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Erding: Der erste Stein fürs 36-Millionen-Euro-Projekt

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Von: Gabi Zierz

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Kupferblechbox mit besonderem Inhalt: Architekt Wendelin Burkhardt (l.) und Bauingenieur Urs Brunner (r., Firma Brunner + Co, Tiefbau) legten sie gemeinsam in den Grundstein. Landrat Martin Bayerstorfer, Erdings Vize-Bürgermeisterin Petra Bauernfeind und Schulleiterin Regine Hofmann (dahinter, v. l.) verfolgten den Akt ebenso wie zahlreiche Ehrengäste, darunter viele Kreisräte und Vertreter beteiligter Firmen.
Kupferblechbox mit besonderem Inhalt: Architekt Wendelin Burkhardt (l.) und Bauingenieur Urs Brunner (r., Firma Brunner + Co, Tiefbau) legten sie gemeinsam in den Grundstein. Landrat Martin Bayerstorfer, Erdings Vize-Bürgermeisterin Petra Bauernfeind und Schulleiterin Regine Hofmann (dahinter, v. l.) verfolgten den Akt ebenso wie zahlreiche Ehrengäste, darunter viele Kreisräte und Vertreter beteiligter Firmen. © Peter Bauersachs

Die riesige Baugrube ist ausgehoben, der Grundstein gelegt: Jetzt beginnen die Bauarbeiten für die neue Dreifachturnhalle mit Erweiterung des Anne-Frank-Gymnasiums. Ein 36-Millionen-Euro-Projekt.

Erding – Symbolischer Akt für eine große Baumaßnahme: Am Donnerstag feierte der Landkreis die Grundsteinlegung für den Neubau der Dreifachturnhalle am Anne-Frank-Gymnasium (AFG). In der riesigen Baugrube an der Münchener/Ecke Parkstraße wurde offenbar, wie gewaltig das Vorhaben ist, das sich über einige Jahre hinziehen wird. Gesamtkosten: rund 36 Millionen Euro.

Auch wenn das Großprojekt vor allem der Schulfamilie viel abverlangen wird – und schon hat, wie AFG-Leiterin Regine Hofmann anmerkte –, ist es zukunftsweisend. Das betonte Landrat Martin Bayerstorfer. Er hofft, dass die Abiturprüfungen 2024 in der neuen Turnhalle geschrieben werden können.

In drei Bauabschnitten werden nicht nur eine Dreifachturnhalle mit Umkleiden entstehen, sondern ein Erweiterungsbau mit Mensa, Klassenzimmern und neuen Räumen für die Landkreis-Bibliothek. Dem schließen sich Umbauten im Bestand an.

Nachdem sich der Kreistag nach langen Überlegungen doch für Abriss und Neubau statt Sanierung ausgesprochen hatte, wurde die erste Turnhalle bereits in den vergangenen Sommerferien abgerissen. An ihrer Stelle – und auf dem ehemaligen Hartplatz entsteht eine neue Turnhalle – mit Allwettersportplatz auf dem Dach.

Diese ungewöhnliche und im Landkreis bislang einmalige Lösung ist den beengten Platzverhältnissen geschuldet. Sie sei aber kein Wagnis, wie Architekt Wendelin Burkhardt betonte. Er kennt sich mit Schulbauten aus, hat in Erding schon das Korbinian-Aigner-Gymnasium und die Landwirtschaftsschule geplant.

Burkhardt betonte, dass der Sportbetrieb während der Bauarbeiten weitergehe und der nächste Abbruch erst dann stattfinde, wenn der erste Abschnitt fertig sei. Bislang seien bereits 11 000 Kubikmeter Erde bewegt, 1200 Kubikmeter Beton und 75 Tonnen Stahl verbaut worden – in erster Linie für die Bohrpfahlwände. Schließlich habe man es hier mit dem „berühmt-berüchtigten“ Almboden zu tun, der als Baugrund aber völlig ungeeignet sei, so Burkhardt.

Bayerstorfer erklärte, mit dem Sportplatz auf dem Hallendach setze der Landkreis „ein klares Zeichen für die sparsame Verwendung der Flächen und für die Umsetzung neu gedachter Möglichkeiten zur Gestaltung des öffentlichen Raums“. Auch Vize-Bürgermeisterin Petra Bauernfeind gefiel die Idee, wie hier aus der Not eine Tugend gemacht werde.

Der Sportplatz auf dem Dach könne nachmittags auch von der offenen Ganztagsbetreuung genutzt werden und werde mit einer vier Meter hohen Schallschutzverglasung eingefasst, um den Lärmschutz für die Nachbarschaft bestmöglich zu gewährleisten, so Bayerstorfer.

Der Bau in Passivhausstandard erhält ihm zufolge Außenwände mit 26 Zentimetern Wärmedämmung und dreifachverglaste Fenster. Die Sporthalle werde mit einer Kühlung ausgestattet. Dazu werde das anstehende Grundwasser genutzt. Für die Dachkonstruktion werden laut Architekt 370 Kubikmeter Holz verbaut, dazu kommt die Fassade aus Lärchenholz.

„Die Riesenbaustelle muss verkraftet werden“, sagte Schulleiterin Hofmann und erinnerte an den Wegfall des Pausenhofs. Auch Räume für den Sportunterricht musste sie suchen – mit Erfolg. Sie dankte den benachbarten Realschulen und der Stadt, die mit Hallenkapazitäten aushelfen. Dass die Anmeldezahlen für das AFG plötzlich zurückgehen, lasse sich möglicherweise auch mit der Großbaustelle begründen.

Am AFG geht es nicht nur wegen des Turnhallenbaus besonders sportlich weiter. Ab dem neuen Schuljahr gebe es eine Fußballklasse und das Wahlfach Golf, kündigte Hofmann an. Deshalb beinhaltet die Kupferblechbox, die in den Grundstein gelegt wurde, neben der Präambel der Hausordnung, dem AFG-Jahresbericht 2020/21, Münzen, Tageszeitungen und dem Tagebuch der Anne Frank auch einen Turnschuh.

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