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Immer mehr Tote bleiben wochenlang unbemerkt.

Appell an alle Nachbarn 

Amtsgericht schlägt Alarm: Immer mehr Tote bleiben unbemerkt

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Auch im Kreis Erding bleiben Tote oft wochenlang unbemerkt, ehe sie teils bereits verwest in ihren Wohnungen gefunden werden. Das Amtsgericht geht deshalb mit einem eindringlichen Appel an die Bürger.

Erding - Auch im Kreis Erding bleiben Tote oft wochenlang unbemerkt, ehe sie teils bereits verwest in ihren Wohnungen gefunden werden. Die Direktorin des Amtsgericht Ingrid Kaps verbindet diesen Befund mit einem Appell an die Bürger: „Schauen Sie genauer auf Ihre Nachbarn und holen Hilfe, wenn Sie über längere Zeit kein Lebenszeichen aus der Wohnung nebenan wahrnehmen.“

Das Nachlassgericht wird ihren Worten zufolge immer häufiger mit solchen Fällen konfrontiert. „Die Zahl steigt leider spürbar an“, so Kaps. Meist müssen die Wohnungen im Auftrag der Polizei von der Feuerwehr geöffnet werden. Das Gericht hat dann die Erben zu ermitteln.

Nachlassgericht ist mit verschiedenen Fällen konfrontiert

Es gibt aber auch andere Fälle. Die Direktorin berichtet von einem Erdinger, der voriges Jahr unverhofft eine halbe Million Euro geerbt habe. Der Fall sei kurios gewesen. „Es handelte sich um eine Tante des Erben, von der niemand etwas wusste, weil sie ein uneheliches Kind der Großmutter des Erdingers war und verschwiegen wurde.“ Der Erbberechtigte habe erst an einen Betrugsversuch gedacht. „Aber wir haben ihm dann sagen können, dass ihm das Geld tatsächlich zusteht“, erinnert sich Kaps mit einem Schmunzeln.

Insgesamt lagen beim Nachlassgericht nach Angaben Kaps’ zum Ende vergangenen Jahres 11 625 Testamente, 507 kamen 2017 neu hinzu.

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