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Jennifer Lanzinger:„Viele sind extrem schreckhaft. Schon wenn jemand niest, zucken sie zusammen.“

So erlebte eine Erdingerin den Amoklauf in München

Der Amokläufer wohnte in der Nachbarschaft

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München/Erding - Jenny Lanzinger aus Erding war am Freitagabend am Stachus unterwegs. Am Samstag erfuhr sie, dass der Attentäter in ihrer Nachbarschaft wohnte.

Als für viele der Spuk vorbei war, kam für Jenny Lanzinger noch ein weiterer Schock: „Ich habe am Samstag erfahren, dass der Attentäter in unserer Nachbarstraße wohnte“. Die 22-jährige Erdingerin bekam hautnah mit, was solche Dramen nach sich ziehen: zum Beispiel zahllose Schaulustige, die vor dem Haus warteten. „Wir dachten schon, dass sie so lange bleiben, bis der Vater des Amok-Läufers von der Vernehmung nach Hause kommt, um ihn dann entsprechend zu empfangen“, erzählt die Studentin. Letztlich hätten sich die meisten dann doch damit begnügt, die Fassade zu fotografieren und Bilder wie Trophäen herzuzeigen“.

Und dann denkt sie an den Freitagabend zurück: „Mein Freund und ich waren am Stachus, als es los ging. Nachdem die U-Bahn stehen geblieben war, dachte ich erst an eine Betriebsstörung. Aber dann kamen uns schon Einsatzkräfte entgegen. Menschen haben aufgeregt telefoniert, andere geweint. Wir sind dann in die Wohnung meines Freundes am Stiglmair-Platz, haben die Hubschrauber-Flotte über uns kreisen hören und uns nicht mehr rausgetraut.“

Später, so Lanzinger weiter, habe sie mit einer Freundin telefoniert, die in einem Bekleidungsgeschäft im OEZ gearbeitet hat, als es losging. „Sie hat erzählt, dass sie gerannt sei und sich Menschen vor ihr übergeben hätten. Sie hat die Schüsse gehört, ist aus dem Laden raus und hat sich versteckt.“ Eine andere Freundin, die an der Oper arbeitet, habe sich dort eingesperrt. Am Samstagnachmittag ließ sich Lanzinger von ihren Eltern nach Hause fahren. „Sie wollten mich schon am Freitag holen, aber da war ja alles dicht“, erzählt die Erdingerin. Am Samstag sei sie aber sehr froh gewesen, die Stadt verlassen zu können. „Es hat sich was verändert. Es waren am Stachus längst nicht so viele Menschen unterwegs wie sonst. Und viele sind extrem schreckhaft. Schon wenn jemand niest, zucken sie zusammen.“

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