35-Jähriger onaniert in der S-Bahn vor zwei Mädchen

Exhibitionist und Intensivtäter muss lange ins Gefängnis

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Er begeht immer wieder Straftaten. Zum dritten Mal stand der 35-Jährige jetzt wegen Sexualdelikten vor Gericht. Der Gutachter sagt: Dort ist er am besten aufgehoben.

Erding - 13 Mal ist ein 35 Jahre alter Mann, der zuletzt in einer Obdachlosenunterkunft in Heimhausen (Kreis Dachau) gelebt hat, bereits vor Gericht gestanden. Mit Geld und Haftstrafen hat der gelernte Maler und Lackierer große Erfahrung. Nun stand er in Erding das 14. Mal vor Gericht – und kassierte die nächste Verurteilung, die ihn mit vorherigen Verurteilungen – weitere – zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis bringt.

Der 35-Jährige hat chronische Probleme, seinen Unterleib im Zaum zu halten. Staatsanwalt Thomas Bauer warf dem Mann, der aus der JVA Bernau zur Verhandlung gebracht worden war, vor, am 12. März vergangenen Jahres in einer Flughafen-S-Bahn vor zwei 14 und 15 Jahre alten Mädchen nicht nur die Hose heruntergelassen zu haben, sondern auch bis zum Samenerguss onaniert zu haben.

Die Eltern einer Geschädigten erstatteten Anzeige bei der Freisinger Polizei, die Bundespolizei am Münchner Hauptbahnhof konnte den Intensivtäter dank Bildern aus der Überwachungskamera rasch identifizieren und in der Obdachlosenunterkunft in Heimhausen festnehmen. Es war bereits die dritte Sexualstraftat dieser Art. Vor dem Jugendschutzgericht des Amtsgerichts Erding unter Vorsitz von Michael Lefkaditis konnte der Angeklagte also nicht mit Milde rechnen. Und das, obwohl Verteidiger Martin Paringer erklärte, sein Mandant sei voll geständig. Immerhin, auf diese Weise wurden den Jugendlichen erspart, dem Sittenstrolch gegenüber treten zu müssen.

Zwei Beamte sagten im Zeugenstand allerdings aus, die beiden Mädchen hätten einen verstörten und verängstigten Eindruck gemacht.

In der Verhandlung ging es weniger um die Tat an sich, sondern vielmehr um die ziemlich verkrachte Existenz des Angeklagten. Seit 2001 war er immer wieder straffällig geworden, nicht nur wegen Exhibitionismus, sondern auch wegen Fahrens ohne Führerschein, Diebstahls, Fahrens ohne Führerschein, Betrugs sowie Drogenkonsums und -geschäften unter anderem mit Minderjährigen. Seine aktuelle Haftstrafe verbüßt der Dachauer wegen Fahrens ohne Erlaubnis und eben Entblößens in der Öffentlichkeit.

Ein psychiatrischer Gutachter hat dem Obdachlosen inzwischen eine Störung der sexuellen Präferenz attestiert. Pädophil sei er aber nicht. Er konsumiere Drogen und Alkohol in großem Stil, sei aber voll schuldfähig. Der Sachverständige geht von einer hohen Rückfallwahrscheinlichkeit und -geschwindigkeit aus. Deswegen sollte er weiterhin untergebracht werden und eine Therapie versuchen. Diese sollte in Haft stattfinden.

Der Angeklagte berichtete, er suche regelmäßig einen Psychologen auf und arbeite in der Haft auch. Dass er derart tief in den Sumpf von Straftaten gerutscht ist, führte er auf einen schweren Unfall 2001 zurück. „Bis heute habe ich Schmerzen, manchmal habe ich das Gefühl, dass unzählige Nadeln von hinten in mein Auge gestochen werden.“ Als Schmerzpatient dürfe er auf Rezept Cannabis konsumieren. „Ohne halte ich es nicht aus.“

Staatsanwalt Bauer schloss sich der düsteren Prognose an. Es gebe so gut wie nichts, was für den Angeklagten spreche. Er plädierte auf elf Monate Haft. Das Höchstmaß für Exhibitionismus liegt bei einem Jahr. Verteidiger Paringer hielt sieben Monate für ausreichend.

Richter Lefkaditis sprach elf Monate Haft aus. Ins Gefängnis muss der Dachauer aber deutlich länger. Denn aus der jüngsten Verurteilung wurde eine Gesamtstrafe von einem Jahr und sieben Monaten gebildet. Weil ein drittes Urteil anliegt, stehen vor dem Täter insgesamt zwei Jahre und drei Monate hinter Gittern. Er versicherte am Schluss: „Es wird nicht mehr vorkommen.“

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