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Mit dem Grünen Zentrum am Ziel sehen sich (v. l.): Kreisbäuerin a. D. Elisabeth Mayr, BBV-Geschäftsführer Gerhard Stock, Martin Haindl (Maschinenring), BBV-Kreisobmann a.D. Hans Schwimmer, Ludwig Zahnweh ( AELF), Helga Bauschmid (Schule) und Rainer Mehringer (Waldbesitzervereinigung) vor dem renovierten Anwesen Dr.-Ulrich-Weg 3.

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Erding bekommt ein Grünes Zentrum

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Erding – Die ganze Breite der Land- und Forstwirtschaft kommt in Erding unter ein Dach: Am Freitag eröffnet Agrarminister Helmut Brunner das Grüne Zentrum am Dr.-Ulrich-Weg. Beteiligt sind Bauernverband, Maschinenring, Waldbesitzer, Landwirtschaftsschule und -amt.

Es ist schon kurios: Am Dr.-Ulrich-Weg mitten in Erding gibt es seit 2006 ein Parkplatz-Schild mit der Aufschrift Grünes Zentrum. Jahrelang fiel das niemandem auf. Als 2013 Otto Roski neuer Chef des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) wurde, musste er den verdutzten Hans Schwimmer, damals Kreisobmann des Bauernverbandes (BBV), erst einmal darauf hinweisen, dass Erding eben noch nicht offiziell Grünes Zentrum sei.

Wenn Landwirtschaftsminister Helmut Brunner morgen den offiziellen Startschuss gibt, findet endgültig zusammen, was seit den 80er Jahren nebeneinander existiert. Denn das Grüne Zentrum – Gründungen finden derzeit in ganz Bayern statt – befindet sich in den Häusern Dr.-Ulrich-Weg Nummer 2, 3 und 4. An den ersten beiden Adressen sind der Bauernverband mit seinen Töchtern wie der Buchstelle, dem Beratungsdienst und den Versicherungen, der Maschinenring und die Waldbesitzervereinigung untergebracht. Das Anwesen Nummer 3 wurde frisch hergerichtet, die Räume neu aufgeteilt. Der BBV ist im Erdgeschoss und im zweiten Stock. Im Erdgeschoss residiert zudem die Waldbesitzervereinigung. Der Maschinenring befindet sich in der ersten Etage. Im Komplex gegenüber sind Landwirtschaftsschule und AELF untergebracht.

Staat gibt immer mehr Aufgaben ab

Der frühere BBV-Kreisobmann Hans Schwimmer erinnert daran, dass man das Grüne Zentrum bereits vor zehn Jahren habe gründen wollen – im Zuge der Reform der staatlichen Landwirtschafts- und Forstverwaltung. „Der Staat überträgt immer mehr Aufgaben an die Verbände. Deren Bedeutung nimmt daher zu“, erklärt Schwimmer – trotz abnehmender Zahl an Höfen.

Hinzu kommt laut Schwimmer und BBV-Geschäftsführer Gerhard Stock: Landwirtschaftliche Betriebe sind längst wie Unternehmen anzusehen, die eine Buchführung benötigen. Der BBV etwa biete seinen Mitgliedern viele Beratungsleistungen.

Rainer Mehringer, Vorsitzender und Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung, erklärt, dass die Zahl der Mitglieder in den vergangenen zehn Jahren von 1200 auf 1550 angestiegen sei. „Die Waldbesitzer werden immer urbaner, ihre Waldstücke sind teils sehr klein.“ Daher müsse man die Beratung ausbauen.

Auf Expansion stehen die Zeichen auch beim Maschinen- und Betriebshilfering. Martin Haindl berichtet von 1900 Mitgliedern. Als Verein koordiniert der MR in erster Linie den Austausch von Landmaschinen. Die 2002 gegründete GmbH eröffnet Landwirten die Möglichkeit des Zuerwerbs in der Wirtschaft und im Auftrag der öffentlichen Hand. Im Aufbau befindet sich ein Zweig, der auch Personal vermittelt.

An der Landwirtschaftsschule sind laut stellvertretender Schulleiterin Helga Bauschmid stets etwa 40 Landwirte und 20 Hauswirtschafterinnen eingeschrieben.

Schwimmer sagt, mit dem Grünen Zentrum und seinen rund 100 Beschäftigen könne man „deutlich mehr für die Land- und Forstwirtschaft, aber auch für den ländlichen Raum insgesamt erreichen“.

Tag der offenen Tür

Das Grüne Zentrum präsentiert sich am Samstag, 18. Februar, von 10 bis 16 Uhr bei einem Tag der offenen Tür am Dr.-Ulrich-Weg 3 und 4. In der Landwirtschaftsschule gibt es ein buntes und schmackhaftes Programm für die ganze Familie.

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