Amtsgericht Erding 

Mehrere Wahrheiten über einen Faustschlag

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Verfahren gegen einen 24-jährigen Nigerianer, wegen dem Vorwurf einer gefährlichen Körperverletzung, endet mit einer Einstellung. 

Erding– Mit einer Einstellung endete das Verfahren gegen einen Nigerianer (24), der im Juni vergangenen Jahres mit Fäusten und einem Feuerzeug auf einen gleichaltrigen Afghanen eingeschlagen haben soll. Die Aussagen der Beteiligten und der Zeugen wichen auch am zweiten Prozesstag zu weit voneinander ab. Vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung blieb am Ende nicht viel übrig.

Hinzu kommt, dass der Schwarzafrikaner erst am 26. März vom Amtsgericht München zu fünf Monaten Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt worden war. Am Münchner Hauptbahnhof hatte er Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet und einen Polizisten angespuckt. Dieses Urteil ist aber noch nichts rechtskräftig.

Angeklagt war der 24-Jährige, weil er am 2. Juni 2017 vor der Asylunterkunft hinter dem Kaufland in Erding eine Frau und deren Tochter (13) aus dem Iran bedroht haben soll. Der Afghane ging laut Anklageschrift dazwischen und bekam dafür zwei Fausthiebe ins Gesicht. In einer Hand soll der Nigerianer ein Feuerzeug als Waffe gehalten haben.

Am zweiten Verhandlungstag sagte die Iranerin aus – allerdings reichlich widersprüchlich. Verteidiger Markus Brunner aus München hielt der Frau ihre Aussagen bei der Polizei und vor Gericht vor, die teils weit voneinander abweichten. Einmal soll der Angeklagte vor der Tür auf Mutter und Kind gewartet haben, einmal sei er aus dem Fenster gesprungen. Auch zum Feuerzeug als vermeintlicher Tatwaffe sowie zur Zahl der Schläge machte sie diverse Angaben.

Der 24-Jährige selbst schwieg. Auch der damals zum Asylheim ausgerückte Polizeibeamte konnte wenig Licht ins Dunkel bringen.

Richterin Michaela Wawerla ließ durchblicken, für sie komme allenfalls eine einfache, keine gefährliche Körperverletzung in Frage. Der Staatsanwalt brachte gar die Einstellung des Verfahrens ins Spiel – auch vor dem Hintergrund der Verurteilung des Nigerianers vor drei Wochen in München. So kam es dann auch. Dagegen hatte Anwalt Brunner nichts einzuwenden.

Offen ist, ob sein Mandant wegen der Straftat am Hauptbahnhof ins Gefängnis muss oder in der zweiten Instanz mit einer Geldstrafe davon kommt.

Rubriklistenbild: © dpa / Carsten Rehder

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