Amazon-Schriftzug an einer Logistikhalle.
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Der Online-Logistik-Riese Amazon will in Erding bauen.

Bebauungsplan erlaubt Sortierzentrum in Erding

Amazon hat Anspruch auf Baugenehmigung

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Am Kletthamer Feld in Erding will Amazon ein Sortierzentrum errichten. Dem steht baurechtlich nichts entgegen, sagt OB Max Gotz.

Erding – Das am Kletthamer Feld geplante Sortierzentrum des Online-Riesen Amazon wird wohl realisiert werden. OB Max Gotz (CSU) erklärte am Dienstagabend im Stadtentwicklungsausschuss (SEA): „Wir haben hier einen rechtskräftigen Bebauungsplan, der genau diese Form von Unternehmung vorsieht.“ Es bestehe daher ein Anspruch auf Baugenehmigung.

„Es sind Beschlüsse des Stadtrates, die dem zugrunde liegen“, betonte Gotz. Dies sei die rechtliche Beurteilung, „ob wir die Unternehmung wollen oder nicht“, ergänzte er mit Blick auf die oft kritisierten Arbeitsbedingungen bei Amazon. Auch eine Beratung darüber im Stadtrat wird es nicht mehr geben. Reinhard Böhm, Geschäftsleitender Beamter im Rathaus, erklärte dazu auf Nachfrage von Herbert Maier (Grüne): „Das ist Aufgabe der Stadtverwaltung.“

Wie berichtet, plant Amazon nahe des Logistikers GLS ein Zentrum, in dem ankommende Pakete für den weiteren Versand nach Postleitzahlen sortiert werden. Danach werden sie von etwa 95 Lastwagen am Tag zu den Verteilstationen gebracht. Rund 150 Mitarbeiter sollen in Erding tätig sein, kündigte eine Amazon-Sprecherin an.

Das Bauvorhaben war dem Stadtrat Anfang Oktober in nicht-öffentlicher Sitzung vorgestellt worden, dann aber publik geworden. Dazu bemerkte Gotz im SEA: „Es ist ein sehr, sehr ärgerlicher Vorgang, dass das jetzt rausgequasselt worden ist.“

Die CSU-Fraktion sieht die Öffentlichmachung sogar als „unkollegial, unanständig und schädlich für die weitere Arbeit des Stadtrats an“. Die CSU habe die Information des Investors in besagter Sitzung ohne Gegenrede zur Kenntnis genommen, da die Bauverwaltung das Investorenprojekt durch den gültigen Bebauungsplan für absolut rechtmäßig erklärt habe. Es sei sogar eine so genannte Freistellung als möglich in Betracht gezogen worden, so Fraktionssprecher Burkhard Köppen.

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