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Die Ziele der Grünen stellten (v. l.) Helga Stieglmeier, Anton Hofreiter und Anna-Maria Lanzinger vor. 

Anna-Maria Lanzinger vor der Bundestagswahl

Die Grünen-Kandidatin läuft sich warm

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Für Anna-Maria Lanzinger beginnt jetzt die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs. Am Mittwochabend traf die 21-jährige Kandidatin der Grünen bei einer Podiumsdiskussion beim DGB in Ebersberg erstmals auf ihre direkten Konkurrenten von CSU und SPD.

Erding – „Mein persönliches Highlight“, freute sich die jungen Erdingerin ein paar Stunden zuvor. Schließlich werde es da um ihr Herzensthema Gerechtigkeit gehen. Scheu vor Andreas Lenz und Ewald Schurer zeigte sie nicht, beide sind bereits Parlamentarier.

„Wenn ich zu diesen Themen im SPD-Wahlprogramm lese, dann weiß ich so viel wie vorher: Gar nichts. So schwammig ist das“, lästerte Lanzinger gestern bei einem Pressetermin in Erding. Da musste auch Anton Hofreiter lachen. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag stellte mit der jungen Kandidatin und Helga Stieglmeier, Fraktionssprecherin im Kreistag, die Ziele der Partei vor.

Den Schienenverkehr stärken – diese Kernforderung der Grünen untermauerte Hofreiter auf unterschiedliche Weise. Im europaweiten Vergleich werde für den Bahnausbau die drittniedrigste Summe pro Kopf ausgegeben, kritisierte der Abgeordnete. Doch gerade beim Gütertransport müssten dringend Engpässe beseitigt werden. Dies sei die Voraussetzung für die Forderung der Grünen: „Die B 15 neu muss bei Landshut enden. Sie wird gebaut als neue Nord-Süd-Trasse für Schwerlastverkehr“, erklärte Hofreiter. Kein Kommunalpolitiker könne für diese Straße sein, die aus ihrer Heimat eine Durchgangsregion mache.

Die Ablehnung der dritten Startbahn ist Teil der grünen Parteiseele. Alle drei Vertreter zeigten sich gestern auch überzeugt, dass die Staatsregierung momentan den Flughafenausbau nicht durchdrücken werde. Und ein neuer Bürgerentscheid in München sei für die Befürworter nicht zu gewinnen – wegen „Wachstumsschmerzen“ wie Wohnungsnot, Verkehrsinfarkt und Ultrafeinstaub.

Gerade im Landkreis Erding sei es schwierig, bei der Jugend Interesse für Politik zu wecken, gab Lanzinger zu. Die Grüne Jugend habe aktuell 15 Mitglieder und etwa fünf Aktive. „Wir haben das Problem, dass die meisten zum Studium wegziehen“, sagte die 21-Jährige. Sie habe das nicht vor. Ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung ermögliche ihr ein Studium der Physikalischen Technik in München. An ein Bundestagsmandat glaubt Lanzinger auch nicht wirklich – weder als Direktkandidatin noch über die Landesliste, auf der sie Platz 18 einnimmt. Auf ebenso viel Prozent müssten die Grünen im September kommen, um Lanzinger nach Berlin schicken zu können. „Ich bin ja noch jung“, sagte sie lachend. 

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