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Der Freistaat investiert zu wenig in die Kliniken, hier das in Erding. Dieser Vorwurf kommt von der AOK.

Investitionsstau in vielen Krankenhäusern

AOK: Länder lassen Kliniken im Stich

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Scharfe Kritik hat der Erdinger AOK-Direktor Andreas Kochbeck an der dualen Krankenhausfinanzierung durch Länder und Kassen geübt.

Erding – Im Beirat der Versicherung warf er den Bundesländern vor, „ihrer Pflicht zur angemessenen Investitionsfinanzierung nicht im erforderlichen Umfang nachzukommen“. Die Folge sei „ein erheblicher Nachholbedarf bei Investitionen in Digitalisierung und moderne Technik“.

Zur Linderung der Probleme will die Bundesregierung einen Krankenhauszukunftsfonds auflegen, nicht zuletzt eine Reaktion auf die Corona-Krise. Bund und Länder sollen 4,3 Milliarden Euro einzahlen. Doch das reicht dem AOK-Beirat nicht: „Das generelle Problem der mangelnden Investitionsförderung durch die Länder bleibt ungelöst“, kritisierte Vorsitzender Willi Scheib.

Dr. Rudolf Ludwig, Chefarzt und Leiter des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Dorfen, vertrat die Meinung, „dass auch kleine Kliniken durchaus wirtschaftlich sein können“. Problematisch seien die Notaufnahmen. Durch viele Bagatellfälle, die dort nicht hingehörten, entstünden hohe Defizite.

Probleme gibt es laut Rudolf aber auch bei den niedergelassenen Medizinern. Der Chefarzt sprach die Überalterung der Hausärzte, den Mangel an jungen Nachfolgern sowie die durchschnittlich 17 Praxisbesuche jedes Versicherten pro Jahr an.

Kochbeck stellte die elektronische Patientenakte vor, die zu Beginn des kommenden Jahres eingeführt wird – auf freiwilliger Basis der Versicherten. Die eAkte enthält alle Unterlagen wie Befunde und Impfpass. Der Versicherte kann selbst alle Daten auf dem Handy einsehen.  ham

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