass unsere Sprache schön ist.
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Wolfgang Krzizok regt sich über sinnlose Anglizismen auf und findet, dass unsere Sprache schön ist.

Am Rande bemerkt

Deutsch ist eine sehr schöne Sprache

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Warum braucht es so viele englische Wörter?

Vor vielen Jahren sagte mal ein Grieche im Urlaub auf Kreta spöttisch zu mir: „Englisch ist die Sprache fürs Business, Französisch ist die Sprache der Kunst, Italiensch ist die Sprache der Liebe, und Deutsch ist die Sprache zum Hunde kommandieren!“ Nun, ich bin der Meinung, dass sich die deutsche Sprache durchaus sehen beziehungsweise hören lassen kann. Umso mehr könnte ich mich aufregen, wenn (weitgehend) sinnlose Anglizismen Einzug in den deutschen Sprachgebrauch finden.

Das ist zum Beispiel das beliebte „Coffee to go“, das wörtlich übersetzt „Kaffee zum Gehen“ heißt. Aber was ist, wenn ich mit dem Radl oder dem Auto fahre? Dann müsste es ja „Coffee to drive“ heißen. Also warum sagt man nicht ganz einfach: „Kaffee zum Mitnehmen“? Damit wären alle Eventualitäten abgedeckt.

Zur Zeit ist es aber ganz schlimm mit der Verballhornung (was für ein schönes Wort) der deutschen Sprache. „Lockdown“, „Lockdown Light“, „Homeschooling“, „Homeoffice“ und so weiter. Meine Vorschläge wären: „Alles zusperren“, „Fast alles zusperren“, „Schule daheim“ beziehungsweise „Heimunterricht“ und „Heimarbeit“ – ein Wort, das immer schon zum deutschen Sprachgebrauch gehört und jetzt halt eine etwas andere, aktuellere Bedeutung bekommen hat.

Die Krönung im negativen Sinne aber sind für mich die Begriffe „Click and Collect“ und „Click and Meet“. Da sträuben sich mir die Nackenhaare. Warum kann man statt „Click and Collect“ nicht „Bestellen und Abholen“ sagen und statt „Click and Meet“ ganz einfach „Termin vereinbaren und einkaufen“?

Also ich bin froh, wenn der ganze Corona-Schmarrn vorbei ist. Und wenn dann alle Geschäfte, und vor allem die Gastronomiebetriebe, wieder offen haben, dann werde ich mich als Erstes mit ein paar Spezln beim Wirt zum Essen verabreden. Das heißt dann auf Neu-Deutsch wahrscheinlich „Meet and Eat“.

wk

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