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Das Erdinger Rathaus ist eines der Wahrzeichen der Großen Kreisstadt. Hinter den Mauern geht es jedoch immer öfter im gröber zu. OB Max Gotz will seine Mitarbeiter schützen.

OB Gotz zu Wohnen, Gewerbe und Verkehr in Erding

Angst vor aggressiven Rathaus-Besuchern

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Nach dem Landratsamt muss auch das Erdinger Rathaus vor aggressiven Bürgern geschützt werden. Besonders im Wohnungsamt gebe es immer wieder unschöne Szenen, klagt OB Max Gotz.

Erding - Von seinen Mitarbeitern und dem Personalrat hat Erdings Oberbürgermeister Max Gotz einen deutlichen Hinweis bekommen. Vor allem das Personal des städtischen Wohnungsamts fühlt sich nicht mehr sicher. „Immer öfter treten hier sehr aggressive Besucher auf. Meine Mitarbeiter fühlen sich bedroht und haben Angst, eines Tages angegriffen zu werden“, sagte der CSU-Politiker am Sonntag am Stammtisch seiner Partei im Wirtshaus Kreuzeder. Zunächst einmal sollen bauliche Verbesserungen kommen, kündigte der OB an, etwa mit Glas geschützte Schalter. Für Gotz besonders schlimm: „Es handelt sich nicht einmal um Bürger, die in Existenzangst sind und um ihr Dach über dem Kopf fürchten.“

Das Thema Wohnen bleibt einer der Brennpunkte in der Stadt. Immerhin: Gotz versprach Linderung. „In den nächsten zweieinhalb Jahren werden zahlreiche neue Wohnungen bezugsfertig.“ Er nannte die Neubaugebiete am Poststadl und im Thermengarten-Süd. Aber auch im Stadtgebiet werde verdichtet und in größerem Stil neu gebaut, darunter durch die Oberbayerische Heimstätte in Klettham. In der Warteschleife befindet sich noch das Baugebiet am Erdbeerfeld (Dachauer Straße/Sigwolfstraße).

Gotz weiß, dass der Druck auch danach noch hoch sein wird. Für die 14 Einheiten im EU-konformen Einheimischenmodell im Thermengarten hätten sich 350 Bürger die Bewerbungsunterlagen abgeholt. „Es kann gut sein, dass die Stadt ein weiteres Projekt in dieser Richtung auflegen wird“, so der Stadtchef, ohne konkreter zu werden.

Er mahnte aber auch Änderungen im Mietrecht an. „Es gibt in Erding einen beträchtlichen Wohnungsleerstand. Ich kenne Vermieter, die sich das nicht antun wollen und ihre Objekte lieber ungenutzt lassen.“

Gotz bekräftigte, an der Bevölkerungsbremse – maximal ein Prozent Wachstum pro Jahr – festhalten zu wollen. „Die Erdinger wünschen ein maßvolles Wachstum. Trabantenstädte lehnen wir ab.“ Man dürfe auch nicht die soziale Infrastruktur außer acht lassen. „Schulen und Kindergärten müssen ja mitwachsen“, so der OB.

Der Zuzugsdruck spiegelt sich für Gotz auch auf den Straßen wider. „Wenn man nur ein Nadelöhr abzwickt wie die Freisinger Brücke, hat das dramatische Folgen.“ Auch deswegen sei er gegen eine Fußgängerzone in der Altstadt.

Abhilfe könnte ein rascher Ausbau des Schienennetzes bringen. „Ich hoffe sehr, dass es nach dem S-Bahn-Ringschluss auch mit der Walpertskirchener Spange rasch vorwärts geht“, so Gotz. Denn beide Vorhaben würden das Straßennetz entlasten und Arbeitnehmern die Möglichkeit geben, im südostbayerischen Raum günstiger zu leben und dann mit dem Zug in die Flughafenregion zu kommen. Dieser Notwendigkeit müssten sich auch die bewusst sein, die den Ausbau der Bahnstrecke München–Mühldorf blockieren.

Trotz des Drucks will Gotz weiter Arbeitsplätze schaffen. „Erding kann seinen Wohlstand nur halten, wenn wir weiter hohe Einnahmen aus der Gewerbesteuer erzielen, zuletzt 36 Millionen Euro.“ Ihn störe, dass es immer wieder heiße, im geplanten Industriegebiet würden nur Billigjobs entstehen. „Diesen Nachweis hat bislang niemand erbracht.“ Die Logistik werde zwar kritisch beäugt, „aber alle bestellen online“.

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