Jagd
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Jäger müssen sich als besonders zuverlässig erweisen. Ein Unfall im Suff erschüttert das Vertrauen der Behörden.

55-Jähriger findet vor Gericht Gnade

Mit Alkohol-Unfall Jagdschein riskiert

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Das Mittagessen mit drei Gläsern Wein runtergespült, und dann mit dem Auto ein paar Erledigungen gemacht. Diese Tagesplanung hatte für einen 55-Jährigen aus dem südlichen Landkreis erhebliche Konsequenzen.

Erding – Denn prompt baute der Mann am Nachmittag des 28. August vergangenen Jahres einen Unfall – mit 0,8 Promille im Blut. Dieser Fehltritt hätte den derzeit Arbeitslosen um ein Haar um seine neue Leidenschaft gebracht – die Jagd. Doch so weit wollte Amtsrichter Andreas Wassermann nicht gehen.

Staatsanwältin Antonia Heitmann-Gordon hielt dem Familienvater vor, der Unfall auf der Schlossallee in Bergham sei auf die Alkoholisierung zurückzuführen gewesen. Der Österreicher war stadtauswärts frontal mit dem Gegenverkehr kollidiert und hatte dann einen Gartenzaun niedergestreckt.

Dafür erhielt er einen Strafbefehl, der wegen seiner Höhe den Entzug des erst vor zwei Jahren erworbenen Jagdscheins zur Folge gehabt hätte. Mit seinem Verteidiger Jochen Völter kämpfte der Angeklagte um eine Reduzierung der Tagessätze – und damit seine Lizenz als Waidmann. Seit dem Crash rühre er keinen Alkohol mehr an, bereite sich auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung vor, habe sich begutachten lassen und den Führerschein vorerst freiwillig abgegeben. Seine Hoffnung: maximal 60 Tagessätze, denn jeder mehr hätte zwangsläufig dem Hobby ein Ende gesetzt. So weit runter wollte Heitmann-Gordon nicht gehen und forderte 70 Tagessätze à 40 Euro. Es sei bereits seine zweite aufgeflogene Trunkenheitsfahrt. Völter verwies hingegen auf ähnliche Vorfälle und mildere Urteile.

Wassermann verhängte 55 Tagessätze zu je 45 Euro, insgesamt 2475 Euro und acht Monate Führerscheinsperre. „Ich glaube, dass er sich diesen Vorfall zu Herzen genommen hat.“  ham

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