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Für 100 Verletzte gerüstet waren die BRK-Ehrenamtlichen aus Erding. Sie wurden nach München zum Amokeinsatz abkommandiert.

Über 100 Landkreis-Kräfte im Einsatz

Amok in München, Alarm am Flughafen

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Erding/Flughafen – Der Amoklauf am Freitag in München mit zehn Toten und über 30 Verletzten hat auch im Landkreis Erding für Entsetzen gesorgt. Über 100 Einsatzkräfte wurden nach München abgezogen. Und dann gab es auf einmal am Flughafen eine Bedrohungslage.

Es war am Freitag kurz nach 22 Uhr, als mitten in den Anti-Terror-Einsatz in München eine Alarmmeldung die Einsatzkräfte hochfahren ließ: „Schusswechsel am Airport.“ Sollte es einer der Täter von München doch bis an den Flughafen geschafft haben, um das Blutbad dort fortzusetzen? Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungsdienst fuhr zum Gebäude der LSG Sky Chefs an der Nordallee.

Anfangs herrschte eine unklare Lage: Von einem Beziehungsdrama beziehungsweise einem eskalierten Konflikt eines früheren Mitarbeiters mit seinem Ex-Chef war die Rede. Als die Mitarbeiter der Nachschicht gegen Mitternacht wieder ins Gebäude konnten, herrschte Klarheit.

Das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord teilt auf Anfrage mit, dass ein Freisinger (47), dem vor einigen Wochen gekündigt worden war, seinen früheren Betrieb aufgesucht habe – mit einer Pistole. Was er dort genau wollte, ist noch unklar. Der Mann wurde von zwei Sicherheitsbediensteten angesprochen. Plötzlich löste sich ein Schuss. Getroffen wurde niemand. Ein Wachmann erlitt jedoch einen Schwächeanfall. Der 47-Jährige konnte überwältigt werden. Da das Risiko einer Selbstgefährdung besteht, brachte ihn das BRK Ebersberg er in ein psychiatrisches Krankenhaus. Die Kripo Erding hat in diesem Fall die Ermittlungen übernommen.

Bereits kurz nach Bekanntwerden von Schüssen im Olympia Einkaufszentrum am Freitag gegen 18 Uhr – zu dieser Zeit war noch von einem möglichen Terroranschlag mit bis zu drei schwer bewaffneten Tätern die Rede – wurden auch Sicherheitskräfte aus dem Kreis Erding zusammengezogen.

Als Erstes wurde Vollalarm für die Integrierte Leitstelle Erding ausgelöst. Alle verfügbaren Disponenten mussten einrücken, um im Bedarfsfall die Münchner Leitstelle zu unterstützen beziehungsweise Kräfte aus dem Umland zu koordinieren.

BRK-Sprecherin Danuta Pfanzelt berichtet, dass das Rote Kreuz um 18.34 Uhr alarmiert worden sei. „Innerhalb kürzester Zeit trafen 66 Ehrenamtliche der BRK-Bereitschaften Erding, Isen und Dorfen sowie die Unterstützungsgruppe Sanitäts-Einsatzleitung ein, die von der Wasserwacht Erding besetzt wird. 41 Helfer fuhren in elf Einsatzfahrzeugen zu einem Sammelpunkt in München. Später wurden sie zu einem Bereitstellungsraum im Bereich des Hauptbahnhofs gelotst. 100 Verletzte hätte man erstversorgen können. Gegen 2 Uhr konnten die BRKler wieder heimfahren, nachdem sich die Lage beruhigt hatte.

25 Kräfte blieben nach den Worten Pfanzelts vor Ort, um mit dem Malteser Hilfsdienst die Region Erding, Ebersberg und Freising sowie den Flughafen abzusichern.

Während die Retter in der Nacht zurückkehren konnten, wurde das Kriseninterventionsteam (KIT) am Samstagmittag nach München beordert. Das Münchner KIT hatte um Unterstützung gebeten, um die Anwesenden bei der Kranzniederlegung an der Hanauer Straße zu begleiten. Außerdem betreuten die Ehrenamtlichen Augenzeugen des Amoklaufs.

Pfanzelt spricht von einer beklemmenden Stimmung. „Es war für uns alle eine sehr emotionale Nacht. Wir haben über die Medien verfolgt, was in München vor sich geht.“

Die Erdinger und Dorfener Polizei schickte mehrere Fahrzeuge in die Landeshauptstadt, die die ganze Nacht unterwegs waren, um die gefährdeten Bereiche zu bestreifen. Den Dienst am nächsten Morgen übernahmen Kollegen, die aus der Freizeit geholt wurden.

Zwei Beteiligte berichten, dass man mit bangem Gefühl in München unterwegs gewesen sei. Gerade die Zeit der Ungewissheit, wie viele Täter auf freiem Fuß sind, sei hart gewesen. Man habe Kontakt zu den Angehörigen gehalten.

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