„Land unter“ - Gewitterfront rollt über Deutschland - Autofahrerin muss aus Geröllmassen gerettet werden

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Von der Staatsanwältin zur Richterin: Sandra Seeburger (l.) wurde von Direktorin Ingrid Kaps begrüßt. Foto: Hans Moritz

Sandra Seeburger (32) neue Richterin für Betreuungsangelegenheiten – Weiterhin sehr viele Zivilverfahren

Amtsgericht: Kaum Entlastung durch den Lockdown

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Verstärkung für das Amtsgericht Erding: Sandra Seeburger kümmert sich ab sofort um Betreuungsangelegenheiten. Die 32-Jährige kommt von der Staatsanwaltschaft Landshut.

Erding – Verstärkung für das Amtsgericht Erding: Sandra Seeburger kümmert sich ab sofort um Betreuungsangelegenheiten. Die 32-Jährige kommt von der Staatsanwaltschaft Landshut. Ihre Stelle verdankt sie dem „Pakt für den Rechtsstaat“ der Staatsregierung. Zur Entlastung der Justiz wurden dem Bezirk des Oberlandesgerichts München zehn Stellen zugeteilt, eine davon entfiel auf das Amtsgericht Erding.

Seeburger stammt aus dem niederbayerischen Simbach/Inn, wo sie auch das Abitur abgelegt hat. Ihr Jurastudium absolvierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zum Referendariat ging sie nach Landshut. Ihre Stationen waren die dortige Staatsanwaltschaft und die Stadt Landshut. Zudem arbeitete Seeburger in einer Münchner Anwaltskanzlei. Nach Stationen bei der Justiz in Schwandorf (Oberpfalz) und Schweinfurt (Franken) kehrte sie für etwas mehr als zwei Jahre zur Staatsanwaltschaft Landshut zurück.

Ihr neuer Arbeitsplatz in Erding ist Seeburger vertraut, sie wohnt in der Stadt und hat bei zahlreichen Prozessen am hiesigen Amtsgericht die Anklageseite vertreten. Privat spielt die 32-Jährige in Altenerding Tennis.

Seeburgers Berufung nach Erding stellt für Amtsgerichtsdirektorin Ingrid Kaps eine Entlastung dar. Sie fragt sich allerdings, für wie lange. Denn von den 18,25 Richterstellen sind 1,5 bis Jahresende befristet. „Noch wissen wir nicht, ob wir die Kollegen behalten können“, berichtet Kaps. Zwei weitere Stellen wurden in der Hochphase der Flüchtlingskrise geschaffen. Auch sie könnten wieder wegfallen.

Arbeit gibt es an der Münchener Straße jedenfalls genug. Vor der Personalaufstockung, berichtet Kaps, habe die Belastung jedes einzelnen der 20 Richter bei 1,9 gelegen. Das heißt, ein Richter erledigte die Arbeiten von fast zweien. Das liegt vor allem an der jährlich steigenden Flut von Zivilverfahren, viele davon Streitigkeiten um die Europäische Fluggastverordnung nach verspäteten oder annullierten Flügen.

„Der Corona-Lockdown hat die erhoffte Entlastung leider nicht wirklich gebracht“, bedauert Kaps. Zum einen würden jetzt Fälle ab dem Jahr 2017 eingereicht. „Und nun nehmen die Streitigkeiten wegen der Flugausfälle während der Pandemie zu.“ Sie hofft, dass die Schiedsstelle möglichst viele Verfahren klärt, ehe es zu Prozessen kommt. „Dennoch gehen bei uns weiterhin 600 Fälle pro Monat ein“, bilanziert die Direktorin. Nur bei den Strafverfahren habe Corona zeitweise eine Entlastung gebracht. U-Haft-Sachen erledigt mittlerweile zwar das Landgericht Landshut. Die Klagen gegen Abschiebungen aus der JVA Erding bleiben aber dem Amtsgericht.

Und auch Seeburgers Rechtsgebiet – Unterbringung, gesetzliche Betreuung und Fixierung – wächst. „Die Menschen werden immer älter“, begründet das Kaps. Seeburger selbst berichtet: „Das ist etwas Neue für mich, vor allem der Kontakt zu vielen Ärzten.“  ham

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