+
Auf der Beachparty in Oberneuching hat ein 21-Jähriger geschlägert, Polizisten beleidigt und abgegriffen. Mit 2,44 Promille hatte er komplett die Kontrolle verloren. Die Quittung gab‘s jetzt vor dem Amtsgericht (Symbolbild).

Vor Gericht gibt sich der 21-Jährige kleinlaut

Kontrollverlust bei 2,44 Promille - Junger Mann rastet auf Beachparty aus

  • schließen

Auf der Beachparty in Oberneuching hat ein 21-Jähriger geschlägert, Polizisten beleidigt und abgegriffen. Mit 2,44 Promille hatte er komplett die Kontrolle verloren. Die Quittung gab‘s jetzt vor dem Amtsgericht.

Oberneuching/Erding – Im Vollrausch geschlägert sowie Polizisten beleidigt und angegriffen hat ein heute 21 Jahre alter Mann aus dem nördlichen Landkreis bei der Beachparty in Oberneuching am 1. Dezember vergangenen Jahres. Dass er vor Gericht mit der Auflage, 1800 Euro an den Verein Brücke Erding zu zahlen, glimpflich davon kam, lag an der Erkenntnis des Amtsgerichts Erding, dass dem jungen Mann einmalig die Sicherungen durchgebrannt sein mussten.

Beachparty: Angeklagter schlägt anderem Gast offensichtlich grundlos ins Gesicht

Der Angeklagte ist an sich ein fleißiger, in der Familie eingebundener und bislang unbescholtener Zeitgenosse. An Einzelheiten der fatalen Nacht konnte er sich nur noch ansatzweise erinnern. In dem Prozess unter dem Vorsitz von Richter Michael Lefkaditis half der Staatsanwalt der Erinnerung auf die Sprünge.

Am 1. Dezember 2018 kurz nach Mitternacht schlug er einem weiteren Beachparty-Gast offensichtlich grundlos zweimal ins Gesicht. Wenig später war die Polizei vor Ort. Doch anstatt seine Personalien zu nennen, flippte der damals 20-Jährige aus, schlug wild um sich und stieß üble Beleidigungen aus. Zwei Beamten erlitten dabei leichte Verletzungen. Zur Tatzeit war er völlig betrunken. 2,44 Promille zeigte der Alkomat in der verhängnisvollen Nacht an.

Angeklagter gibt zu, dass er Mist gebaut habe

Vor Gericht verkörperte er Ernüchterung in jeder Hinsicht. Unumwunden gab er zu, dass er Mist gebaut habe. Auch wenn er nicht mehr alles wisse, „so muss es wohl gewesen sein“. Und er ließ keinen Zweifel daran, dass er für diesen Ausraster gerade stehe. „Ich bin deswegen auch ohne Anwalt gekommen. Ich übernehme die volle Verantwortung.“

Auch unmittelbar nach der Tat verhielt sich der 21-Jähriger (wieder) anständig. Er hatte sich beim Opfer und dem einen verletzten Polizisten entschuldigt. Als er kurz vor der Verhandlung erfuhr, dass er auch noch einen zweiten Beamten getroffen hatte, entschuldigte er sich auch bei diesem. Sämtliche Sachschäden, eine verbogene Brille und ein zerrissenes Hemd, hatte er unverzüglich beglichen. Auch Schmerzensgeld hatte er im Vorfeld des Prozesses überwiesen.

Richter Lefkaditis: 2,44 Promille sind schon ein „sattes Holz“

Richter Lefkaditis wunderte sich, wie dem jungen Mann derart die Sicherungen durchbrennen konnten. Die 2,44 Promille seien schon ein „sattes Holz“. Dem widersprach der Angeklagte nicht. Heute wisse er, dass er von harten Sachen die Finger lassen sollte. „Den Schnaps hat der Teufel gemacht“, philosophierte er.

Die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe attestierte ihm ein an sich geordnetes Leben und plädierte, noch Jugendstrafrecht anzuwenden.

Der Staatsanwalt forderte 2000 Euro Strafe und ein einjähriges Alkoholverbot. Lefkaditis ordnete 1800 Euro für den Verein Brücke sowie fünf Suchtberatungsgespräche an. Die Verhandlung habe gezeigt: „Das war eine einmalige, aber nicht unerhebliche Verfehlung.“ 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bürgermeisterin Schley gewinnt für ihre Feuerwehr
Ottenhofens Bürgermeisterin Nicole Schley hat beim Radiospiel von TOP FM abgeräumt - 1000 Euro gibt‘s für ihre Feuerwehr.
Bürgermeisterin Schley gewinnt für ihre Feuerwehr
Gefahr gebannt: Seit Oktober keine Krätze-Fälle in Pflegeheimen im Landkreis
Bundesweit nimmt die Zahl der Krätze-Fälle wieder zu. Im Landkreis haben Gesundheitsbehörden und Ärzte die ansteckende Hautkrankheit vorerst in den Griff bekommen.
Gefahr gebannt: Seit Oktober keine Krätze-Fälle in Pflegeheimen im Landkreis
Protest gegen Müllflut: Bäcker setzt kreatives Zeichen gegen Kassenbon-Pflicht
Mit Zuckermasse und Himbeermarmelade macht ein Bäcker aus dem Landkreis Erding auf die eingeführte Kassenbon-Pflicht aufmerksam. Die Kunden finden das toll.
Protest gegen Müllflut: Bäcker setzt kreatives Zeichen gegen Kassenbon-Pflicht
Beim Ruftaxi gibt’s noch viel Klärungsbedarf
Gespaltene Meinungen gibt es nach wie vor zur geplanten Ruftaxilinie im südlichen Landkreis.
Beim Ruftaxi gibt’s noch viel Klärungsbedarf

Kommentare